Werbach

Sambia-Verein Im Rahmen der Mitgliederversammlung Bilanz für das vergangene Jahr gezogen

In dem afrikanischen Land schon viel bewegt

Böttigheim.Im Rahmen der Mitgliederversammlung blickte der Böttigheimer Sambia-Verein auf 2019 zurück. Da derzeit wegen Hallenrenovierung keine geeigneten Räumlichkeiten in Böttigheim vorhanden sind, organisierte Ludwig Sachs die Nutzung der Sporthalle Gerchsheim. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Anita Bartsch stellten sich die Funktionsträger des Vorstands selbst vor. Danach gedachte man des verstorbenen Gründungsmitgliedes Gregor Schmidt.

Abwechslungsreich

Abwechslungsreich war der Bericht von Schriftführerin Bernadette Koska. Sie informierte über die erfolgreichen Benefiz-Konzerte, über Aktionen einzelner Schulen, die mit Spendenläufen oder anderen Aktivitäten einen Beitrag zur Finanzierung der Schulfrühstücks-Projekte leisteten. Außerdem fanden bei einzelnen Mitgliedern Events zugunsten des Sambia-Vereins statt: So die Just-White-Party in Offenbach, die Glühwein-Hofparty in Höchberg, die Märchenstunde in Neubrunn, der Ostereier-Verkauf in Bonn, die Aufstellen von Spendenboxen in Tauberbischofsheim, die Sambia-Verkaufs-Bude auf dem Würzburger Weihnachtsmarkt und die Tombola in Böttigheim und Urphar.

Weiter berichtete sie über die beiden Sambia-Reisen 2019. Anita Bartsch war im Mai mit Projektleiterin Annette Bellenberg und im Oktober mit ihrem Mann Horst und Kerstin Hälker in Sambia unterwegs, um nach Kindern zu sehen und die Projekte zu begutachten. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Neugestaltung der Vereinshomepage. Zeitgleich wurden der Facecook- und Instagram-Account eröffnet.

Zu den laufenden und 2019 abgeschlossenen Projekten gab es zu berichten, dass der Verein ein tägliches Schulfrühstück für zwei Schulen in Sambia mit 1100 Kindern finanziert. Außerdem erhalten 58 alte Menschen in St. Kalemba, dem Hauptwirkungsort des Vereins, in einer Art „Tafel“ Lebensmittel und das Nötigste zum Leben. Ein weiteres Projekt organisiert das Ernährungsprogramm für an Aids infizierte Kinder. Außerdem finanzierte der Verein 2019 Renovierung bzw. Neubau eines Schulgebäudes, da die bisherigen Klassenzimmer alt und baufällig waren. Zudem wurden für diese Schulen Tische, Bänke, Lehrerpulte und Schränke bestellt.

Ein weiteres hochwertiges Projekt ist die Ausbildung von sechs Jugendlichen zu Krankenschwester/-pfleger. Sie erhalten die Ausbildung auf einem College. Diese Qualifizierung ist kostenintensiv, da neben der College-Gebühr auch Unterkunft, Essen sowie Lehrmittel finanziert werden müssen. Fünf weitere Patenkinder müssen aufgrund der häuslichen Verhältnisse in einer Boarding-School, einer Art Internat, zur Schule gehen, da sie sonst niemanden mehr haben, der sich um sie kümmert.

Schließlich wurde das Projekt „Hammermühle“ in Solwezi vom Vorstand genehmigt: Die Männer, Frauen und Kinder mussten bisher einen langen Weg auf sich nehmen, um die geernteten Maiskörner zu mahlen.

Die neue Hammermühle steht nun in unmittelbarer Nähe zum Dorf und kann von jedem kostenfrei genutzt werden.

Ende 2019 hatte der Verein 185 Mitglieder und 137 Patenschaften.

Nach der Vorstellung des Kassenberichts durch Manfred Zwieb erfolgte die Entlastung von Kassierer und Vorstand, die einstimmig durchging.

Beitrag zur Selbständigkeit

Nun fand die Ansprache des zweiten Bürgermeisters Peter Klingler statt. Er resümierte, dass der Verein mit Ausbildung und Ernährung von Kindern und Jugendlichen in Sambia einen großen Beitrag zur Selbständigkeit im eigenen Land leiste. Zum Schluss merkte er an, dass der Sambia-Verein in nur acht 8 Jahren seines Bestehens zum größten Verein der Gemeinde gewachsen sei.

Im Anschluss stellten Projektleiter ihre Arbeit vor. Beate Schön ist für das Schulfrühstücks-Projekt zwischen der Verbandsschule in Faulbach und der Kaula-School in Sambia verantwortlich. Außerdem betreut sie das noch im Aufbau befindliche „Fahrrad-Projekt. Hier sollen bevorzugt Schülerinnen mit einem weiteren Schulweg als vier Kilometer ein eigenes Fahrrad erhalten.

Als nächstes befasste sich Dr. Annette Bellenberg mit ihrem „Aidskinder-Ernährungs-Projekt“. Sie finanziert eigenständig und in Abstimmung mit dem Leiter des Krankenhauses Manyinga die Ernährung von 75 an Aids infizierten Kindern und Babys.

Es folgte die Präsentation von Ines Hoee zum Status der „Nähschule im Busch“, die vom Verein und in enger Zusammenarbeit mit dem örtlichen Pfarrer betrieben wird. Inzwischen wurden bereits 25 Frauen und Männer in einer 18-monatigen Lehrzeit zum Schneider ausgebildet. Derzeit wird die zweite Schulungsgruppe mit 18 Azubis ausgebildet.

Der letzte Vortrag bezog sich auf den geplanten Bau einer Nähfabrik mit bis zu zehn Arbeitsplätzen auf dem Grundstück der Nähschule in St. Kalemba. Uwe Berndt, der Projektleiter informierte über den aktuellen Stand der baulichen Planungen sowie zum Finanzierungsplan.

Den Ausblick 2020 übernahm Anita Bartsch. Sie fand lobende Worte für die drei aktiven Helfer in Sambia. Das Netzwerk funktioniert einwandfrei, dank moderner Medien ist ein täglicher Informations-Austausch jederzeit möglich. Die Aktion: „masks and more“ war erfolgreich: In der Nähschule in Sambia wurden Gesichtsmasken genäht und mit Spendenmitteln Seife und Hygienemittel gekauft. Insgesamt wurden zwei Krankenhäuser und fünf Schulen mit genügend „Fight-against-Covid19-Mitteln ausgestattet.

Eine andere Spendenaktion waren die „Warmen Decken gegen die Winterkälte“. In den kalten Winternächten in Sambia leiden vor allem die Ärmsten. Es wurden Decken für alle Patenkinder sowie für 52 alte und gebrechliche Menschen in Sambia gekauft und verteilt. Die Finanzierung dieser Aktivitäten wurde nur durchgeführt, da auch im laufenden Jahr viele mit Geldspenden und Aktivitäten mitgeholfen haben. Anita Bartsch war mit dem Ergebnis 2019 mehr als zufrieden – und auch im laufenden Jahr zeichnet sich eine positive Tendenz der Hilfe an. pm