Werbach

Großer Grund zur Freude 40 Männer und Frauen begingen in Niklashausen ihre Jubelkonfirmation

Eine gute Gelegenheit zum Innehalten und Zurückschauen

Archivartikel

Niklashausen.Über 40 Frauen und Männer feierten am Sonntag in der evangelischen Kirche in Niklashausen ihre Jubelkonfirmation. Sie alle waren vor 25, 50, 60, 65, 70 oder gar 75 Jahren in Niklashausen oder in Höhefeld konfirmiert worden.

Der Festgottesdienst mit Pfarrerin Heike Dinse bot einen würdigen Rahmen. Musikalisch wurde er von Martina Deufel an der Orgel mitgestaltet.

Die Jubelkonfirmanden zogen zu Glockengeläut und Orgelmusik in die Kirche ein. Die Pfarrerin meinte, der Tag sei für all jene vom silbernen bis hin zum kronjuwelenen Jubiläum ein Tag der Freude und des Dankes dafür, dass Gott auf dem bisherigen Lebensweg dabei gewesen sei. Die Textzeilen des ersten Liedes unterstrichen den Gedanken: „Nun lasst uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben.“ .

Pfarrerin Dinse sagte, bei der Konfirmation sei Gott versprochen worden, mit ihm unterwegs zu bleiben. Es gelte auch, an schöne und an schwere Zeiten zu denken. Manchmal habe man die Wegbegleitung Gottes nicht gespürt oder gar vergessen. So ergehe die Bitte an Gott, „sei mit gutem Geist mitten unter uns“. Die Schriftlesung betonte, Gott habe den Menschen nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Die Pfarrerin stellte bei ihrer Predigt einen Text aus Jeremia heraus: „Nehmt die Wege der Vorzeit. Schaut und sucht, wo die Pfade und Wege zum Guten sind. Die geht, dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“ Ein Ruderer sei ein Bild für das Leben im Fluss der Zeit. Wenn er rudere, sehe er nicht, wohin er fahre. Er sehe allein was hinter ihm liege. Was die Zukunft bringt, sei verborgen, die Zukunft komme auf einen zu. Sich zu oft nach der Zukunft umzuschauen, um etwas von dem zu erfassen, was komme, bringe nicht recht voran. Je mehr der Ruderer bei der Sache sei, so die Pfarrerin, umso mehr könne er sich auf den Moment konzentrieren und weiter rudern.

Spuren des Lebens

Es reiche vollkommen aus, auf die Spuren zu achten, die das Boot und der Schlag der Ruderblätter hinterlassen haben. An der Spur, die das Leben gezogen habe, lasse sich manches für die Zukunft lernen.

Dinse betonte, das Konfirmationsjubiläum sei auch Anlass, um innezuhalten und um zurückzuschauen. Hinzu komme möglicherweise die Frage, was es zu bewahren gelte und was man mit in die Zukunft nehmen möchte. Leben liege vor den Menschen, verbunden mit Hoffnungen und Ahnungen, vielleicht auch mit Befürchtungen.

Dinse schaut auf die Zeit, als die Konfirmanden 14 oder 15 Jahre alt waren. Viele hätten Aufbrüche und Umbrüche erlebt, manch Gutes sei aus solchen Umbrüchen erwachsen, was sich oft erst in der Rückschau zeige. Gleiches gelte für die Wege, die Holzwege gewesen seien. Sicher habe es auch die eine oder andere Enttäuschung gegeben, Wunden, die das Leben hinterlasse.

Der Blick zurück sei zugleich ein Blick nach vorne, unterstrich die Pfarrerin. Es gehe darum, aus Erfahrungen für die Zukunft zu lernen. Das sei das Privileg der Erfahrenen gegenüber den Jungen, man wisse um seine Stärken und Grenzen. Das gebe innere Freiheit und Gelassenheit. Erst mit einigem Abstand erkenne man mitunter, dass es Gott war, der mit den Menschen unterwegs gewesen sei, der schützend seine Hand über diese gehalten habe.

„Es ist gut, wie es ist“ könne aus innerer Ruhe heraus gesagt werden. Daraus könne Gelassenheit und Zuversicht erwachsen. Gott, der bisher geleitet und bewahrt habe, dem viel Gutes zu verdanken sei, werde auch in Zukunft führen und leiten.

Man wiederholte gemeinsam das Bekenntnis zum christlichen Glauben. Pfarrerin Dinse stellte der Gemeinde die Jubelkonfirmanden vor. Abschließend stellte sie fest: „Sie haben Liebe erfahren und Liebe gegeben“, könnten nun zurückschauen auf einen Lebensabschnitt. Man gedachte in Stille, was Gottes Treue für den Einzelnen bedeutet.

Die Pfarrerin segnete die Konfirmandengruppen. Der jeweilige Konfirmationsspruch wurde verlesen. Urkunden wurden übergeben, desgleichen persönliche Glückwünsche. Es folgte die Feier des Abendmahls und ein gemeinsames „Vaterunser“.

Pfarrerin Dinse segnete abschließend die ganze Gemeinde. hpw