Wertheim

Gesundheit Erste Hilfe auch zu Zeiten der Pandemie wichtig / Johanniter im Main-Tauber-Kreis geben Tipps

Auf Eigenschutz bedacht sein

Archivartikel

Erste Hilfe rettet Leben - auch während der Corona-Pandemie. Doch dabei gilt es einiges zu beachten.

Wertheim/Main-Tauber-Kreis. In Corona-Zeiten sind viele Menschen sehr besorgt um ihre eigene Gesundheit und wollen sich selbst schützen. Aber wie kann man in einem Notfall helfen, ohne sich selbst unnötig zu gefährden und eine Ansteckung mit Covid-19 zu riskieren? Besonders die Mund-zu-Mund-Beatmung während der Herz-Lungen-Wiederbelebung steht in der aktuellen Corona-Pandemie zur Diskussion.

„Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten“, sagt Stefan Dosch, Kreisvorstand der Johanniter im Main-Tauber-Kreis. Einen Notruf abzusetzen, ist das Minimum im Notfall. Das gilt genauso während der Corona-Pandemie. „Der Ersthelfer sollte dabei jedoch immer auf seinen Eigenschutz achten und sich selbst nicht in Gefahr begeben.“

Ist der Verletzte an Corona erkrankt oder der Ersthelfer ist sich unsicher, kann aktuell auf die Beatmung verzichtet werden. Andrea Wunderlich, Sachgebietsleitung Erste-Hilfe in Wertheim erklärt: „Sie setzen den Notruf ab und führen anschließend ununterbrochen die Herzdruckmassage durch.“

Risiko minimieren

Gleichzeitig kann das Gesicht des Betroffenen mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren.

Laut der Arbeitsgemeinschaft der Notärzte in Nordrhein-Westfalen (AGNNW) treten mehr als 60 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände zuhause auf. In vielen Fällen sind die Ersthelfer dann Familienmitglieder oder andere nahe stehende Personen, die das Risiko einer möglichen Ansteckung in der Regel besser einschätzen können als eine fremde Person. „Wenn möglich, sollte der Helfer neben der Herzdruckmassage, auch die Atemspende geben“, so Wunderlich weiter.

Falls der Ersthelfer selbst zur Corona-Risikogruppe gehört, können andere Personen ermuntert werden, Hilfe zu leisten. „Ist niemand in der Nähe, versuchen Sie, so gut es geht und mit angemessenen Sicherheitsabstand zu helfen“, empfiehlt Wunderlich. Ein Notruf sollte in jedem Fall abgesetzt werden.

Zum Thema