Wertheim

Sitzung des Stadtteilbeirats Informationen über Generalsanierung des Schulkomplexes / Einwände der Bürger sollen in die Bauplanung einfließen

Anwohner genervt von Parkplatzsituation am Schulzentrum

Archivartikel

Bestenheid.Die Sitzung des Stadtteilbeirates in Bestenheid fand passenderweise in der Aula des beruflichen Schulzentrums in der Reichenberger Straße statt. Dieses soll nach einem Beschluss des Kreistages in den nächsten Jahren generalsaniert werden.

Kurzfristig, so Dezernatsleiter Jochen Müssig vom Landratsamt, hatte man überlegt die Schule an einem neuen Standort komplett neu zu bauen oder ein Provisorium für die Bauphase zu schaffen, doch wurde dies wegen unpassender Grundstücke und der letztlich noch höheren Kosten verworfen.

Nun soll also eine Generalsanierung des 1980 in Betrieb genommenen Schulzentrums in Angriff genommen werden. Die Anforderungen an die Schule haben sich in den letzten 30 Jahren stark verändert, referierte Müssig. Bis auf die Erweiterung um vier weitere Klassenräume sei baulich nichts passiert, jedenfalls nach außen hin. Innen wurde versucht mit Abtrennungen und Verkleinerungen, beispielsweise der Aula, oder Umnutzungen von Lagerräumen in Lehrräume den gewachsenen Bedürfnissen Rechnung zu tragen.

Der Landkreis habe sich bewusst für den Erhalt der Schule entschieden. Man will den Standort Wertheim stärken. In drei Schritten soll die Sanierung erfolgen, stellte Stefanie Schaupp die Bauphasen vor. Herzstück ist der Neubau eines Werkstattgebäudes auf der hinter dem jetzigen Standort liegenden Wiese.

90 weitere Parkplätze

Hier werden nach Fertigstellung auch 90 weitere Parkplätze entstehen. Dies entspannt die Lage ein wenig, hofft Müssig. Der Parkdruck ist rund um die Schule sehr groß, weil viele Auszubildende mit dem eigenen Auto anreisen. Dafür reichen die derzeitig 75 vorhandenen Parkplätze nicht aus.

Es sei nicht geplant, künftig mehr Schüler aufzunehmen, so Schulleiter Manfred Breuer. Aktuell liege man bei rund 950 Schülern, es waren aber auch schon 1150. Die aktuellen Zahlen sagen aber, dass es nicht mehr als 1000 Schüler sein werden. Hinzu kommen noch rund 80 Lehrkräfte und Ausbilder, die allerdings nicht alle gleichzeitig auf dem Gelände sind.

Die neue Schule wird dann 13 053 Quadratmeter überbaute Fläche haben, aktuell sind es 11 165 Quadratmeter. Der Bau des Werkstattgebäudes soll noch in diesem Herbst beginnen und bis Ende 2020 fertiggestellt sein.

Danach werden die Fachräume für Physik, Chemie und Biologie in das alte Werkstattgebäude umziehen. Hier entsteht damit ein „Fachraumzentrum“.

Erst wenn dieser Umzug fertig ist, beginnt 2022 die Generalsanierung des restlichen Gebäudes. Erst danach werden auch die zusätzlichen Parkplätze zur Verfügung stehen, so Müssig. Die neu gebauten Flächen dienen den Baufirmen als Lagerplatz.

Sonst müsste man auf die Straße und die Parkplätze daran ausweichen. Dies habe man bewusst nicht gewollt, so Schaupp. Trotzdem regte sich Unmut unter den zahlreich vertretenen Bürger. Sie sind von der aktuellen Situation genervt.

Vor allem am Morgen kurz vor Schulbeginn sei der Parksuchverkehr nicht mehr zu ertragen. Trotz mehrfacher Beschwerden beim Ordnungsamt oder bei der Polizei sei bisher keine Besserung eingetreten. Und der zusätzliche Baustellenverkehr werde noch für zusätzlichen Lärm sorgen.

Stadtbaumeister Armin Dattler versprach das Problem, nochmals bei der Verwaltung zu prüfen und bat um Verständnis, dass während der Bauphase nicht alle neuen Parkplätze zur Verfügung stehen. Es gebe gewisse Vorgaben aus der Bauordnung, die auch das Landratsamt als Bauherr erfüllen muss.

Durch die Generalsanierung der Schule und den entsprechenden Bauantrag sei sowieso eine höhere Anzahl an Parkplätzen nötig, als bisher vorhanden, stellte Stefanie Schaupp fest.

Neues Werkstattgebäude

Das neue Werkstattgebäude werde in Systembauweise gebaut und rage durch die Lage nur wenig über das Straßenniveau in der Höhe hinaus. Es wird eine Grundfläche von 60 mal 30 Meter haben und ungefähr fünf Meter hoch sein.

Das Gebäude werde nach dem KfW55-Standard gebaut und genüge damit hohen energetischen Prinzipien. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorge für Strom, das Blockheizkraftwerk der Realschule werde zum Heizen mitgenutzt und auch sonst sei man bemüht, soviel Energie einzusparen wie möglich. Müssig wies darauf hin, dass das Gelände für den Neubau schon immer als Erweiterungsfläche im Flächennutzungsplan eingezeichnet war. Das sei den Anwohnern bewusst gewesen. Er sei selbst betroffen, könne sich aber mit dem Parklärm leben. Schließlich gehe es um die Jugend. Und die sei die wichtigste Ressource, das Deutschland für die Zukunft zu bieten hat.

Er bat um Verständnis bei der Bevölkerung und Dattler versprach, in Zukunft noch öfter die Parkraumüberwachung in das Gebiet um die Schule zu schicken. Die eigentlich für diesen Abend vorgesehene Zustimmung des Stadtteilbeirates zur Generalsanierung wurde bereits am Abend vorher von allen Delegierten erteilt.

Die Sitzung selbst sollte nur der Information der Anwohner dienen. Die vorgetragenen Einwände der Bürger werden in die Bauplanung mit einfließen, versprach Stefanie Schaupp. Man will schließlich für alle Bürger das Beste erreichen. mae

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