Wertheim

Lesung Charly Art war mit seinem Roman-Debüt „Moonlight Wolves“ am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zu Gast

Auf den Spuren der geheimnisvollen Schattenwölfe unterwegs

Archivartikel

Wertheim.Ist von einer Lesung die Rede, denkt die Allgemeinheit oft spontan an auditoriengleiche „Empfänge“, bei denen ältere Herren ihre Memoiren rezitieren. Mit all diesen Vorurteilen brach am Donnerstag der erst 16-jährige Jungautor Charly Art: In der Bibliothek des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums stellte er den fünften Klassen seinen Tierfantasy-Roman „Moonlight Wolves – Das Geheimnis der Schattenwölfe“ vor, den er bereits auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert hatte.

Ein Genuss

Eingeleitet wurde der in zwei Lesungen gegliederte Vormittag von Oberstudiendirektor Reinhard Lieb: „Lesen hat etwas mit Genießen zu tun“, hielt der Schulleiter fest, ehe Charly Art seinen 352 Seiten starken Erstling aufschlug und seine Zuhörer mit in die faszinierende Welt des dem Eisrudel zugehörigen Wolfswelpen Tamani und seiner Gefolgschaft nahm.

Tamani nimmt den beschwerlichen Weg in das Wächtergebirge auf sich, um dort alles für ein vollwertiges Rudelmitglied Wichtige zu lernen. Unterwegs erlebt er den Tod seines Bruders Talon mit, der bis dahin als Leitwelpe des Eisrudels fungierte.

Trost und Beistand erfährt er von Shira. Die kleine Wölfin mit dem hellen Fell ist der Leitwelpe des Blutrudels. Gemeinsam suchen Blut- und Eisrudel einen neuen Leitwelpen, der nach kurzer Zeit in Tamani gefunden wird.

Einfühlsam beleuchtete Charly Art den Schritt vom Welpen zum von Wächtern ausgebildeten Jungwolf und die Besonderheiten des Wächtergebirges. Dort treffen die jungen Wölfe aus Eisrudel, Blutrudel, Wüstenrudel und Küstenrudel unter anderem auf die Schattenwölfe, die ein Geheimnis in sich zu tragen scheinen. Tamani und seine Freunde setzen alles daran, hinter dieses düstere Mysterium zu kommen. Ob es ihnen gelingt? Das müssen die Zuhörer der Lesungen – und die Leser des Buches – freilich selbst herausfinden.

Werte vermitteln

Mit seiner packenden Geschichte aus dem Reich vermenschlichter Tiere schaffte es Charly Art nicht nur, die Mädchen und Jungen für sich zu gewinnen.

Es gelang ihm auch, Werte wie Zusammenhalt, Familientraditionen, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Mut auf eine nachdenklich stimmende und zu Herzen gehende Weise stilvoll zu umschreiben. In geschliffener, erst recht für einen Jugendlichen beeindruckender Wortwahl formulierte er berührende Augenblicke aus und stand den Fünftklässlern anschließend in einer Fragerunde zur Verfügung.

Selbstverständlich schrieb er auch Autogramme. Auch seine persönliche Intention blieb nicht unausgesprochen. „Ich wollte ursprünglich nur ausprobieren, wie ich eine Geschichte schreiben kann und wie lange ich es durchhalte, ehe dann doch ein Buch daraus wurde“, betonte Charly Art, der seine Lieblingstiere als Inspiration für seine Geschichte nutzte und derzeit an einem zweiten Band arbeitet. „Mein persönlicher Traum ist es, Schriftsteller zu werden und davon leben zu können“, ließ er wissen.

Lesen eröffnet Welten

Nach den beiden Lesungen wandte sich nochmals Reinhard Lieb an Charly Art, den er mit einem Präsent verabschiedete. Gleichsam animierte er die Kinder zum Lesen guter Bücher, durch die man sich eine ganz eigene und faszinierende Welt erschließen könne: Die Liebe zu hochwertiger Literatur kann einen – wie ein treuer Freund – durch das ganze Leben begleiten.

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