Wertheim

Amtsgericht erlässt Haftbefehl

Angeklagter fehlt bei Verhandlung

Archivartikel

Wertheim.Einem Angeklagten aus Schweinfurt wird Tankbetrug vorgeworfen. Er habe im Juli 2019 beim Autohof Bettingen für 49,99 Euro Sprit gezapft, behauptet, den Geldbeutel vergessen zu haben und versprochen, am nächsten Tag zu zahlen. Das geschah nicht.

Der 47-Jährige fehlte jetzt auch bei der Verhandlung beim Amtsgericht Wertheim. Die Richterin erließ einen Haftbefehl. Der Beschuldigte ist mehrfach einschlägig vorbestraft, zwei Jahre Strafe hatte das Landgericht Schweinfurt zur Bewährung ausgesetzt. Durch die Tat in Bettingen wurde der Angeklagte bewährungsbrüchig.

Die Richterin wollte auf das Fernbleiben reagieren. Ihrer Meinung nach sei ein Strafbefehl (Verfahrensfortführung auf schriftlichem Weg) mit einer Geldstrafe denkbar. Ein Strafbefehl mit einer Bewährungsstrafe (maximal sechs Monate) sei wegen der ungünstigen Sozialprognose nicht möglich. Eine Strafe ohne Bewährung kam für sie wegen des geringen Schadens nicht in Frage.

Auf den Beschuldigten einwirken

Der eingesetzte Pflichtverteidiger sprach sich für den Haftbefehl aus. Mit einer Verhandlung könne intensiver auf den Beschuldigten eingewirkt werden, und dieser durch ein Geständnis wenigstens einen gewissen positiven Eindruck hinterlassen. Ein neuer Termin für die Verhandlung wird zu gegebener Zeit festgesetzt.

In der Verhandlung wurde ein Zeuge vernommen. Er berichtete davon, dass es jeden Monat zwei bis drei Fälle im Autohof gibt, bei denen Kunden eine Ausrede vorbringen und nicht zahlen würden. Dann verlange man den Ausweis um eventuell der Polizei den Vorgang übergeben zu können. goe

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