Weikersheim

Kabarett Josef Brustmann brillierte in der Tauberphilharmonie

Voller Frauen unbemannt

Archivartikel

Weikersheim.Im besten bayerischen Dialekt – nur selten war eine Übersetzung ins Hochdeutsche vonnöten – präsentierte der Kabarettist Josef Brustmann sein Programm „Das Leben ist kurz, kauf dir die roten Schuh’“. Alltäglicher Wahnsinn wie das Gehabe größenwahnsinniger Politiker gab er zum Besten. Tatsächlich schilderte er überaus unterhaltsam den Besuch mit Gattin in einem Schuhgeschäft, die sich rote Schuhe kaufen wollte, wo doch bereits drei Paar daheim aufs Getragenwerden warten. Die Gegenargumente implizierter Vorwürfe, die daraufhin auf ihn einprasselten, ließen ihn entmutigt kleinbeigeben: dann kauf dir halt die roten Schuh’, das Leben ist kurz.

Das Publikum erlebte einen überaus witzigen und unterhaltsamen Abend. Josef Brustmann erzählte von seiner (armen) Kindheit mit cht Geschwistern, er gab Wortspiele zum Besten und erzählte von einem Totengräber, der auf einem Grabstein las: Ruhe in Frieden, bis wir uns wiedersehen.

Das Thema Klimaerwärmung streifte er durch den Spruch einer Frau, die vom Sommer ohne Übergang in den Winter katapultiert wird und sich fragt: was mache ich jetzt mit meinem Übergangsmantel?

Er spricht, singt, spielt auf seiner Zither (auch mal durchaus rockige Töne - unglaublich, was aus dem Instrument alles herauszuholen ist), er jodelt, er pfeift und reimt: Lieber eine Merkel die zittert als ein Trump der twittert. Er stellt bei dem Lied „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel eine kleine Disco-Lampe auf, die den voll besetzten Wittenstein-Saal in eine völlig andere Stimmung versetzt.

Seine Gstanzl sind köstlich und bei den Fragen, die er bei der drittem Zugabe an das Publikum stellt, biegt es sich vor Lachen. „Ist ein Raumschiff, das mit Frauen besetzt ist, unbemannt?“ Josef Brustmann war grandios und das Publikum honorierte seinen Witz mit langanhaltendem Applaus. pm