Weikersheim

club w 71 Dokumentarfilm „Waldheims Walzer“ wird gezeigt

Wie politische Hetze wirkt

Archivartikel

Weikersheim.Der club w 71 setzt am Freitag, 7. Februar, um 20 Uhr seine Dokumentarfilmreihe mit dem Film „Waldheims Walzer“ fort.

In dem österreichischen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2018 schildert Regisseurin Ruth Beckermann, wie im Jahr 1986 während des Wahlkampfs des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten vom Jüdischen Weltkongress in New York die Lücken in seiner Kriegsbiografie aufgedeckt wurden. Dies hatte in Österreich zu nationalem Schulterschluss, antisemitischen Ausschreitungen und schließlich zu Waldheims Wahl geführt. Mittels internationalem Archivmaterial sowie Beckermanns selbst gedrehten Videoaufnahmen analysiert der Film den Zusammenbruch der österreichischen Lebenslüge, erstes Opfer der Nazis gewesen zu sein. Von besonderem Interesse ist dabei, wie es der Regisseurin gelingt, die Mechanismen der Mobilisierung hetzerischer Gefühle zu zeigen – damals wie heute.

Emotionen geschürt

Ruth Beckermann zu ihrem Film: „Als ich das Material, das ich vor 30 Jahren bei Demonstrationen gegen Waldheim gedreht hatte, wiedersah, war ich schockiert. Hatte ich vergessen, wie leicht Emotionen gegen Andere geschürt und von populistischen Politikern benutzt werden können? In Waldheims Walzer versuche ich zu analysieren, was damals los war. Und uns heute leider bekannt vorkommt, wenn wir an Trump, Kurz/Strache und andere Meister der ’alternativen Fakten’ und des Populismus denken.“ Der Film dauert 93 Minuten und ist zum Teil in Originalsprache (englisch/französisch) mit deutschen Untertiteln.