Weikersheim

Leserbrief Zum Leserbrief „Bürgerwille interessiert überhaupt nicht“ (FN, 10. Oktober)

Verwirrungstaktik

Liebe Frau Leupold, ich beziehe mich auf Ihren Leserbrief vom 10. Oktober.

Ja, ich bin die Frau vom Ortsvorsteher. Und nein, weder wurde ich einer Gehirnwäsche unterzogen noch sitzt er neben mir um mir zu diktieren. Auch ich kann meine Meinung als Mitbürgerin zu den Themen in Elpersheim äußern und damit auch zum Thema Brücke.

Ich finde es erschreckend, dass sich manche Menschen für etwas so viel Zeit nehmen, das sich nicht beeinflussen lässt! Oder besser gesagt: Warum wird so lange auf einem toten Pferd geritten? Denn das Thema Brücke in Elpersheim ist ein Thema des Kreises und nicht der Stadt Weikersheim. Es bedarf also keiner Gehirnwäschen pro oder kontra Bogenbrücke. Der Kreis muss seine Straßen ertüchtigen und das wird er hier zum Glück auch tun! Eine vernünftige Verkehrsregulierung, die Taubertalhalle, Schule, Kindergarten etc. sind die Themen, um die man sich kümmern muss. Sonst braucht kein Kind mehr über die Brücke, ob mit oder ohne Bogen, zu gehen, um in den Kindergarten oder die Grundschule zu kommen!

Mit dem Neubau werden Millionen investiert um die Infrastruktur zu erhalten. Ein Bogen wäre sicherlich nett. Aber eine Balkenbrücke finde ich auch nicht hässlich! Schlussendlich will ich darüber fahren können, mehr nicht! Nicht annähernd so viele Elpersheimer wie Sie denken, brauchen den Bogen. Vielleicht wäre es gut gewesen, diese 70-Prozent-Liste offen zu legen anstatt sie in irgendeiner Schublade verstauben zu lassen.

Ich weiß von niemandem, der das Gesamtwerk je zu Gesicht bekommen hat. Darüber kann nun jeder denken was er mag.

Lärm und Gefahrenquellen vermeiden sind Themen, die gelöst werden müssen. Und das ist unabhängig davon, ob diese über einen Bogen oder einen Balken daher kommen. Sollten Sie das auch als Hauptpunkt meinen, dann nennen Sie es bitte auch so! Denn Sie mischen die Themen Lärm, Verkehrsaufkommen etc. mit dem Thema Bogen, so dass alles miteinander verschmilzt. Zudem wird suggeriert, dass über eine neue Bogenbrücke keine schwereren Fahrzeuge fahren. Selbst eine neue Bogenbrücke wäre für 40-Tonner befahrbar!

Bei so diffusen Themen wie bei Ihrem Aktionsforum kann man nicht sinnvoll reagieren. Der eigentliche Kern ist nicht greifbar. Geht es um den Bogen? Den Lärm? Die Umfahrung? Man weiß es nicht so genau! Die einen sagen so, die anderen sagen so! Aber für jedes der Argumente werden jeweils die 70 Prozent angeführt. Wobei die 70 Prozent doch angeblich für den Bogen unterschrieben haben?!

Entweder ist diese Verwirrungstaktik Absicht. Das wäre nicht ganz schlau. Denn das eigentliche Problem wäre ungelöst! Oder diese Aktion war von vorneherein falsch aufgesetzt. Zu viele Ziele, die mit einem Bogen nichts gemeinsam haben. Aber da Sie ja in die öffentlichen Sitzungen der Ortschaft und der Stadt gehen, wissen Sie ja bereits, dass das wichtigste Thema (Gefahrenquellen) angegangen wird. Jedoch erschließt sich mir hier dann nicht, weshalb Sie so tun als würde es keinen interessieren. Aber vielleicht sind Sie nie in den Sitzungen gewesen, weil Sie befürchten, hier Fakten zu hören, die man nicht vom Tisch wischen kann.

Ihr Problem ist vom Aktionsforum selbst gemacht. Denn es wurde ausschließlich der Bogen in die Öffentlichkeit transportiert. Und jetzt wird plötzlich viel Verschiedenes damit vermischt! Es ist ein Rätsel, welche Ziele diese Gruppe mit 70 Prozent nun verfolgt. Und das macht es für Sie schwierig. Denn das ist Null zielführend, wie Sie ja bitter (anderen) vorwerfen!

Dann noch zu Ihrem Punkt Lobbyismus: Dieser ist bezeichnenderweise genauso nebulös formuliert wie Ihre Ziele. Sie nennen weder Ross noch Reiter. Aber ich beziehe es jetzt mal auf uns persönlich: Glauben Sie wirklich, dass es für Lkw-Fahrer/Besitzer, Speditionen erstrebenswert ist, den Lkw mit 15 bis 20 km/h den Berg hoch zu quälen? Vom runter Fahren mit 40 Tonnen ganz zu schweigen. Und warum man dann dafür auch nur einen Cent mehr in der Tasche haben soll, erschließt sich mir auch nicht.

Vergessen Sie nicht, dass Lastwagen bis 24 Tonnen ja ohnehin über die Brücke fahren dürfen. Wie hoch soll denn dann das zusätzliche Verkehrsaufkommen mit einer Balkenbrücke sein? Mein Fazit: Ich bin entsetzt über die große Bedeutung eines Bogens unter einer Brücke! Brücken sollen verbinden, nicht entzweien.

Aber so wie Sie sagten, es finden ja auch wieder neue Wahlen statt. Ich freue mich schon darauf, dass Sie sich aufstellen lassen, um bei wirklich konstruktiver Zusammenarbeit unser Dorf wieder zusammen wachsen zu lassen und nach vorne zu bringen.