Weikersheim

Freundeskreis Tauberphilharmonie Intendant Mnich: „Perfekte Unterstützung für wunderbares Wahnsinnsprojekt“

Vor der 400-Mitglieder-Marke

Archivartikel

Weikersheim.Wenn Vereine für eine Mitgliederversammlung rund ein Drittel der Mitgliedschaft mobilisieren können, dann läuft es entweder ganz miserabel oder grandios. Beim Freundeskreis Tauberphilharmonie ist klar Letzteres der Fall: Der Verein gedeiht prachtvoll. Am Abend der Versammlung des erst 13 Monate zuvor gegründeten Vereins gehörten dem Freundeskreis 374 Mitglieder an.

Vor Start weg war der Zuspruch überwältigend, berichtete Vorsitzender Leonhard Sackmann: Zu den 75 bei der Gründungsversammlung eingetragenen Mitgliedern gesellten sich bis zum Jahreswechsel bereits knapp hundert weitere. Ein halbes Jahr später zählte man bereits rund 250, und die Chancen stehen gut, dass der in Weikersheim gut verankerte Verein – 70 Prozent der Mitglieder stammen aus Weikersheim und den Ortschaften – mit über 400 Mitgliedern ins neue Jahr wechselt.

In insgesamt zehn Vorstandssitzungen seit der Gründung, drei davon noch 2018, organisierten Vorstand und Beiratsmitglieder die Aktivitäten. Bereits beim Weihnachtsmarkt, später bei und mit Veranstaltungen rund um die Tauberphilharmonie, ging der Verein engagiert auf Besucher zu und warb um Aufmerksamkeit für das noch in Bau befindliche Kulturhaus. Großen Wert legte das Team auf Vernetzung, auch weit über die eigentliche Kulturszene hinaus. So bewährte sich etwa Schriftführer Hermann Lück als Kontaktmann zu den Schulen im gesamten Main-Tauber-Kreis.

Mit riesigem Engagement machten sich Vorstand, Beirat und zahlreiche Unterstützer unmittelbar nach der Gründung ans Werk, entwickelten bereits im ersten Quartal Ideen zu Info- und Werbematerialien. Rasant machten sie sich an die Realisierung der Ideen, präsentierten Schlag auf Schlag Logo, Flyer, Visitenkarten, Buttons und die Messewand, und führten eine große Mitglieder-Spendenaktion für den Empfangstresen im „Tauphi“-Foyer durch.

Bei Sommerfest und Baustellenführung nahm der Freundeskreis die Öffentlichkeit erfolgreich mit auf den Weg zur Eröffnung. Von der Eröffnungsfeier an war der Freundeskreis bei jeder Veranstaltung aktiv mit im Boot. Finanzielle Unterstützung einzelner Projekte – gefördert wurden die Konzertveranstaltungen zur Hauseröffnung und das Levit-Konzert, beschlossen die Bezuschussung des Orchesterkonzerts „Royal Prague Philharmonic Orchestra“ und der „Made in Main-Tauber“-Aktionswoche – ist das eine, die persönliche Unterstützung von Veranstaltungen beispielsweise durch Fahrdienst-Organisation das andere. So griffen Mitglieder eine alte Weikersheimer Jeunesses-Tradition auf und stellen Künstlern private Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Viele „Startanschaffungen“

Rund 14 000 Euro Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen sowie Spenden in Höhe von rund 6000 Euro verbuchte Schatzmeister Heinrich Koch. Die Ausgaben – darunter im ersten Jahr relativ viele Startanschaffungen (z.B. Werbemittel, Präsentationsmaterial, Versicherung etc) – belaufen sich bis dato auf knapp 2300 Euro. Der aktuelle Überschuss dürfte bis zum Jahresende zu einem guten Teil abschmelzen, da der Verein weitere Aktivitäten unterstützt.

Sehr gerne sei er zu dieser zweiten Mitgliederversammlung des „außergewöhnlichen Vereins“ in die Tauberphilharmonie gekommen, die für ihn persönlich „ein echter Wohlfühlort“ sei, so Bürgermeister Klaus Kornberger. Der zur gesellschaftlichen Größe gewordene Freundeskreis bewähre sich als „existenzieller Partner“. Kornberger lobte die perfekte und erfreuliche Kooperation von Intendanz, Freundeskreis und Stadt.

Intendant Johannes Mnich machte aus seiner Dankbarkeit für das Engagement dieses Netzwerks kein Hehl: „Ihr Einsatz, ihre Begeisterung, ihre Unterstützung und ihre Bereitschaft, jeden Aspekt dieses wunderbaren Wahnsinnsprojekts mitzutragen, haben meinem Team und mir gezeigt, welche Kräfte möglich sind, wenn viele Menschen gemeinsam ein Ziel verfolgen und sich dafür einsetzen,“ lobte er. „Ohne Sie wäre dieses Projekt sicher nicht so erfolgreich angelaufen.“ Voll aufgegangen sei der Plan, die Tauberphilharmonie nicht nur als Alleinstellungsmerkmal für die Jeunesses Musicales, sondern als „Haus für Alle, kulturelles Zentrum für die Region und Treffpunkt für Bürger, Vereine, Firmen und Publikum jeder Art“ zu positionieren. Mnich wies kurz auf einzelne Veranstaltungen 2020 hin. Gerade erst hat Mnich die Zusage über die Förderung von drei großen Beethoven-Projekten erhalten, die im August, September und Oktober für Aufsehen sorgen werden.

Mit einem facettenreichen Rückblick in Bildern leitete Elisa Heiligers zum gemütlichen Beisammensein und Gesprächen über. ibra