Wertheim

Arbeitsauflage von 20 Stunden

18-Jähriger lagerte Drogen in Wohnung

Archivartikel

Wertheim.In seiner Wohnung in Külsheim lagerte im September 2017 ein damals 18-Jähriger 9,6 Gramm Marihuana und 1,09 Gramm Haschisch. Deswegen kam es jetzt zur Strafverhandlung beim Amtsgericht Wertheim. Verschiedene Punkte wirkten sich mildernd auf das Strafmaß aus: Bis zur Verhandlung verstrich einige Zeit, der Beschuldigte hat keine Eintragungen im Erziehungsregister und er hat die Tat gestanden. So konnte auf die Ladung von Zeugen verzichtet werden.

Die Polizei beschlagnahmte beim Beschuldigten unter anderem eine Feinwaage, einen Zerkleinerer sowie das Handy. Der junge Mann meinte nun, er habe unter ADHS und „Unruhigen Beinen“ gelitten. Da Medikamente nicht halfen, habe er sich Cannabis besorgt. Wegen negativer gesundheitlicher Auswirkungen habe er sich vor einem Jahr aus eigenem Entschluss und ohne fremde Hilfe von den Drogen gelöst. Die Gesamtdauer des Rauschgiftkonsums wollte er nicht nennen. Die Jugendgerichtshilfe gelangte zur Überzeugung, dass beim Angeklagte die Zeit des Drogenkonsums beendet ist.

Der junge Mann hat zu seinem leiblichen Vater keinen Kontakt. Das Verhältnis zum Stiefvater bezeichnete er als gut. Dieser und die Mutter hätten ihn nach der Kündigung während der Probezeit der Ausbildung und der späteren Arbeitslosigkeit unterstützt. Die Richterin verzichtete auf eine Betreuungsweisung (Hilfe einer sozialen Einrichtung aber auch Verpflichtung), da sie bei Widerwillen nichts bringe. Der Angeklagte sagte, ab Dezember könne er in Tauberbischofsheim in einem Geschäft eine Stelle antreten.

Wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln sprach die Richterin den inzwischen 20-Jährigen nach Jugendstrafrecht schuldig, und der Arbeitslose muss 20 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. goe

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