Wertheim

Jubilare Friedhilde und Gottlieb Pfandler haben vor 60 Jahren in Nassig geheiratet und anschließend fünf Kinder großgezogen / Beide sind noch heute dem Roten Kreuz verbunden

Auf dem Kreuzwertheimer Quätschichfest hat es gefunkt

Archivartikel

Nassig.Seit 60 Jahren sind Friedhilde und Gottlieb Pfandler verheiratet, und diese gemeinsame Zeit haben sie vollständig in Nassig verbracht. Mit ihnen leben einige der fünf Kinder, 14 Enkelkinder und acht Urenkel in der Ortschaft. Am heutigen 19. November feiert das Paar das Fest seiner Diamantenen Hochzeit.

Friedhilde Pfandler stammt aus Wertheim, ihre Eltern betrieben dort bis 1958 den letzten landwirtschaftlichen Betrieb in der Kernstadt. Dort half sie nach ihrem Schulabschluss mit und besuchte nebenher die Hauswirtschaftsschule.

Im gleichen Gebäude und zur gleichen Zeit lernte dort auch Gottlieb Pfandler auf der Landwirtschaftsschule. Nachdem der 1939 Geborene mit seiner Familie 1945 aus Ungarn ausgewiesen worden war, kam er über Zwischenstationen in Gerlachsheim und Hundheim 1951 nach Nassig. Seine Eltern, die bereits in Ungarn Landwirte gewesen waren, übernahmen zwölf Hektar in der Landsiedlung. „Irgendwas musste man ja machen“, begründet Pfandler lapidar die Entscheidung.

Obwohl die beiden Jugendlichen sich 1958 durch den gemeinsamen Schulbesuch kennen lernten, hatten sie in dieser Zeit noch nicht viel miteinander am Hut. Das änderte sich, als sie sich im darauffolgenden Herbst auf dem Quätschifest wieder begegneten.

Von da an begann ihr bis heute andauernder gemeinsamer Weg. Dieser führte zunächst zur Eheschließung in der Nassiger Auferstehungskirche. Anschließend arbeitete sie gemeinsam bis 1966 im Betrieb von Gottlieb Pfandlers Eltern. In dieser Zeit wurden die älteren drei Kinder geboren.

Karriere in der Krankenpflege

Es zeichnete sich immer mehr ab, dass kleinere landwirtschaftliche Betriebe wenig Zukunftsperspektiven boten. Und so beschloss Pfandler, sein Hobby, die Mitarbeit im Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes, zum Beruf zu machen. Nachdem er seine Eignung als Hilfspfleger im Wertheimer Krankenhaus getestet hatte, begann er 1967 dort die Ausbildung zum Krankenpfleger.

In dieser Zeit kam das vierte Kind des Paares zur Welt. Gottlieb Pfandler bildete sich nochmals fort und erlangte an der Universität Würzburg die Qualifikation eines Anästhesiepflegers. Diese Tätigkeit übte er bis zum Renteneintritt im Wertheimer Krankenhaus aus. Er erinnert sich noch gut an die Anfangszeit, als es noch keine Anästhesieärzte gab und diese wichtige Verantwortung allein bei den Anästhesiepflegern lag. Zum Glück sei in dieser Zeit nie etwas passiert.

Die Familie wächst 1973 nochmals, als das fünfte Kind geboren wird. 1974 baute das Paar dann das Haus, in dem sie noch heute leben. Friedhilde Pfandler schaffte es trotz der großen Kinderschar, stundenweise in der Waschküche des Krankenhauses zu helfen und so die Haushaltskasse aufzubessern.

Noch immer sind die beiden Rentner aktiv und dem Roten Kreuz verbunden. Über Jahre halfen sie bei Blutspendeaktionen mit. Gottlieb Pfandler ist außerdem stellvertretender Vorsitzender der Rheuma-Liga und aufgrund der aktuellen Situation mit Um- und Neuplanungen beschäftigt. Im Januar soll es wieder losgehen. Ansonsten kümmert sich das Ehepaar um seinen Garten. Auch Tanzen und Spazieren gehört zu ihren Hobbys.

Zu ihrem Ehrentag wird es einen Gottesdienst in der Kirche geben, in der vor 60 Jahren ihr gemeinsames Leben begann. Das geplante Fest mit 40 Gästen liege erstmal auf Eis. Man wolle es aber auf jeden Fall nachholen, betonen die Jubilare. Die Fränkischen Nachrichten senden einen herzlichen Glückwunschgruß nach Nassig.

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