Werbach

Europäischer Kulturwanderweg Wanderung mit Eröffnung am 11. Oktober

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Archivartikel

Gamburg.Der zweite Abschnitt des 113. Europäischen Kulturwegs des Archäologischen Spessartprojekts (ASP) zwischen Gamburg, Niklashausen, Höhefeld und Bronnbach wird am Sonntag, 11. Oktober, offiziell seiner Bestimmung übergeben. Initiiert wurde das Projekt von Goswin von Mallinckrodt, Burgherr und Touristiker auf der Gamburg ob der Tauber, sowie Dr. Gerrit Himmelsbach, Projektleiter des Spessartprojekts.

Nach seiner Eröffnung wird dieser 113. Kulturweg des Archäologischen Spessartprojekts der erste in Baden-Württemberg sein.

Über Jahre wurde eine Arbeitsgruppe interessierter Heimatfreunde versammelt und Sponsoren gefunden. Im Oktober 2019 wurde der erste Abschnitt des Kulturwegs zwischen Gamburg und Niklashausen feierlich eingeweiht. Durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie musste die Eröffnung des zweiten Abschnitts zwischen Höhefeld und Bronnbach zunächst verschoben werden.

Der mit einem gelben EU-Schiffchen markierte Rundweg konzentriert sich vor allem auf die Vielfalt der Kulturlandschaft, die in einem eigenen Faltblatt sowie auf verschiedenen Informationstafeln entlang der Strecke erläutert wird. In der Tradition der bestehenden Kulturwege des ASP sollen gerade die unauffälligen Dinge, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht als spannendes Zeugnis der Kulturlandschaft erkennt, für Bewohner und Besucher hervorgehoben werden. Drei Bahnhaltepunkte erleichtern den Wanderern dabei die Erkundung der einzelnen Etappen.

Die Eröffnung beginnt um 11 Uhr mit Grußworten am Sportplatz Höhefeld. Anschließend beginnt die Begehung des Panorama-Rundweg am Höhefelder Neuberg mit einem spektakulären Fernblick ins Taubertal sowie Informationen zum archäologischen „Höhefelder Fund“. Nördlich davon erstreckt sich die Kulturlandschaft „Frau Holle“ mit einem Grenzbaum unterhalb des Knollenbergs und dem Seebrunnen, in dem geheimnisvolle Wassermädchen wohnen sollen.

Um 12.30 Uhr folgt ein gemeinsames Mittagessen im Sportheim Höhefeld. Danach wird die Wanderung fortgesetzt. Im Ort selbst kündet eine Tafel zudem von der Kirchengeschichte und dem Naturkünstler Erwin Aichele.

Richtung Bronnbach kommt man, vorbei an einem ehemaligen Steinbruch und einer geheimnisvollen Steinhalde, zur nächsten Station: Dem womöglich nach einem Baumgeist, dem Bilwis, benannten „Pülversloch“, einem alten Flur- und Waldstück. Hier wird der Kulturweg von einem alten Grenzweg durchkreuzt, der zur mythologischen Straße wird: Der Sage nach rast der „Alte vom Berg“ mit seinem von fuchsigen Rössern gezogenen Wagen wie Wotans „Wildes Heer“ vorbei an der wildromantischen Felsenlandschaft des Feuersteigs, vorbei an den in alten Karten abgebildeten und noch heute durchnummerierten Grenzsteinen und vorbei an zwei keltischen Hügelgräbern im Pülversloch gen Höhefeld und Würzburg.

In Bronnbach zeigt ein eigener Rundweg zur Klosterlandschaft, wie sehr das ehemalige Zisterzienserkloster über Jahrhunderte die Umgebung durch Weinbau, Bewässerung und Schafzucht gestaltet hat.

Für 17 Uhr ist die Ankunft im Kloster Bronnbach geplant. Danach wird eine Rückfahrt nach Höhefeld per Bus angeboten.