Wertheim

Gemeinderat Diskussion wegen Udo Schlachters Ausscheiden

Althaus verpflichtet

Archivartikel

Wertheim.Gut acht Monate nach der Kommunalwahl scheidet Udo Schlachter (CDU) auf eigenen Wunsch aus dem Gemeinderat aus. OB Markus Herrera Torrez verpflichtete am Montag seinen Nachfolger Michael Althaus. Wie berichtet, war eigentlich Egon Beuschlein an der Reihe. Der hatte sich aber wie Schlachter auf sein über zehnjähriges ehrenamtliches, kommunalpolitisches Engagement berufen, was den Verzicht gesetzlich ermöglicht.

Richard Diehm (Grüne) kommentierte: „Das ist mir noch nicht untergekommen.“ Schon nach einem halben Jahr auszuscheiden, obwohl als Spitzenkandidat angetreten, sei „Betrug am Wähler“. Ingo Ortel (SPD) schlug in die gleiche Kerbe und monierte, dass die Wahl ohne Schlachters Kandidatur möglicherweise anders ausgegangen wäre. „Wir haben einen guten Mann verloren“, spielte er auf Mirco Göbel an, der den Einzug in den Gemeinderat verpasst hatte.

Manfred Busch (Freie Bürger) bemängelte, dass Schlachter Ortsvorsteher in Dörlesberg bleiben wolle, obwohl er auch Zeitgründe für seine Entscheidung angeführt habe. Stefan Kempf (Bürgerliste) meinte, Schlachter habe den „schmutzigsten Wahlkampf, den Wertheim je gesehen hat“, geführt. Jetzt mache er sich aus dem Staub.

Birgit Väth (Grüne) zeigte dagegen Verständnis: „Veränderungen sind immer möglich. Wir sollten das respektieren.“ Bernd Hartmannsgruber (CDU) verteidigte die Entscheidung des früheren CDU-Fraktionschefs: Für Schlachter hätten sich neue berufliche Perspektiven ergeben, die terminlich mit den Montagssitzungen des Gremiums kollidierten. Schlachter habe seine Fraktion „umsichtig geführt“ und sich Verdienste erworben. OB Herrera Torrez verwies auf die Rechtslage: Die Gemeindeordnung lasse das Ausscheiden eines langgedienten Stadtrats zu. Das Gremium billigte schließlich das Ausscheiden bei drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung.

Zum Thema