Wertheim

Aktion Regenbogen Mondfelder Läufer René Roth sammelt mit seiner Teilnahme am Berliner Mauerlauf Spenden

100 Meilen und 1750 Euro für krebskranke Kinder erlaufen

Archivartikel

Mondfeld/Wartberg.Das Laufen ist das große Hobby des Mondfelders René Roth. 2016 nahm er am 100-Kilometer-Taubertal-Lauf teil. Das Jahr darauf meisterte er die 100 Meilen durchs Taubertal. Den Lauf 2017 verband er erstmals mit der Spendenaktion „Mondfeld läuft für Aktion Regenbogen“.

Bereits ein Jahr zuvor sei der Wunsch aufgekommen, am Berliner Mauerlauf teilzunehmen, erzählte Roth. Im vergangenen Jahr habe die Teilnahme in Berlin nicht geklappt. „Es war kein gutes Laufjahr wegen der vielen Verletzungen.“

Mitte August war es dann soweit. Roth absolvierte die 100 Meilen, das entspricht 161 Kilometer, entlang des Verlaufs der früheren Grenze von Westberlin zur DDR. Auf weiten Teilen der Strecke führt heute ein Radweg entlang. Der Mauerweglauf findet seit 2011 statt und erinnert an die Opfer an der Grenze. Jedes Jahr wird einem anderen Opfer gedacht.

In diesem Jahr war es der Fluchthelfer Dieter Wohlfahrt. An der Stelle, an der er im Alter von 20 Jahren im Jahr 1961 von den Grenztruppen der DDR getötet wurde, gab es beim Lauf eine Wand an der die Läufer ihre Gedanken und Wünsche zur Thematik an eine Pinnwand heften konnten. „Beim Mauerweglauf steht eben nicht nur das reine Laufen im Vordergrund, sondern auch das Historische, das Mahnen und Erinnern“, so Roth. Er kann es bis heute nicht begreifen, wie diese Grenze und der Todesstreifen entstehen konnten.

In der Trainingsphase hatte Roth nie die gesamten 100 Meilen am Stück absolviert. Die längste Trainingsstrecke an einem Tag seien zwei Mal 30 Kilometer mit kurzer Pause gewesen. „Ich lief allerdings jeden Tag eine Strecke, so kamen pro Wochen etwa 120 Kilometer zusammen.“ Trainiert hatte er zu verschiedenen Tageszeiten. Durch das Training fühlte er sich gut vorbereitet. „Die 100 Meilen zu schaffen, ist dann reine Kopfsache.“ Man denke nur von Kilometer zu Kilometer.

„Wikinger unter den Läufern“

Die größte Herausforderung für ihn war die schwüle Hitze während des Laufs. Er laufe lieber bei Kälte als bei Hitze. „Da bin ich der Wikinger unter den Läufern“, lachte er. Hinzu kamen ein kleines Magenproblem vom Vortag. Eine psychische Herausforderung seien die „Singletrails“ gewesen, vor allem jene in der Nacht. Dabei handelt es sich um Streckenabschnitte, die so schmal sind, dass die Sportler nur hintereinander laufen können.

Eine weitere Besonderheit des Mauerlaufs sind die zahlreichen Ampeln, an denen man vor Überqueren der Straßen auf der Laufstrecke warten mussten. „Die bringen einem aus dem Lauftrott“, kommentierte Roth. Beim Zieleinlauf habe er dann nur noch gedacht: „Schön, dass es vorbei ist.“ Nach 23 Stunden und zwölf Minuten kam Roth als 164. Läufer ins Ziel. Insgesamt nahmen 1200 Läufer, davon über 500 Einzelläufer, am Mauerlauf 2019 teil. Ganz zufrieden war Roth mit dem Ergebnis nicht, er hätte sich eine kürzere Laufzeit gewünscht.

Glücklich war er jedoch darüber, dass er mit seiner Aktion krebskranken Kindern helfen kann. Im Vorfeld warb er bei allen Mondfeldern um Spenden für die Aktion Regenbogen im Zusammenhang mit seiner Teilnahme am Mauerlauf.

Am Donnerstagabend übergab er eine Spende von 1750 Euro an Brigitte Gläser und Michael Bannwarth, gleichberechtigte Vorsitzende des Vereins „Aktion Regenbogen“. Als Übergabeort hatten sich die Beteiligten passend das Stück original Berliner Mauer auf dem Wartberg auserkoren. Bannwarth nahm an der Spendenübergabe in Doppelfunktion teil. Er vertrat zugleich als dessen Präsident den Rotary Club Wertheim, der die Spendenaktion von Roth mit einem größeren Betrag unterstützt hatte. Weitere Spenden kamen von vier Mondfelder Privatpersonen sowie der Firma EDIS Anlagenbau Faulbach. Bannwarth beschrieb Roth bei der Spendenübergabe als „ganz lieben, gutmütigen Wahnsinnigen“. Er sei überwältigt von dessen Laufleistung. „Ich bin selbst Sportler und weiß was es heißt, sich zu überwinden.“

Eine Kette aus „Mutperlen“

Er zollte Roth allergrößten Respekt für diese Leistung. Fast 24 Stunden am Stück zu laufen sei unglaublich. „Wir sind stolz, dass er so etwas schon zum zweiten Mal für die Aktion Regenbogen gemacht hat.“ Die Spende wird laufende Projekte unterstützen. Dazu gehört die Musiktherapie für kranke Kinder, die Unterstützung von Forschungsprojekten in der Krebsforschung und die Aktion „Mutperlen“. Bei dieser bekommen Kinder für jede Untersuchung oder Behandlung eine Perle als Zeichen des dabei bewiesenen Muts. „Wenn Kinder eine zwei Meter lange Kette aus diesen Perlen haben, sieht man, was sie alles mitmachen müssen“, stellte Bannwarth fest. bdg

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