Werbach

Ganztagesgrundschule Pädagogisches Konzept der Bildungseinrichtung im Gemeinderat vorgestellt

Talente der Kinder und Jugendlichen besser fördern

Archivartikel

Werbach.Im Rahmen der öffentlichen Gemeinderatsitzung stellte Ulrike Münkel, Rektorin der Welzbach-Grundschule Wenkheim, das pädagogische Konzept für die geplante Ganztagesgrundschule (GTGS) vor. Die Entwicklung dahin vollziehe sich auf drei qualitativen Stufen und beschreibe Prozesse, die veränderbar seien. Die erste Stufe beinhalte die Initiierung von Prozessen, die Stufen zwei und drei die Implementierung und Weiterentwicklung sowie die verbindliche und routinierte Institutionalisierung bestimmter Prozess- und Qualitätsmerkmale, erklärte Münkel.

Gemäß bei einer Elternumfrage mehrheitlich geäußerten Wünschen sehe das für die GTGS entwickelte Konzept einen Ganztagesbetrieb in Wahlform an drei Wochentagen von 7.45 bis 15.45 Uhr vor. Das Konzept basiere auf zwei Gruppen mit insgesamt mindestens 29 Kindern, die am Ganztagesbetrieb teilnehmen. Wegen der Schulgröße werden Kinder, die ganztags und die nur halbtags die Schule besuchen, vormittags in gemischten Klassen unterrichtet.

„Es gehört zu unserem Schulprofil, dass wir genügend Zeit sowohl für Unterricht nebst Lern- und Übungsphasen sowie Förderung der Schüler haben als auch Zeit für Entspannung, Aktivpausen und Kreativangebote“, betonte die Rektorin. Anstelle homogener Lerngruppen sollen Frei- und Wochenplanarbeit sowie Lernen an Stationen, Lerntheken und Projekten im Unterricht erfolgen, um einer Differenzierung gerecht zu werden, dass jedes einzelne Kind sein individuelles Lerntempo sowie eigene Neigungen, Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten habe.

Der Vormittag beginne daher mit einer kompetenzbetonten Lernzeit, in der die Kinder in ihrem persönlichen Lerntempo ihre Fähigkeiten und Kenntnisse anhand von Wochenplänen erweitern können. Integriert in einen ersten Unterrichtsblock von zwei Schulstunden gestaltet die Lehrkraft eine vom Zeitpunkt flexible zehnminütige Pause mit entwickelten Bewegungs- und Vorlesespielen. Nach einer zweiten Spiel- und Bewegungspause folgt ein weiterer zweistündiger Unterrichtsblock. Für Halbtagesschüler endet der Unterricht um 12 Uhr.

Die Ganztagesschüler begeben sich nach dem Vormittagsunterricht in eine 60-minütige Pause mit Mittagessen in der Mensa im benachbarten Mehrgenerationenhaus. Ebenso wäre eine Teilnahme am gemeinsamen Essen für Dritt- und Viertklässler am Donnerstag möglich, da für diese an dem Nachmittag zweistündiger Unterricht im musischen oder sportlichen Bereich disponiert werde. Nach einer Spiel- oder Ruhepause stehen für die Ganztagsschüler Erledigen der Hausaufgaben, individuelles Arbeiten und Lernen mit digitalen Medien auf dem Programm. Nach der Lernzeit können die Schüler aus jahrgangsgemischten Angeboten von „Lerninseln“ auswählen, mit denen Interessen und Begabungen der Kinder individuell gefördert werden sollen.

Sofern von Eltern und Schulträger gewünscht, werde eine kostenpflichtige umrahmende Kinderbetreuung eingerichtet. Dies gelte sowohl für Zeiten vor dem Unterricht und nach dem Ganztag sowie gegebenenfalls mittwochs und freitags nach dem Unterricht als auch während den Schulferien. Gestaltet werden könne dies etwa durch Angebote der Musikschule Werbach etwa in Form von Flötenunterricht, Einzelunterricht an Blasinstrumenten oder gemeinsames Musizieren in Bläserklassen.

„Gemeinsam lehren und lernen in einer Atmosphäre, die es jedem Kind ermöglicht, sich persönlich zu entfalten und sich gleichzeitig an den Werten der Schule zu orientieren“, fasste Münkel als Leitbild besonders der GTGS zusammen. Ziel sei es, mit der Gemeinde und deren Einrichtungen, den örtlichen Vereinen, den Kirchen, mit Experten aus verschiedenen Bereichen und den Eltern die Schüler zu verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen. Friede und Toleranz sowie Verantwortung für sich und die Umwelt seien Bestandteile des angestrebten Leitbildes.

Für einen fairen, freundschaftlichen Umgang miteinander, bei dem sich alle wohl fühlen, werden Viertklässler zu „Streitschlichter“ ausgebildet.

Dies stelle ein zentrales Element der Gewaltprävention und Verbesserung des Schulklimas dar. Damit sich die Kinder in Notsituationen frühzeitig untereinander unterstützen könnten, werden sie bereits im Grundschulalter mit einfachen Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut gemacht und zusätzlich die Drittklässler zu „Juniorhelfern“ geschult.

Als weitere Elemente nannte Münkel „Gesundheitsförderung“, „Gesunde Ernährung“, „Lernorte in der Natur“, „Zusammenarbeit mit Eltern, Elternbeirat und Förderverein“, „Digitalisierung“ sowie „Schulsozialarbeit“. Unterstützt werden viele Ziele vom Programm „Klasse 2000“.

„Wichtig ist, dass nach der konkreten Maßnahmenumsetzung eine Situationsanalyse und Evaluierung der Ziele erfolgen, um gegebenenfalls das Konzept und Maßnahmen zu optimieren“, kündigte die Rektorin an. pdw