Weikersheim

Tauberphilharmonie Sinfoniekonzert am Donnerstag, 22. Oktober / Jede Probe und jedes Konzert ein Gewinn / Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven

Publikum kommt in Genuss der dritten Sinfonie

Archivartikel

Weikersheim.Nachdem ausgerechnet im großen Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven viele Konzerte abgesagt werden mussten, kommt das Publikum nun in den Genuss seiner dritten Sinfonie, der „Eroica“. In einer Kooperationsveranstaltung von Jeunesses Musicales Deutschland und er Tauberphilharmonie spielt das Landes-Jugend-Symphonie-Orchester (LJO) Saar am Donnerstag, 22. Oktober, um 19.30 Uhr unter der Leitung von Vilmantas Kaliunas.

Ein Gewinn für das Hörerlebnis: das LJO Saar tritt in einer Besetzung von „nur“ 50 jungen Musikern auf. Auf diese Weise lassen sich musikalische Motive beim Zuhören noch klarer nachverfolgen. Im Konzert ganz neu zu entdecken gilt es ein Werk des litauischen Komponisten Arturas Mikoliunas: Die jungen Musikerinnen und Musiker laden das Publikum ein, in einer Uraufführung gemeinsam in dessen „Nächtliche Landschaften“ einzutauchen. Zum Abschluss erklingt mit dem Violinkonzert von Johannes Brahms dann noch ein absoluter „Klassiker“. Vielen gilt es gar als „Konzert aller Konzerte“. Solist ist Wolfgang Mertes, Konzertmeister des Saarländischen Staatsorchesters.

Im Landes-Jugend-Symphonie-Orchester Saar musizieren talentierte junge Instrumentalisten im Alter von 14 bis 20 Jahren. Das Orchester ist Mitglied der Jeunesses Musicales Deutschland und freundschaftlich verbunden mit den Auswahlorchestern der anderen Länder und dem Bundesjugendorchester. Das aktuelle Konzertprogramm bereitet das Ensemble während einer einwöchigen Arbeitsphase in der Musikakademie der JMD in Weikersheim vor, wo die Musiker und Dozenten ausreichend Platz und ideale Bedingungen finden, um gesundheitlich ungefährdet zu proben.

Aktuell können Ensembles vielerorts nur stark eingeschränkt proben, in manchen Schulen sind Orchester-AGs sogar ganz untersagt. Die Situation der Jugendorchester ist tatsächlich dramatisch. Der musikalische Jugendverband Jeunesses Musicales Deutschland unterstützt und ermutigt Ensembles, verantwortungsvolle, individuelle Lösungen zu finden, die es erlauben, dass Jugendliche zusammen musizieren.

Die Jugendorchester selbst engagieren sich – teils mit erheblich größerem und ehrenamtlich geleistetem Mehraufwand. So erreichen den musikalischen Jugendverband auch viele positive Nachrichten seiner Mitglieder, sei es, dass das ein Orchester in einem aktuell leerstehenden Flughafen-Gebäude proben kann, oder dass ein Bläserensemble Open-air auf einer Baustelle auftritt. Auch digitale Tools sind in der aktuellen Krise Hilfsmittel, die intensiv und kreativ genutzt werden.

Doch mediale Technik kann die Qualität des Live-Moments nicht annähernd erreichen, kann niemals eine Orchesterprobe ersetzen, zu der Jugendliche „in echt“ zusammenkommen, wo sie mit ihrem Dirigenten oder ihrer Dirigentin in intensiver Probenarbeit Werke erarbeiten, die Freude über ein gelingendes Zusammenspiel teilen. Als erlebbare Verwirklichung einer sinnstiftenden Gemeinschaft sind Jugendorchester von elementarer Bedeutung.

Wo es auf Jede und Jeden Einzelnen ankommt, und Leistung als Gemeinschaftsleistung definiert ist, wächst emotionale und soziale Intelligenz. Deshalb bedarf es nicht nur aktuell, sondern insbesondere auch nach der Zeit der Krise jeder Anstrengung, Jugendorchester als Verwirklichung einer sinnstiftenden Gemeinschaft zu erhalten.

Für dieses Ziel sind jede Probe und jedes Konzert, das stattfinden kann, ein Gewinn. Auch für die Mitglieder des LJO Saar, bedeutet es Motivation und notwendige Unterstützung, wenn die Zuhörer sich mit ihnen gemeinsam begeistern: für Musik und für Jugendorchester.