Werbach

Ehemalige Synagoge Vokalensemble „Notabene“ überzeugte

Religion und Kultur miteinander verbunden

Wenkheim/Unterschüpf.Die acht Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles „NotaBene“ haben zwei stimmige Orte für ihr Programm „Wir sind verbunden!“ ausgesucht: die ehemalige Synagoge in Wenkheim und die Kulturkirche in Unterschüpf: Beide Stätten verbinden Religion und Kultur miteinander.

Auf der Suche

Darum ging es dem innovativen Ensemble aus dem Taubertal in seinen einstündigen Konzerten: Ob im christlichen „Kyrie“ von Josquin des Prez oder dem georgischen „Kirialesa“, ob im jüdischen „Ravta et Rivam“ oder den famosen Volksliederarrangements des New Yorker Musikdozenten Reiko Füting, ob in Christian Lahusens „Komm Trost der Welt“ oder dem „Gaelic Blessing“ von John Rutter: Immer sind Menschen auf der Suche nach dem, was in der Tiefe wurzelt, verbindet, heilt, wenn sie „Tiefglaubende“ sind, wie Sänger und Moderator Markus Sellen eindrücklich vermittelte.

Ein Höhepunkt der Liederabende war sicher die Improvisation zu „O Lord in Thee is all my trust“ (Thomas Tallis), die für Gänsehautgefühl sorgte. Chris Baumann am Saxofon umspielte den Vokalgesang kontrastierend, aber auch anschmiegsam, lotete Höhen und Tiefen aus, „zirkulierte“ die Klänge in Synagoge wie Kirche.

Texte rezitiert

Die rezitierten Texte von Cardenal, Rilke, Hesse und Buber oder aus der islamischen und buddhistischen Mystik eröffneten ähnlich wie die Instrumental- und Vokalmusik einen Raum, der den Alltag ins Verwurzeltsein mit der Erde, mit anderen Menschen in unendliche Sphären transzendiert.

Andacht

Was war das eigentlich? Konzert? Gottesdienst? Lesung? Vielleicht im besten Sinne: Andacht. Räume der Besinnung fanden jedenfalls die zahlreichen Besucher der Konzerte. Es war ein zukunftsweisendes Projekt, das das Vokalensemble auf den Weg gebracht hat.

Und dass die Sängerinnen und Sänger auf ihre Gage zugunsten von interreligiösen Engagements der Veranstalter verzichteten, verdient um so mehr Respekt. Wahe