Weikersheim

Neue Sonderführung Einblick in das Schaffen von Graf Wolfgang II. / Geheimnisvolle Experimente in Laboratorium durchgeführt

Im Schloss: Alchemie für Anfänger

Der Traum, unedle Metalle zu Silber oder Gold zu transformieren, ist auch in Weikersheim geplatzt.

Weikersheim. Technischer Fortschritt war in früheren Zeiten meist in Schlössern und Klöstern daheim. Im Rahmen der Themenwoche „Technik und Geschichte“ präsentiert Schloss Weikersheim die Familienführung „Einmal Alchemist sein“.

Als Pionier der frühen Naturwissenschaft war der Hohenloher Graf Wolfgang II. bei seinen Fachkollegen geschätzt. Der Erbauer des Weikersheimer Schlosses regierte von 1569 bis 1610 und war mit seinen Forschungen stets auf der Höhe der Zeit. In seinem großzügig gestalteten Laboratorium führte er erfolgreich vielerlei Experimente in der geheimnisvollen Welt der alchemistischen Wissenschaft durch, um sein Wissen um die Struktur der Materie und zugleich das Wesen des Menschen zu vergrößern. Der Wunschtraum aller Alchemisten, aus unedlen Metallen Silber oder Gold zu erzeugen, blieb allerdings auch in Weikersheim unerfüllt. Eine ständige Ausstellung präsentiert die Alchemie im Schloss. Ihr Herzstück ist das Laboratorium, in dem der Naturforscher Graf Wolfgang II. von Hohenlohe geheimnisvolle Experimente durchführte. Es ist eine geheimnisvolle Welt mit Tiegeln und Destille, Kolben und Retorten. Neben Listen von Chemikalienbestellungen und Abrechnungen für den Laborbau sind in Weikersheim sogar noch einige Notizen zu den Experimenten von Graf Wolfgang II. erhalten, die mit ausgestellt sind. Historische Quellen machten auch den Nachbau zweier chemischer Öfen und die Rekonstruktion der Bibliothek möglich. Einen Einblick in dieses Forschen gibt am Sonntag, 15. September, 11 Uhr, die neugestaltete eineinhalbstündige Familienführung „Einmal Alchemist sein“ mit Axel Lorenz. Sie ist gedacht für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab neun Jahren. Der Referent, pensionierter Oberstudienrat vom Weikersheimer Gymnasium, ist Fachmann für den Bereich Chemie und wird bei seiner Führung einen vielseitigen Einblick in das Denken und Wirken der „Alchemisten“ der Renaissance geben. Nach einem Rundgang durch die Alchemie-Ausstellung und einige Bereiche des Schlosses dürfen die Kinder mit einfachen chemischen Versuchen selbst ihrem Forscherdrang nachgehen.

Auch in anderen Schlössern des Landes geben die „Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ während der Themenwoche „Technik mit Geschichte“ vom 14. bis 22. September spannende Einblicke in vergangene Zeiten. So kann man im Kloster Maulbronn die raffinierten Be- und Entwässerungssysteme der mittelalterlichen Zisterziensermönche bei einem fachkundig geleiteten Spaziergang erleben. Einen mit hoher Baukunst gestalteten Dachstuhl und herausragende Beispiele aus der Geschichte der Brandbekämpfung sieht man im Kloster Salem. Im Ludwigsburger Schloss wird die älteste erhaltene Theatertechnik präsentiert.

Auch die königliche Schlossküche in Bebenhausen bringt die Besucher zum Staunen. Termine und weitere teilnehmende Objekte findet man unter www.schloesser-und-gaerten.de.