Werbach

Synagoge Gedenkstunde zur Reichspogromnacht 1938

Die Erinnerung wach halten

Wenkheim.Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Gemeinde Werbach und der Verein „die schul“ – Gedenkstätte Synagoge veranstalteten zur Erinnerung an die Pogromnacht vor 81 Jahren eine Gedenkstunde. Wegen des regnerischen Wetters wurde die Veranstaltung vom Ort des Gedenksteins für die nach Gurs deportierten Juden in die ehemalige Synagoge verlegt.

Die Gäste entnahmen den einleitenden Worten von Bürgermeister Ottmar Dürr, dass die Juden seit dem Mittelalter in Wenkheim „mitten unter uns lebten“. „Wir wollen hier, wo jüdisches Leben erloschen ist, die Erinnerung daran wach halten“, waren seine deutlichen Worte, die mit dem Appell endeten, dass die „wertvollen Güter unseres Gemeinwesens wie Menschenwürde, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz nicht von Rassenhass, Intoleranz und Antisemitismus verdrängt und kaputt gemacht werden“.

Silke Ortwein, DGB-Regionalsekretärin blickte nach einem von ihr vorgetragenen Musikstück zurück auf die Ereignisse am 9. November 1938. „Wir dürfen uns im Rückblick nicht nur den Opfern und den „anonymisierten Taten zuwenden, sondern müssen auch den Mut haben die Täter zu benennen. Ohne Täter gibt es keine Tat – und zu unserer Geschichte gehören auch die Täter und nicht nur die Opfer!“, waren ihre klaren Worte.

Sie forderte die Anwesenden auf, sich klar gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus im Alltag zur Wehr zu setzen, damit „spätere Generationen uns keine Vorwürfe machen werden, weil wir nicht gehandelt haben“, wenn ähnliche Dinge wieder vor unseren Haustüren geschehen. „Man braucht heute Mut, um gegen neues Unrecht anzugehen“, so Silke Ortwein. Sie gab einen Hinweis auf die Miklos Klein Stiftung im Bergwerk Kochendorf (Landkreis Heilbronn), wo über das Schicksal von Opfern wie KZ-Häftling Pierre Dawance anhand von Ausstellungstafeln berichtet wird.

Mit einem weiteren von ihr vorgetragenen Lied leitet sie über zum Gedenken an die von Wenkheim nach Gurs (Südfrankreich) verschleppten Wenkheimer Juden, die anschließend in den Vernichtungslagern des Ostens den Tod fanden. Als Erinnerung wurden deren Namen genannt und für jedes Opfer ein Licht angezündet i re