Werbach

Gemeinderat Kalkulation und Satzung für die neuen Kindergartengebühren zugestimmt / Erhöhung als Staffelung vorgesehen

Beiträge steigen um rund zwei Prozent

Der Werbacher Gemeinderat hat der Anhebung der Kindergartengebühren zugestimmt. Diese soll in einer Staffelung zum 1. September und 1. Januar 2021 erfolgen.

Werbach. Der Gemeinderat Werbach hat in seiner Sitzung am Dienstag in der Turnhalle Wenkheim der Kalkulation und entsprechenden Satzung für die neuen Kindergartengebühren in Niklashausen in einer zweigeteilten Staffelung zum 1. September dieses Jahres und zum 1. Januar 2021 bei einer Enthaltung zugestimmt. Entsprechende Empfehlungen gelten für die kirchlichen Kindergärten in Werbach und Wenkheim. Die Erhöhung beläuft sich auf rund zwei Prozent zum 1. September.

Nahezu in jeder Kommune würden derzeit die Kindergartengebühren auf der Tagesordnung der Gemeinderäte stehen, so Bürgermeister Ottmar Dürr. In Werbach strebe man eine moderate Erhöhung an, das sei das erklärte Ziel von Gemeinderat und Verwaltung. „Denn gerade in Zeiten von Corona wollen wir die Eltern nicht über Gebühr finanziell strapazieren“, sagte der Bürgermeister.

Die Empfehlungen des Städtetags, Gemeindetags und der kirchlichen Träger für die neuen Kindergartengebühren ab dem 1. September 2020 liegen nun vor. Mit diesen Empfehlungen wird insgesamt ein Deckungsgrad von 20 Prozent der Gesamtkosten eines Kindergartenplatzes angestrebt. Die nun vorliegende Empfehlung sieht eine Anpassung um 1,9 Prozent vor, wie Verwaltungsmitarbeiter Bernhard Bach informierte. Entsprechend müsse die Umsetzung der Gebühren in der Gemeinde Werbach erfolgen. Während man bei den normalen Kindergartenplätzen die Empfehlungen weitgehend realisiert habe, gelte das bei den Krippenplätzen noch nicht. Geplant sei hier eine Angleichung ab 1. September bis zu 82 Prozent, ab 1. Januar strebe man bis zu 90 Prozent an, denn auf Dauer könne man den bisherigen Bonus in Werbach nicht weitergeben, so Bach. Die Erhöhung sei dabei in gestaffelter Form geplant.

Michael Zwingmann meinte, man sei fast daran gebunden, den Empfehlungen des Städte- und Gemeindetags nachzukommen. Dies geschehe auch so in den Nachbarkommunen. Angesichts der Corona-Krise sei es sinnvoll, die Erhöhung in gestaffelter Form vorzunehmen. Die schrittweise Anhebung der Kindergartengebühren könne er mittragen, erklärte Albrecht Rudolf. Trotz der Erhöhung bleibe man eine kinderfreundliche Kommune, wenn man sich das umfangreiche Betreuungsangebot anschaue, das den Eltern entgegenkomme. Nicht außer acht lassen dürfe man, dass die Kommune Werbach jeden Kindergartenplatz mit einigen tausend Euro bezuschusse. Eventuell müsse man im Einzelfall die Bedürftigkeit der Eltern überprüfen. Davon riet Bernhard Bach allerdings ab. Er verwies darauf, dass finanziell schwach gestellte Eltern zum Teil über andere Möglichkeiten unterstützt werden. Man biete in Werbach ein reichhaltiges Angebot, doch man komme auch an finanzielle Grenzen. In diesem Zusammenhang verwies Bach auf die Nachbargemeinden, die die Gebühren bereits erhöht hätten. Gleichwohl meinte Philipp Bopp, dass die Anhebung sehr hoch ausfalle. Man müsse sich an den Empfehlungen orientieren, unterstrich ebenso Bürgermeister Dürr. Und Verwaltungsmitarbeiter Bach bekräftigte, man werde die Anhebung schrittweise umsetzen, „auch wenn es wehtut“.

Ab 1. September gelten folgende Beiträge (auszugsweise): Für den Besuch von Kindern ab drei Jahren in einer Altersmischgruppe bei verlängerten Öffnungszeiten mit 32,5 Stunden in der Woche sind für ein Kind aus einer Familie mit einem Kind 176 Euro und für ein Kind aus einer Familie mit zwei Kindern unter 18 Jahren 135 Euro zu bezahlen. Für den Besuch von Kindern unter drei Jahren in der Krippengruppe bei 32,5 Stunden Öffnungszeiten in der Woche sind für das Kind aus einer Familie mit einem Kind 341 Euro und für ein Kind aus einer Familie mit zwei Kindern unter 18 Jahren 284 Euro zu entrichten.