Weikersheim

Geburtstag Absolute Leidenschaft des Jubilars ist die Fotografie / Noch heute für Igersheimer Wittenstein AG engagiert

Klaus Spitzley: Nur theoretisch Ruheständler

Archivartikel

Weikersheim.Wenn Klaus Spitzley seine Fotobücher aus dem Regal holt, strahlt er: Seit er Ruheständler ist – na ja, so ganz ist er das auf gar keinen Fall – hat er mehr Zeit fürs Hobby Fotografie. Die Nikon war mit in Afrika, bei der Reise zu den Inkas und der ins Land der Pharaonen. Gerade mal knapp zwei Meter entfernt war er vom brüllenden Löwen, den er auf die Chipkarte bannte, und die Faszination für die Farbintensität der Grabmalereien in Ägypten leuchtet dem Jubilar, der an diesem Samstag seinen 70. Geburtstag feiert, aus den Augen.

Reisen gab es schon viele in seinem Leben. Wie viele Länder er als Beauftragter der Igersheimer Wittenstein AG besucht hat, wäre allenfalls noch zu schätzen. Schätzen aber war nie seine Sache: Spitzley nahm es schon immer genau – was bereits den Jugendlichen für die Ausbildung zum Feinmechaniker prädestinierte. Mit 15 stieg er ein in das Berufsfeld, ein Jahrzehnt später hatte er die Fachhochschulreife in der Tasche, 1980 folgte die Weiterbildung zum Betriebswirt. Und dann eine steile Wittenstein-Karriere: Personalleiter, Kaufmännischer Leiter Einzelprokurist, Geschäftsführer, Vorstand, Verwaltungsrat – das sind nur ein paar Titel, die für die präzise Übernahme von Verantwortung in der Zentrale und bei Wittenstein-Töchtern im In- und Ausland – Japan, Rumänien und die Schweiz hat er so recht gut kennengelernt – stehen. Seit 2012 ist er im Unruhestand und als Senior Berater und Einzelprokurist der Wittenstein AG und der Wittenstein Immobilien GmbH weiter für seine „Hausfirma“ tätig.

Und dann waren da noch zahlreiche „Neben“-Aktivitäten. Dem VDMA-Arbeitskreis Controlling stand er bis 2005 vor, stellvertretend leitete er bis 2014 den Ausschuss Betriebswirtschaft und Unternehmensführung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer. Als Experte für Mittelstandsfinanzierungen gehörte er dem Ausschuss „KMU-Innovationskraft“ an, der in Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts- und Bildungsministerium sowie der KfW-Bank als Impulsgeber für kleine und mittelständische Unternehmen wirkte. Dass er auch bis 2010 im Geschäftskundenbeirat der Deutschen Telekom AG saß, bis 2012 dem Berufsbildungsausschuss der IHK Heilbronn-Franken angehörte, bis vor zwei Jahren als Dozent für die EBS Business School Oestrich-Winkel tätig war – alles nur ein kleiner Ausschnitt der Tätigkeiten – spricht für jede Menge weitsichtigen Engagement. Das wird auch geschätzt im Bezirksbeirat und im Widerspruchsausschuss der AOK Heilbronn-Franken.

Und ganz besonders bei der St. Josefspflege Mulfingen: Er ist Mitglied im Stiftungsrat der Förderstiftung, gehört dem Kuratorium der Stiftung Bischof von Lipp Schule an - und belässt es keineswegs nur bei Verwaltungsaufgaben. Begeistert berichtet er etwa von der Reise nach Auschwitz mit Abschlussklassenschülern der Mulfinger Josefspflege.

Es sind Begegnungen, die ihn prägen und die er auch immer wieder einbringt in den Vereinen, denen er angehört. Dem Bad Mergentheimer Lions Club etwa, dessen Präsident er seit Juni erneut ist. Auf seine Initiative wird das diesjährige Kalendergeld Hospizgruppen in Creglingen, Mergentheim und Weikersheim zugute kommen. In seiner Geburtsstadt Mergentheim gehört Spitzley zum Motorsportclub, und in Weikersheim zum CDU Ortsverband, zum TSV, dem Verein der Freunde der Jeunesses Musicales und dem Freundeskreis der TauberPhilharmonie und prägt aktiv das Geschehen. Wie kann so etwas funktionieren? Ganz einfach: Im Rahmen einer gut funktionierenden Partnerschaft. Seit fast schon fünf Jahrzehnten hält Ehefrau Rosemarie Spitzley ihrem Mann den Rücken frei. Dass ihr umtriebiger Ehepartner jetzt im Ruhestand ist, genießt sie ebenso wie die beiden Töchter mit ihren Familien und den beiden Enkelkindern.

Die finden es herrlich, zumindest ab und zu mit Papa und Opa den über 80-jährigen McCormick-Deering Farmall-Traktor ganz langsam durchs Gelände zu bugsieren – oder auch mit dem kleinen Modell des großen Einzelgängers, von dem es in Deutschland nur ein einziges weiteres Exemplar gibt, den Wintergarten zur Rennstrecke zu machen. Den großen Bruder des Modells kennen Weikersheimer Kärwefans: beim traditionellen Umzug steuert der Schwiegersohn das rare Stück, das von Wisconsin auf die Lichtenhöfe umzog, gekonnt durch die Menge.

Die Geburtstagsfeier – coronabedingt in kleinerem Kreis als ursprünglich vorgesehen – kommt ebenfalls einem Herzensanliegen Spitzleys zugute: Statt Geschenken wünscht er sich Spenden für die Tauberphilharmonie.

Den zahlreichen guten Wünschen zum Geburtstag schließt sich die Redaktion der Fränkischen Nachrichten gerne an.