Weikersheim

TauberPhilharmonie Konzerte am 8. und 12. Juli jeweils um 19.30 Uhr / Kooperationsprojekt mit der Jeunesses Musicales Deutschland

Filigran erklingt das Spitzenorchester

Archivartikel

Die künstlerische Corona-Pause war schmerzlich lang. Nun wird in der TauberPhilharmonie zum ersten Mal wieder ein Orchester hautnah zu erleben sein.

Weikersheim. In einer Kooperation von Jeunesses Musicales Deutschland und TauberPhilharmonie stehen am 8. und 12. Juli, jeweils um 19.30 Uhr, zwei außergewöhnliche Konzerte auf dem Programm für diesen (außer)gewöhnlichen Sommer: Zum ersten Mal nach schmerzlich langer Corona-Pause wird wieder ein Orchester live zu erleben sein. Das teilt die Jeunesses Musicales per Pressemitteilung mit.

Die Deutsche Streicherphilharmonie, ein junges Spitzenorchester und Premiummitglied der Jeunesses Musicales Deutschland, wird aufgeteilt in zwei Gruppen à 35 Streicher zweimal auftreten und hat deshalb auch musikalisch umgeplant: Neben Werken weiterer Komponisten hat das Ensemble mit der Streicherserenade op. 22 von Antonin Dvorák bei beiden Konzerten ein traumhaft schönes Werk aufs Programm gesetzt.

Besondere Innigkeit

Die Komposition ist geprägt durch eine besondere Innigkeit und böhmisch anmutende Melodien, besonders im melancholischen zweiten Satz. Dabei ist es gerade die Klarheit in der Struktur der Komposition, die es den Zuhörenden leicht macht und sie dazu einlädt, den Kopf auszuschalten, ganz im Klang zu versinken und die Fantasie schweifen zu lassen.

Nicht immer braucht es tiefes Blech oder die überwältigende Klangwucht eines groß besetzten Sinfonie-Orchesters. Auch der feine Streicherklang vermag es, einen weiten musikalischen Raum zu öffnen.

Die Deutsche Streicherphilharmonie versammelt die besten jungen Streichertalente aus Musikschulen der gesamten Bundesrepublik. Für 2020, das Jahr, in dem sich die Deutsche Wiedervereinigung zum 30. Mal jährt, hatte das Ensemble eine Tournee durch alle 16 Bundesländer geplant.

Mit den Konzerten in der Weikersheimer TauberPhilharmonie stellvertretend für Baden-Württemberg geht das Orchester nun aus dem Corona-Stillstand. In den vergangenen Wochen wurde bei sich nahezu täglich ändernden behördlichen Vorgaben hinter den Kulissen nach einer Lösung gesucht. Hier hat sich die Verbundenheit vom Verband deutscher Musikschulen als dem Träger des Orchesters und der Jeunesses Musicales Deutschland mit ihrer Musikakademie Schloss Weikersheim ausgezahlt. Es wurde neu und unkonventionell gedacht, um den jungen Musikern einen gesundheitlich ungefährdeten Aufenthalt und Probenablauf zu ermöglichen. Nun werden die Jugendlichen aufgeteilt in zwei Teilorchester und zeitlich versetzt in der Akademie zu Gast sein.

Zwischen elf und 20 Jahre alt

In Kooperation mit der TauberPhilharmonie und deren Intendant Johannes Mnich gab es dafür Flexibilität. Das Ergebnis ist dieses ganz besonders schöne Arrangement. Für die jugendlichen Musiker zwischen elf und 20 Jahren bedeutet dies eine Herausforderung. Denn je kleiner die Besetzung und je größer die Abstände untereinander sind, umso konzentrierter müssen sie im Zusammenspiel aufeinander hören. Als Lohn für Publikum und Künstler ist ein besonders filigranes und klares Zusammenspiel zu erwarten. Dank der ausgezeichneten Akustik in der Philharmonie wird der Klang an Fülle nichts vermissen lassen, aber an Prägnanz gewinnen. So wird das Konzert nicht nur durch die geänderte Sitzordnung auf der Bühne und im Zuschauerraum in Erinnerung bleiben, sondern auch durch eine bezaubernde Eindringlichkeit. Damit viele Zuschauer in diesen Genuss kommen können, werden zwei Konzerte gespielt, die im Programm variieren. Es lohnt sich also, auch beide Konzerte zu besuchen. jmd