Weikersheim

Investitur István Gegoe wurde mit einem Gottesdienst als neuer katholischer Pfarrer von Weikersheim und Creglingen offiziell eingeführt

„Gemeinsam Gemeinde gestalten“

Das lange Warten hat ein Ende. Nach mehr als zweieinhalb Jahren haben die katholischen Kirchengemeinden in Weikersheim und Creglingen wieder einen eigenen Seelsorger.

Weikersheim. István Gegoe wurde am Samstag in einem feierlichen Gottesdienst in der Weikersheimer Kirche Zum Kostbaren Blut offiziell in sein neues Amt eingesetzt.

„Endlich – dieses Wort liegt uns allen auf der Zunge“, eröffnete der Bad Mergentheimer Dekan Ulrich Skobowsky die Messe. Und sprach dabei wohl das aus, was sich alle Gemeindemitglieder angesichts der langen Vakanz zuvor gedacht haben. Denn bereits seit März 2017 hatten die Kirchengemeinden Zum Kostbaren Blut in Weikersheim und Fronleichnam in Creglingen keinen eigenen Seelsorger mehr. Betreut wurden sie in dieser Zeit kommissarisch von Ulrich Skobowsky.

„Am Anfang bin ich von ein paar Wochen ausgegangen“, blickte der Dekan zurück. Am Ende sind es nun fast zweidreiviertel Jahre geworden, in denen sich Skobowsky „immer wohl und gut aufgehoben gefühlt“ hat.

Nach so einer langen Wartezeit waren die Gläubigen in der voll besetzten Kirche am Samstag freilich sehr gespannt darauf, ihren neuen Pfarrer kennenzulernen. „Ich möchte mit Ihnen gemeinsam Gemeinde gestalten und auch auf Menschen zu gehen, die den Kontakt zur Gemeinde und dem Glauben insgesamt abgebrochen haben“, stellte sich der Gottesmann den Kirchenbesuchern vor. Und betonte zugleich: „Ich bin der festen Überzeugung, dass es das Unbequeme am Evangelium ist, was uns gut tut – auch wenn man sich damit nicht unbedingt beliebt macht“.

Für die Kirche begeistern

Seine neuen Gemeinden lud er zum Mitmachen ein. „Versuchen wir nicht, die Asche zu bewahren, sondern das Feuer weiterzugeben“, so der Geistliche, der zuvor fünf Jahre als Krankenhauspfarrer in Sindelfingen gewirkt hatte. Ein besonderes Anliegen ist es dem 55-jährigen Ungarn, Kinder und Jugendliche für die Sache der Kirche zu begeistern. Und auch für die Ökumene hat er ein offenes Ohr. Eine besondere Überraschung hatten sich die Jungen und Mädchen des Weikersheimer Kindergartens Sankt Franziskus ausgedacht. Sie begrüßten István Gegoe mit einem Lied. Und vom Jugendclub und den Ministranten bekam der Gottesmann zwei Polohemden als Begrüßungsgeschenk überreicht.

Herzlich in Empfang genommen wurde Gegoe auch vom Weikersheimer Kirchengemeinderatsvorsitzenden Jürgen Kehrwald. „Heute ist ein großer Tag für uns“, betonte Kehrwald in seinem Grußwort bei der Begrüßungsfeier im Anschluss an den Gottesdienst. Einen erfolgreichen Seelsorgedienst mache unter anderem aus, mit den Menschen gute Beziehungen aufzubauen und mit der Vielzahl der einzelnen Gruppen und Interessen in der Kirchengemeinde eine homogene Gemeinschaft zu gestalten. „Dass Ihnen dies gelingt und Sie die Menschen aus dem Taubertal schnell und herzlich annehmen, das wünsche ich Ihnen“.

Die Hand zur „gedeihlichen Zusammenarbeit“ reichte Bürgermeister Klaus Kornberger dem neuen Pfarrer. Um sogleich mit einem Augenzwinkern darauf zu verweisen, dass Gegoe sich keine Sorgen machen brauche, dass es ihm wie in den Geschichten von Don Camillo und Peppone ergehen werde. „Sie kommen in ein friedliches Gebiet mit netten Menschen“, bekräftigte das Stadtoberhaupt. Und langweilig werde es ihm bestimmt auch nicht, bei all der Kultur und den Kulturschätzen in der Region. Auf eine gute ökumenische Zusammenarbeit freute sich Weikersheims evangelische Pfarrerin Ursula Lochstampfer, „und dass wir eine gute Gemeinschaft hinbekommen“. Ihre Creglinger Amtskollegin Fraukelind Braun zeigte sich gespannt, „welche neuen Ufer wir noch gemeinsam besegeln werden“.