Weikersheim

Leserbrief Zu Weikersheimer kommunalpolitischen Themen – u.a. zur Sanierung des Hallenbads (FN, 10. Dezember)

Jetzt nicht alle ums Sparen bitten

Archivartikel

Bürgermeister“ ist nicht einfach und deshalb haben Kritiker darauf verzichtet, den Auftritt des Weikersheimer Schultes bei der Neujahrsansprache vor der regionalen Prominenz durch vorausgehende Veröffentlichungen zu erschweren.

Es gab ja auch Anzeichen für einen Politikwandel: Die Musikschule Hohenlohe bekam einen schönen Raum, die Sozial-Arbeit wurde durch Creglinger Unterstützung verbessert, ein geplanter Hotelneubau mit Beteiligung der Stadt wurde – wie es korrekt ist – ganz in private Hände gegeben, die überparteiliche Zusammenarbeit im Stadtrat hat sich verbessert.

Aber mit dem FN-Artikel vom 10. Dezember 2019 begannen wieder Vertuschung und Verdrehung der Weikersheimer Verhältnisse. Das Stadtoberhaupt stellt sich in Sachen Hallenbad als Macher dar, dem für Weikersheim nichts gut genug ist („keine halben Sachen“) und dem die Landesregierung durch Verweigerung von Zuschüssen die großen Pläne verhindert. Dabei steht das Thema Sanierung Hallenbad schon seit Jahren auf der Agenda und Zuschüsse der Landesregierung sind zugesagt, konnten aber nicht abgerufen werden, weil Weikersheim selbst keinen Bauanfang machte. Offensichtlich war der Aufwand an Geld und Mühe für die Tauberphilharmonie wichtiger, obwohl Weikersheim als großer Schulstandort wie bisher ein Schwimmbad braucht.

Dann dieser unglaubliche Vorgang, dass Elpersheim eine Brücke verpasst bekommt. Ob die Brücke „falsch“ für die Gemeinde ist, weiß ich gar nicht. Aber ganz sicher falsch und sogar rücksichtslos erscheint es vielen, dass mit den Einwohnern vorher kein Wort geredet wurde.

Schlimm auch der Vorgang, die Auffassung der SPD-Stadtratsfraktion zu den Haushaltsunterlagen durch das Rathaus via Mitteilungsblatt „richtigstellen“ zu lassen. Dabei sollen die Bürger wohl für dumm gehalten werden: Natürlich wurden Gelder für Maßnahmen der Grundversorgung aufgenommen, aber doch nur wegen leerer Stadtkassen durch die teure Tauberphilharmonie.

Ein korrektes und verantwortliches politisches Handeln könnte so aussehen: Zugeben, dass man mit dem Bau der Tauberphilharmonie einen teuren Herzenswunsch durchgesetzt hat, in der Hoffnung, dass ganz Weikersheim davon profitiert und nicht angesichts leerer Kassen jetzt alle um Zusammenhalt und Sparen bitten (Vorschlag von mir: Die Sanierung des Radwegs Schäftersheim – Nassau für 180 000 Euro ist überflüssig, es sei denn, die Landwirtschaft braucht einen neuen Weg). Hoffen, dass der gute Intendant Mnich bestmöglichen Erfolg erzielt.

Aber eines sollte man auf keinen Fall mehr machen: Vorgänge vor den Bürgern, die letztlich alles zahlen, verheimlichen oder verfälschen. Dabei sind natürlich vor allem zur Kontrolle die Stadträte als gewählte Vertreter gefragt.