Wertheim

Ortschaftsrat Dörlesberger Ortsvorsteher beklagt fehlende Haushaltsmittel / Geschwindigkeitsmessanzeige gewünscht

2020 keine größeren Projekte möglich

Dörlesberg.Die Ortschaftsratsitzung Dörlesberg war durch Rück- und Ausblick geprägt. Außerdem gab es Informationen zum Thema Ruf-Taxi. Im Punkt aktuelle Informationen am Dienstag im Bürgerhaus gab Ortsvorsteher Udo Schlachter bekannt, dass die für die Sitzung geplante Blutspenderehrung entfallen müsse. „Die Stadtverwaltung hat trotz mehrfacher Nachfrage keine Liste der zu Ehrenden übermittelt“. Eine positive Nachricht konnte er hingegen in Sachen Funkmast der Telekom verkünden. Seit wenigen Tagen sei dieser in Betrieb. „Und das elf Monate nach Bauabschluss.“ Im ganzen Dorf sei nun das D1-Mobilfunknetz sowie Internet via LTE verfügbar. „Danke an alle, die sich geduldig zeigten und an die, die immer wieder nachfragten.“

Der Abriss der letzten alten Feldscheunen im Bereich des Neubaugebiets ist erfolgt. „Man kann nun alle Bauplätze einsehen“, so Schlachter. Abgeschlossen sei auch die Kabelverlegung im Gebiet. Die Gestaltung der Grünanlagen soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Und weil es die letzte Sitzung des beleuchtete der Ortsvorsteher die vergangenen Monate und wagte Ausblick auf das kommende Jahr. 2019 sei von den Kommunalwahlen geprägt gewesen. Die Erweiterung des Neubaugebiets Felder II wurde abgeschlossen. Auch mit dem Gewerbegebiet Hütäcker gehe es voran. „Beide Gebiete haben noch Kapazität und wir freuen uns über jede Neuansiedelung.“ Mit verschiedenen Baum- und Grünpflegemaßnahmen habe man der Erhaltung der öffentlichen Infrastruktur Rechnung getragen. Schlachter dankte allen Vereinen, die sich im Dorf einbringen. Sie würden vorbildliches bürgerschaftliches Engagement leisten. Beispielsweise habe die Feuerwehr ihre Räume komplett in Eigenleistung renoviert. Im kommenden Jahr wird die Wehr ein neues Fahrzeug erhalten.

In seinem Ausblick auf das kommende Jahr erklärte Schlachter, dass die nötigen Arbeiten im Dorf erledigt werden müssen und dies auch gelingen werde. Die für 2020 beantragten Haushaltsmittel werde der Ort jedoch nicht erhalten. In Folge dessen werden auch keine größeren Projekte umgesetzt werden können.

Ausgleichsflächen im Ort

In der Bürgerfragestunde drehte sich die erste Frage um die Umweltauswirkungen der Neubaugebietserweiterung. Ein Bürger stellte fest, an dessen Stelle vorher eine große Streuobstwiese angelegt war, die durch die Erschließung zerstört wurde. Aus seiner Sicht müsste das Anlegen der Ausgleichsflächen im Dorf erfolgen: „Da hätten auch unsere Nachfahren etwas davon.“ Zudem wollte er wissen, wie viele Bäume man auf den genutzten Wiesen von „Felder II“ registriert hatte und wie viele dafür neu gepflanzt werden. Schlachter konnte die Fragen nicht aus dem Stegreif beantworten. Er wolle sie jedoch an die Stadtverwaltung weitergeben. Ein anderer Bürger verwies darauf, dass man unabhängig von den Ausgleichsmaßnahmen, in diesem Jahr schon 50 Bäume im Dorf neu gepflanzt habe.

Ein weiterer Kritikpunkt der Bürger betraf das Thema Verkehr. So werde unter anderem am Weg beim Friedhof deutlich schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer gefahren. Die Mehrheit der Raser sei ortsansässig, wurde betont. Ein weiterer Bürger bedauerte, dass die Autofahrer trotz rechts vor links Regel im Neubaugebiet nicht die nötige Vorsicht walten lassen. Schlachter verwies darauf, dass die Stadt Wertheim im kommenden Haushalt Geld für mehr Geschwindigkeitsanzeigetafeln einstellen will. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass Dörlesberg eine feste Anzeigetafel erhält“, versprach Schlachter. Beim Bewuchs werde man darauf achten, dass dieser die Sicht nicht verdeckt. Schlachter hofft zudem, dass im Haushalt der Stadt auch Mittel für weiteres Personal im Bereich Ordnungsamt eingestellt wird. Dies würde mehr Kontrollen ermöglichen. „Offensichtlich helfen nur Strafen, um die Menschen zur Vernunft zu bringen“, sagte er.

Jürgen Goldschmitt, von der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber (VGMT) stellte das Ruftaxi-Angebot vor. Alle Haltestellen in Dörlesberg werden vom Ruf-Taxi bedient. Auf Nachfrage eines Bürgers erklärte er, dass im Regelfall das letzte Ruf-Taxi um 22 Uhr fahre. Bei Veranstaltungen in Bronnbach und auf der Wertheimer Burg gebe es teilweise auch spätere Verbindungen. Von Januar 2018 bis September 2019 zählte das Ruftaxi in Dörlesberg je 86 Ein- und Aussteiger. In Dertingen dagegen zählte das Unternehmen 400.

Gefragt wurde nach einer direkten ÖPNV-Verbindung nach Hardheim. Goldschmitt begründete das Nichtvorhandensein dieser Verbindung mit einer historisch gewachsenen Unterteilung des Nahverkehrs. Am Ende forderte Goldschmitt die Bürger auf, die Anregungen zum öffentlichen Personennahverkehr haben, sich beim VGMT zu melden. Dies gilt auch bei Problemen mit dem ÖPNV. Ziel sei es, das Angebot zu verbessern und auszubauen.

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