Wertheim

Haushalt Planansatz deutlich übertroffen / Keine neuen Schulden, keine Kreditaufnahme und deutliche Rücklagenerhöhung

„2018 war ein gutes Jahr für Wertheim“

Wertheim.Noch bevor die Doppik im nächsten Jahr im Finanz-Haushalt der Stadt greifen wird, konnte Bürgermeister Wolfgang Stein das nun rechnerisch abgeschlossene Haushaltsjahr 2018 nach dem gut nachvollziehbaren Verfahren der Kameralistik darstellen.

Ging der Haushaltsplan für 2018 noch von einem Gesamtvolumen von 73,6 Millionen Euro aus, so kam unter dem Strich ein Volumen von 81,5 Millionen Euro zusammen – eine Abweichung (im positiven Sinn) von rund 10,8 Prozent.

„Man kann das Fazit in drei Worten zusammenfassen: keine Kreditaufnahme, Schuldenabbau und darüber hinaus Rücklagezuführung“, so Stein. Zusammenfassend sagte er: „2018 war ein gutes Jahr für Wertheim“. Am Ende wird die Stadt laut Stein auch im Jahr 2020 noch von diesem guten Ergebnis profitieren, und das nicht nur, weil ausreichend Rücklagen gebildet wurden.

Der Verwaltungshaushalt wurde laut Plan mit 59,2 Millionen Euro angesetzt, erreichte 63,9 Millionen Euro. Ursache für die deutliche Steigerung sind beispielsweise 2,3 Millionen Euro mehr Gewerbesteuereinnahmen (insgesamt 21,8 Millionen Euro) und 0,7 Millionen Euro mehr Schlüsselzuweisungen als angesetzt sowie weniger Ausgaben, beispielsweise für Personal oder Erstattungen. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt war ursprünglich mit 4,8 Millionen Euro angesetzt. Sie verbesserte sich deutlich auf 9,3 Millionen Euro. Als Folge davon wies der Vermögenshaushalt nach Abschluss ein Volumen von 17,5 Millionen Euro auf und liegt damit 3,2 Millionen Euro über dem Plan.

Durch diese positive Entwicklung im Vermögenshaushalt wurde die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 2,2 Millionen Euro nicht notwendig. Außerdem konnte der Schuldenstand der Stadt um rund eine Million getilgt werden. Anstatt 0,5 Millionen Euro aus den Rücklagen zu entnehmen, konnte die Stadt ihre Rücklagen um rund 3,8 Millionen Euro verbessern. Sie betrugen nach Rechnungsabschluss 9,2 Millionen Euro. Größter Posten im Vermögenshaushalt waren die Baumaßnahmen. Sie machten mit rund 8,9 Millionen Euro knapp die Hälfte des Vermögenshaushaltes aus. Größere Maßnahmen waren beispielsweise die Kinderstagesstätte Bettingen (250 000 Euro) oder das Dorfcafé in Kembach (292 000 Euro). Dazu kommen diverse Straßensanierungen und Tiefbauarbeiten, wie in der Schleutleinsklinge.

Prüfer Willibald Goldschmitt formulierte in seinem Prüfergebnis, dass nach bestehenden Vorschriften verfahren und der Haushaltsplan eingehalten wurde, Rechnungsbeträge belegt sind sowie Schulden und Vermögen richtig nachgewiesen wurden. Bei einer Nettoinvestitionsrate von 8,25 Millionen Euro sprach er von einer „guten Aufgabenerledigung“.

Wertheims Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez brachte seine Zustimmung zum positiven Ergebnis zum Ausdruck. Für ihn sei vor allem wichtig, dass die Veränderungen gegenüber des Planansatzes im Gremium und damit auch in der Öffentlichkeit transparent dargestellt werden. „Diese positive Abweichung gibt uns Spielräume für den Haushalt 2020, die wir nutzen müssen“, so Herrera Torrez.

Axel Wältz (CDU) sprach vom nun „aufgelegten Tafelsilber“, Birgit Väth (Bündnis 90/ Die Grünen) von einem echten Grund zur Freude und Manfred Busch (FBW) von „Lob und Anerkennung“. Brigitte Kohout (SPD) erinnerte zudem daran, dass die deutliche Zuführung zur Rücklage auch aus der Verschiebung der Baumaßnahme an der Otfried-Preußler-Schule resultiere. Am Ende stimmte der Ausschuss dem festgestellten Ergebnis einhellig zu. hei

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