Wertheim

SPD-Themenwoche Herausforderungen beim Wohnen diskutiert / Sogenannter Donut-Effekt spielt in Wertheim kaum eine Rolle

Anton Mattmüller: „Nicht einfach nur bauen“

Wertheim.Der Landtagskandidat der SPD, Anton Mattmüller, führte letzte Woche seine zweite Themenwoche, diesmal zum Thema „Wohnen“, digital durch. Mit dem Wertheimer Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez besprach er in einem Insta-gram-Live-Talk die regionalen Herausforderungen.

Herrera Torrez sieht die Stadt durch die eigene, städtische Wohnbaugesellschaft gut aufgestellt. Wertheim verfüge über vergleichsweise viele freie Flächen. Neben neuen Bauprojekten dürfe man aber die Innenstädte nicht vergessen. Mattmüller schilderte den sogenannten Donut-Effekt. Die inneren Ortsbereiche sterben aus. Am Siedlungsrand werden dafür neue Baugebiete erschlossen.

Dieses Phänomen, das in Wertheim kaum eine Rolle spielt, betrifft vor allem die Gemeinden abseits der Hauptverkehrsachsen. Hierfür müssen langfristige Konzepte erarbeitet werden.

„Es bringt nichts, einfach nur viel zu bauen. Wichtig sind auch Mobilität, genügend Einkaufsmöglichkeiten und eine perspektivische Planung“, sagte Mattmüller.

Die SPD wolle, so Mattmüller, bis 2026 500 000 neue Wohnungen in Baden-Württemberg schaffen. Dazu solle die Gesellschaft „BWohnen“ gegründet werden. Beim Thema Mieten ist ein kommunales Eintrittsmodell vorgesehen, bei dem die Kommune als Zwischenmieterin fungiert. Kommunale Wohnbeauftragte sollen Genossenschaften, kirchliche Immobilienhalter und suchende Bürger besser vernetzen.

Weitere Themen waren eine landesweite Mindestquote für geförderten Wohnraum, das Erbpachtrecht und die Erleichterung von Eigentumerwerb für Familien durch Halbierung der Grunderwerbssteuer.

Die SPD wolle mehr Möglichkeiten für Kommunen schaffen, um Grundstücke und Immobilien anzukaufen und zu entwickeln. Für Senioren müssten „gerade hier im Kreis“ viel mehr günstige, generationengemischte und barrierefreie Wohnmöglichkeiten geschaffen werden. pm

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