Wertheim

„Abba hallo!“ „Solina“ gastierte im Gewölbe des Kleinkunstvereins Convenartis / Songs von Musikgrößen wie den Beatles, Tina Turner, Johny Cash und den Eagles zu hören

Akustisch oder elektrisch – oder doch lieber beides?

Wertheim.„Abba hallo!“ hieß das Programm, das vom Ensemble „Solina“ am Samstag im Gewölbe von Convenartis präsentiert wurde. Songs von Musikgrößen wie den Beatles, Tina Turner, Johny Cash und den Eagles kamen zur Aufführung. Zunächst nichts Außergewöhnliches, könnte man meinen.

In dieser Besetzung allerdings schon: Im Mittelpunkt stand nämlich ein Cello, gekonnt gespielt von Katrin Banhierl. Begleitet wurde sie von Michael Gundlach am Klavier und Dirko Juchem an verschiedenen Blasinstrumenten. Die ganze Darbietung kam ohne Gesang aus, man konnte sich ganz auf die bekannten Melodien und die Schönheit der Instrumentalmusik einlassen.

Die Mischung macht’s

Also Ausschluss jeglicher Elektronik? Ja, zumindest im ersten Teil. Dafür wurde es im zweiten Teil umso elektronischer, denn nun gingen ein E-Cello, ein Keyboard und verschiedene Verstärker für die Blasinstrumente an den Start. Es blieb den – leider nur sehr wenigen – Zuschauern überlassen, welche Version sie besser fanden – oder ob vielleicht gerade diese Mischung den Reiz des Konzertabends ausmachte.

Launige Moderation

Die dem Programm den Namen gebende Band „Abba“ eröffnete (akustisch) und beendete (elektronisch) die Vorführung, die einmal quer durch die Populärmusik des 20. Jahrhunderts führte. Zwischendurch brachten die launigen Bemerkungen des Moderators Michael Gundlach die Zuschauer zum Schmunzeln. Man merkte, dass die drei Musiker, die in ganz verschiedenen Ecken Deutschlands wohnen und sich immer wieder ein Wochenende zu Intensivproben in Augsburg treffen, musikalisch und menschlich sehr gut harmonierten.

Ebenso mit ihren Instrumenten, die schon fast Ensemblemitglieder waren. Etwa Gundlachs „Hochkantklavier“ – andere würden Akkordeon dazu sagen, sein Keyboard mit den „vielen japanischen Musikern, die mir helfen“ oder Juchems Flöte, mit der er „Flute Beat Boxing“ vorführte. Da wollte Banhierl natürlich nicht hinten anstehen und demonstrierte, wie man sich mit dem E-Cello selbst aufnehmen kann und dann mit einem Instrument quasi gleichzeitig sieben Celli zum Klingen bringt.

Auch wenn sich an dem Abend nur etwa 20 Zuschauer im Gewölbekeller einfanden, diese waren begeistert von den verschiedenen Möglichkeiten, die man aus den Instrumenten herauskitzeln konnte und vom Wiederhören alter Klassiker wie „Dust in the wind“, „The final countdown“ und „Hallelujah“ – unverkennbar und doch in einer ganz andere Darbietung. Und so wurde das Trio zum Schluss noch drei Mal per Applaus wieder auf die Bühne gerufen und die Darbietung endete mit dem Song, der wahrscheinlich ihr Schaffen und ihren Antrieb zusammenfasst: „Thank you for the music“ – natürlich von ABBA.

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