Werbach

Schlepperfreunde Altertheim Zwölftes Treffen historischer Traktoren, zu dem rund 300 Fahrzeuge kamen

Event erneut ein Besuchermagnet

UnterAltertheim.Seit Jahren ist das Schleppertreffen an der Unteraltertheimer Wiesenmühle ein Besuchermagnet. Selten findet man so eine Dichte an alten und modernen Wirtschaftsfahrzeugen der Landwirtschaft.

Manche sehen aus, als wären sie gerade erst vom Feld zur Präsentation gekommen, andere sind als echte Schmuckstücke liebevoll wieder hergerichtet. So wie der 66 Jahre alte Lanz Bulldog von Gerd König. Extra für das Treffen hatte er nochmals alle Teile durchgesehen, einen Ölwechsel durchgeführt und die bulligen Reifen auf Dichtigkeit geprüft.

Dabei ist die Technik bei diesen alten Gefährten noch sehr überschaubar. Alle haben Dieselmotoren und sind mit neun bis 18 PS gegenüber heutigen modernen Schleppern stark untermotorisiert. Doch die Landwirte in der Vor- und Nachkriegszeit waren froh, motorische Unterstützung bei der Feldarbeit zu haben und nicht alles mit der Hand oder dem Pferdefuhrwerk erledigen zu müssen.

Oftmals waren auch Ochsengespanne im Einsatz, was sich viele der jüngeren Besucher des Schleppertreffens in Unteraltertheim nicht mehr vorstellen können. So etwas sieht man doch nur noch in alten landwirtschaftlichen Lehrfilmen oder im Urlaub in ärmeren Gegenden unseres Planeten. „Früher habe wir die Dinger gehasst, weil wir mit aufs Feld zur Arbeit mussten, heute bewundern wir die Schätze der Vergangenheit“, beschrieb eine Besucherin ihre Stimmung bei der Ansicht der vielen Traktoren und Zugmaschinen.

Zum Glück gibt es noch ein paar Sammler, die sich der alten Stücke annehmen und sie teils originalgetreu wieder herrichten. Viele ehemalige Traktoren fristen in irgendwelchen Scheunen ein tristes Dasein. Eingestaubt und fast vergessen warten die Schätze der Vergangenheit, bis sie ein Kenner entdeckt und wieder zum Leben erweckt.

Egal, ob Lanz, Porsche, Krämer, Eicher, Deutz, Fahr, Hanomag oder Fordson und Mc Cormick, alle sind wohlklingende Namen in der Schlepperszene. Die ehemaligen Zugmaschinen und Multitalente sind Zeugnisse der technischen Entwicklung, welche in der Landwirtschaft in den letzten 80 Jahren stattgefunden hat.

Theo Spiegel ist Stammgast beim Schleppertreffen in Unteraltertheim. Selbst besitzt er drei historische Schlepper, die liebevoll hergerichtet sind. Alle sind fahrbereit und könnten auch an der großen Ausfahrt teilnehmen, aber es sind schon zu viele andere Fahrzeuge angemeldet. Teilweise haben die Fahrer Anfahrten von mehreren Stunden auf sich genommen, um am Schleppertreffen teilzunehmen. Dann haben sie an ihren Schleppern Wohnwagen angehängt und in denen schlafen sie dann am Festplatz. An den Fahrzeugen sieht man viele Kennzeichen der Altlandkreise MAR, TBB, BCH, MGH, MSP, KT, KÜN oder GEO. Treckerfahrer lieben ihre Fahrzeuge und pflegen sie sehr.

Manchmal tauschen sie sich untereinander aus, helfen sich bei Reparaturarbeiten. „Bei den Maschinen kann man noch sehr viel selbst machen“, freut sich Theo Spiegel jedes Mal, wenn er auf seinem Bock sitzt und mit dem Traktor durch die Landschaft fährt. Das gefiel auch Landrat Eberhard Nuß. Er durfte die Ausfahrt durch die Fluren Altertheims anführen, natürlich stilecht in einem 66 Jahre alten Lanz Bulldog. Der wurde im Geburtsjahr des Landrates in Dienst gestellt und arbeitet auch heute noch zuverlässig. mae