Wertheim

Wunschbaum Zettel aussuchen, Geschenk kaufen, bis 9. Dezember bei der Sparkasse abliefern

Anonym bedürftige Kinder beschenken

Bedürftigen Kindern im Landkreis helfen kann so einfach sein – eine Möglichkeit ist der Wunschbaum. Er wurde jetzt in der Wertheimer Sparkassenfiliale aufgebaut.

Wertheim. Wenn ein Teenager-Mädchen ein neues Duschgel oder Handtuch braucht, geht es zu seinen Eltern und bittet um Geld. Was so normal scheint, ist es für viele Kinder nicht. Denn das nötige Geld fehlt in vielen Familien. So ist besagtes Handtuch und Duschgel einer von den Wünschen, die am Wunschbaum in der Sparkassenfiliale Wertheim hängen. Zum vierten Mal findet die Weihnachtsaktion statt, bei der Kunden anonym bedürftige Kinder im Landkreis beschenken können.

Konstant etwa 50 Anfragen seien es, die von den Wohlfahrtsverbänden und dem Landratsamt an sie weitergegeben würden, berichtet Filialleiter Martin Scheurich. Auf den Karten steht, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handelt, das Alter und der Wunsch.

Neben notwendigen Dingen wie beispielsweise einem Schulrucksack und Kleidung stehen Spielsachen auf der Wunschliste: ein Motorikball für ein einjähriges Mädchen oder ein Gesellschaftsspiel rund um die Figuren von „Paw Patrol“ für einen Sechsjährigen. „Es hat mich am Anfang mitgenommen, dass es zum Teil so banale Wünsche sind“, meint Martina Hoffmann. Gemeinsam mit ihrem Mann Peter Hoffmann übernimmt sie zum dritten Mal die Patenschaft für das Projekt. Wenn ein Zettel hängen bleibt, erfüllen sie mit ihrer „Martina- und Peter-Hoffmann-Stiftung“ den Wunsch. „Es wäre ja schrecklich, wenn dann bei einem Kind das Geschenk unter dem Baum fehlen würde“, so Scheurich.

Allerdings kam es in den vergangenen Jahren nie dazu, dass das Ehepaar Hoffmann einspringen musste. Denn alle Kinderwünsche fanden unter den Besuchern der Sparkasse einen Weihnachtswichtel. Wer dieses Jahr mitmachen möchte, kann dies ganz einfach tun: Er oder sie sucht sich am Baum einen Wunschzettel aus und meldet sich am Schalter. Dort werden Kontaktdaten und die Nummer des Zettels eingetragen. Die verpackten Geschenke müssen dann bis Mittwoch, 9. Dezember, in der Filiale abgegeben werden. Die Geschenke werden anschließend zentral über die beteiligten Organisationen verteilt. Wichtig sei, dass die Schenkenden sich nicht namentlich zu erkennen geben. Eine anonyme Karte sei aber in Ordnung. „Man kann ja mit „der Weihnachtsmann“ unterschreiben“, schlägt Scheurich vor. Dann werde auch der eventuell noch vorhanden kindliche Glaube an den Gabenbringer nicht erschüttert.

Positive Effekte

Die Aktion hat noch einen zweiten positiven Nebeneffekt: Die Stärkung des Wertheimer Einzelhandels. Denn natürlich wünschen sich die Organisatoren, dass die Geschenke vor Ort gekauft werden und damit auch die Ladeninhaber in dieser für sie schwierigen Zeit unterstützt.

Die Idee zum Wunschbaum kam Scheurich, als er die Filiale in Tauberbischofsheim besuchte, in der diese Spendenaktion schon länger Tradition hat. Ihm war sofort klar, dass er das auch für Wertheim will. Inzwischen sind andere diesem Beispiel gefolgt und so gibt es dieses Jahr erstmalig zwei weitere Wunschbäume in Lauda und Bad Mergentheim.

Das Ehepaar Hoffmann, das sich natürlich gleich selbst einen Zettel ausgesucht hat, freut sich, wenn keine Zettel übrig bleiben und die Aktion damit von breiten Teilen der Bevölkerung getragen wird.

Doch die Stiftung ist damit nicht untätig und hat nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr ein Auge darauf, was arme Kinder in der Region brauchen. So haben sie alle Wertheimer Schulen angeschrieben, dass Kinder mit Bedarf gemeldet werden können.

Außerdem haben sie in diesem Jahr den Lerntreff von „Willkommen in Wertheim“ im Familienzentrum am Reinhardshof unterstützt. Dies ist ein offenes Angebot, bei dem Kindern zwei Mal in der Woche bei den Hausaufgaben geholfen wird.

Mit der finanziellen Unterstützung von Gitarrenunterricht ermöglichen die Hoffmanns Kindern ein Musikinstrument zu lernen, die wohl sonst keine Möglichkeit dazu hätten. Für das kommende Jahr ist gemeinsam mit der Otfried-Preußler-Schule eine Aktion „gesundes Frühstück“ geplant.

Doch davor kommt erst einmal das Weihnachtsfest und damit die Möglichkeit, Kinderaugen auch dann zum Leuchten zu bringen, wenn den Eltern selbst das Geld für Weihnachtsgeschenke fehlt.

Wer neben der Weihnachtswunscherfüllung die „Martina und Peter Hoffmann – Stiftung“ unterstützen möchte oder hilfsbedürftige Familien kennt, kann sich unter info@stiftung-hoffmann.de mit dem Ehepaar in Verbindung setzen.

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