Wertheim

Aufführung Adonia-Projektchor gastierte mit „Isaak, so sehr geliebt“ in der Aula Alte Steige / Mitreißendes Bibel-Musical begeisterte

Abraham und Isaak mit dem Fahrrad unterwegs

Wertheim.Die Bibel zum Leben erweckte am Donnerstag der Adonia-Projektchor bei seiner Vorstellung in der Aula Alte Steige in Wertheim. Veranstaltet wurde der Abend von der christlichen Jugendorganisation Adonia und der Evangelischen Allianz Wertheim.

Insgesamt 76 Kinder und Jugendliche machten bei dem Projektchor mit und verwandelten die alttestamentarische Geschichte von der Opferung Isaaks in ein flottes und begeisterndes Musical mit dem Titel „Isaak, so sehr geliebt“. Das Besondere daran: Die jungen Künstler hatten nur vier gemeinsame Probetage.

Nur die beiden Hauptdarsteller, der 16-jährige Sören Leßke als Abraham und der 14-jährige Dustin Kraus als Isaak, hatten rund drei Wochen, um sich ihren umfangreichen Text einzuprägen. Die kurze gemeinsame Vorbereitungszeit merkte man dem rund 90-minütigen Stück allerdings zu keiner Zeit an, ganz im Gegenteil.

Die jungen Darsteller zeigten eine sehr gelungene und mitreißende Darbietung. Und auch der Chor und die Musiker präsentierten sich von ihrer besten Seite.

Vom Publikum wurde die äußerst kurzweilige Vorstellung mehrfach mit Zwischenapplaus bedacht. Nach dem Ende des Stücks wurden die Mitglieder des Projektchors mit lang anhaltendem Beifall von der Bühne verabschiedet.

Was die Zuschauer zuvor zu sehen bekommen hatten, war alles andere als eine reine Nacherzählung der biblischen Geschichte aus dem Buch Genesis, in der Abraham Gott seinen Sohn Isaak als Opfer darbieten soll. Bei der Handlung nahmen sich die jungen Mimen nämlich so einige künstlerische Freiheiten. So waren beispielsweise Abraham und Isaak nicht zu Fuß unterwegs, sondern mit dem Fahrrad. Das gab es zu Zeiten des Alten Testaments ja eigentlich noch gar nicht.

Aber Abraham hatte zum Glück eben gute Connections zu Gott, wie er augenzwinkernd anmerkte. Für viel Heiterkeit sorgte die Showeinlage „Lachflash – Die große Show des Lachens“. Das Intermezzo diente als vergnügliche Überleitung zur Geschichte, wie Gott Abraham offenbarte, dass seine Frau Sara ihm trotz ihres Alters von fast 90 noch einen Sohn schenken werde.

Sara entlockte die göttliche Offenbarung allerdings nur ein Lachen. Für Abwechslung sorgten auch die zahlreichen in die Handlung eingewebten Rückblicke. So ging es neben der Haupthandlung um Abraham und Isaak auf ihrem Weg zur Opferstätte auch um die zahlreichen Ereignisse, die sich vor und während der Reise der beiden ereignet hatten.

So erzählte Abraham seinem Sohn etwa während sie unterwegs waren von der Sklavin Hagar. Diese war von Abraham und seiner Frau Sara als Leihmutter für ihren langgehegten Kinderwunsch auserkoren worden und gebar den beiden ihren ersten Sohn Ismael.

Da es sich bei dem Stück laut Ankündigung um ein Musical handelte, durfte natürlich auch die Musik nicht zu kurz kommen. Mit mehr als einem Dutzend verschiedener Gesangsnummern sorgte der Chor dafür, dass die Handlung stets mit der passenden musikalischen Stimmung untermalt wurde. Das Repertoire umfasste dabei eine eindrucksvolle Bandbreite. Von fröhlichen, lebhaften Stücken über fast schon schwermütigen Klänge, etwa als Abraham mit Gott hadert, war alles dabei.

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