Weikersheim

Leserbrief Zur Zuschrift „Brauchen wir ein Parkhaus?“ (FN, 4. Januar)

Mit Projekten gut gefahren

Ich beziehe mich auf die wie oben titulierte Schlagzeile eines Leserbriefes in Ihrer Zeitung und den im Leserbrief erkennbaren Ungereimtheiten. Die Schlagzeile könnte man ja noch mit „ja“ beantworten. Weiter unten wird gefragt, ob wir ein solches Parkhaus „jetzt“ benötigen. Dieser Frage ist nicht zwingend mit „ja“ zu beantworten.

Fest steht, dass eine vorausschauende Verwaltung und ein Gemeinderat eine solches Projekt erwägen, erforschen oder planen sollte und darf. Die tatsächliche Verwirklichung steht auf einem anderen Blatt. Die kleine Gemeinde Rot am See hat es mit ihrem Parkhaus vorgemacht. Bisher sind unsere Gremien mit Zukunftsprojekten in dieser Stadt jedenfalls gut gefahren.

Und überhaupt: Ist unsere Altstadt nun so schön wie dort beschrieben oder sind wir ein Drecksnest wie im gleichen Leserbrief beschrieben? Fest steht, dass die Stadt wöchentlich umfassend gereinigt wird. Danke an den Bauhof. Und Stolperfallen halten sich im Grenzen.

Und schlimm: Man sollte nicht den Eindruck erwecken, das Kinder heute noch auf Straßen spielen dürfen. Wir in Weikersheim sind mit Freizeiteinrichtungen und schönen Plätzen für spielende Kinder reich gesegnet (Stadtpark, Marktplatz, Weinmarkt, Unteres Wörd, Philharmonie, Rundweg und die Anlage an der Stadtmauer u.v.a.m). Da wo es noch möglich wäre (z. B. Kirschstraße) und hinter der Kirche ist alles zugeparkt und mit Accessoires ,die ins Hinterhaus gehören, bestückt.

Und fatal: Wird es, wenn von enormen Investitionen fabuliert wird. Ein geschickt geplantes Parkhaus finanziert sich in Teilen selbst. Und Nachpandemiezeiten sind besonders günstig für Investitionen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Aber davon versteht die Verwaltung mehr.

Was glaubt die Leserbriefschreiberin eigentlich, wie Nachkriegsdeutschland wieder aufgebaut wurde? Und traurig ist, wenn noch wenige alte Buden nicht renoviert werden, weil die Besitzverhältnisse durch Erbteilung unklar sind oder bespielweise ausgewanderte ehemalige Bürger dieser Stadt z.B. von Amerika aus jede Renovierung boykottieren. Da hilft selbst der Papst nicht, geschweige denn ein Bürgermeister.

Und noch eins möchte ich in diesem Zusammenhang loswerden: Wir sind froh, dass wir noch einen Bauernhof in der Innenstadt haben.

Und wenn die Leserbriefschreiberin bereit ist für einen Liter Milch 2,50 Euro und für ein Kilogramm Butter acht Euro zu bezahlen, wäre dieser Bauer auch in der Lage sein Haus zu verputzen. Diesem Gemeinderat, der Verwaltung und erst recht dem Bürgermeister kann man nicht vorwerfen, das er/sie nichts für jungen Familien in dieser Stadt getan hätten. Zahlreiche Projekte (auch jünger als 13 Jahre) belegen dies. Aus meiner Sicht disqualifiziert sich der Leserbrief selbst. Wir wohnen bald 40 Jahre in der Altstadt Weikersheim.