Wertheim

Ortschaftsrat Höhefeld Matthias Roos und Erich Schlessmann geehrt / Informationen zum Ruf-Taxi / Noch sieben Bauplätze übrig

Anforderungen mit Bravour gemeistert

Die Sitzung des Höhefelder Ortschaftsrats am Dienstag im Bürgerhaus war mit rund 30 Bürgern gut besucht. Es gab eine Verabschiedung, Ehrung sowie Infos zum Wohngebiet „Untere Dorfwiesen“.

Höhefeld. Ortsvorsteher Christian Stemmler begann die Sitzung mit der Verabschiedung des langjährigen Ortschaftsrates Erich Schlessmann. Dieser habe 20 Jahre lang kommunalpolitische Erfahrung eingebracht, sei in Höhefeld verwurzelt, habe mitgelebt, mitgestaltet und mitgelenkt. Eine solch lange Zeit sei nicht selbstverständlich, verdiene Respekt, Hochachtung und Anerkennung.

Auszeichnungen überreicht

Der Ortsvorsteher überreichte Schlessmann die Landesehrennadel und die Stadtmedaille in Silber. Wolfgang Pilsner übergab namens des Ortschaftsrates ein Präsent. Schlessmann selbst dankte für das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler. Er meinte, stets versucht zu haben, sich in die Lage dessen zu versetzen, der anderer Meinung ist. Schlessmann wünschte dem Ortschaftsrat für die nächsten Jahre „alles Gute“.

Eine Ehrung erhielt auch Matthias Roos, der von 2009 bis 2019 Ortsvorsteher gewesen war. Stemmler sagte, 2009 habe eine neue Ära begonnen, gleich mit dem Umzug ins neue Rathaus. Der langjährige Ortsvorsteher habe alle Anforderungen mit Bravour gemeistert und die Geschicke der Heimatgemeinde mitgestaltet. Schön sei, weiter auf diese Kenntnisse zurückgreifen zu können. Auch Roos erhielt einen Präsentkorb.

Bestmöglichst eingesetzt

Matthias Roos erzählte auch aus seiner Anfangszeit als Ortsvorsteher und meinte, sich bestmöglichst für die Ortschaft eingesetzt zu haben. Insgesamt sei es sehr gut gelaufen, er dankte den Ortschaftsräten für eine harmonische Zusammenarbeit, und es habe meist einheitliche Beschlüsse gegeben.

Über Probleme müsse eben geredet werden. Für beide Ausgezeichneten gab es Beifall aus dem Publikum.

Ruftaxi-Konzept vorgestellt

Jürgen Goldschmitt von der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber (VGMT) informierte zum Ruftaxi-Konzept mit vielen Fakten, Zahlen und trefflichen Beispielen. Er sagte, der öffentliche Nahverkehr gewinne an Bedeutung, und die VGMT sehe als ihre Aufgabe, dies der Bevölkerung nahe zu bringen.

Das Ruftaxi-Konzept, so Goldschmitt, sei eine Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) außerhalb der Zeiten, an denen Linienbusse fahren.

Ein Ruftaxi fahre zwischen 8 und 22 Uhr, auch an Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien, fahre von Bushaltestelle zu Bushaltestelle, müsse jedoch vorher bestellt werden.

Informationen könne man auf einem Fahrplan an Haltestellen erhalten, außerdem im Fahrplan-Buch, per Telefon unter 0621/1077077, welche rund um die Uhr besetzt sei, über das Internet oder die richtige App.

Das Ruftaxi-Konzept ergänze das bestehende Angebot von Bus und Bahn, solle Lücken schließen und die Grundmobilität sicherstellen. Ein Ruftaxi koste so viel wie der öffentliche Bus und fahre auch für nur eine Person von A nach B. Der Main-Tauber-Kreis sei in verschiedene Ruftaxi-Korridore eingeteilt, Verbindungen liefen über Knotenpunkte. Das Kostenvolumen von 500 000 Euro werde durch den Main-Tauber-Kreis getragen.

Goldschmitt unterstrich, das Ruftaxi-Konzept sei eine Verbesserung. Natürlich gebe es nicht für alle Fälle vernünftige Anbindungen. Er erläuterte verschiedene Beispiele von Verbindungen mit dem Ruftaxi aus einer „Fülle von Möglichkeiten“, bat Interessenten, sich ausgiebig zu informieren, beantwortete diverse Zwischenfragen aus allen das Thema tangierenden Bereichen. Der Referent erklärte die jeweilige Vorgehensweise für unterschiedliche Situationen und was zu tun sei bei der Bestellung. Allgemein gelte: „Verbindung suchen, rechtzeitig anmelden, an die Haltestelle gehen, mit dem Ruftaxi bequem zum Ziel fahren.“

Ganz andere Inhalte hatten die Informationen zum dritten Bauabschnitt des Wohngebiets „Untere Dorfwiesen“, welche Hubert Burger (Referatsleiter Liegenschaften bei der Stadtverwaltung Wertheim) bereitstellte. Dieser zeigte sich froh, dass dieses Jahr für Höhefeld zehn Bauplätze „in einem Rutsch“ zur Verfügung stünden.

Spekulation vermeiden

Es gebe drei Anfragen, davon zwei feste Zusagen, sieben Bauplätze seien noch übrig. Die Plätze hätten Größen von 502 bis 860 Quadratmeter, „ein bunter Mix“. Der Quadratmeterpreis liege bei 114 Euro.

Auf verschiedene Fragen aus der Zuhörerschaft war zu erfahren, dass der kleine Weg zum angedachten Spielplatz nicht zum Ausbau geplant sei und dass beleuchtete Wiesen oder eine Spekulation mit Bauplätzen durch Bauabsprachen in zeitlicher Hinsicht vermieden werden sollen.

Die Frage, warum Bauplatzpreise in Höhefeld im Vergleich zu anderen Ortschaften hoch seien, beantwortete der Fachmann damit, dass der Gemeinderat die Bauplatzkosten so festlege, dass die entstandenen Kosten wieder erwirtschaftet werden. Hier käme die Umlegung des Kanals hinzu und dass zwei Plätze nicht bebaubar seien, finanziert werde nach verfügbarer Fläche.

Es herrsche Unverständnis im Ort, so war aus einem Beitrag heraus zu hören, dass besagter Kanal mit hineingerechnet worden sei. Technische Gründe geben den Ausschlag dafür, dass acht der Bauplätze Glasfaserkabel ans Grundstück bekämen, deren zwei aber nicht. Man regte zudem an, mit Blick auf die Zukunft weitere Versorgungsleitungen unterirdisch zu verlegen.

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