Weikersheim

Psychologische Beratungsstelle (1) Langjährige Leiterin Eva M. Reinmuth in Ruhestand verabschiedet

Ein „Engel“, der segensreich wirkte

Kompetent und mit hohem Einsatz für die Menschen hat Eva M. Reinmuth als Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle gearbeitet. Nach 24 Dienstjahren geht sie in den Ruhestand.

Weikersheim. Bei einem Festgottesdienst in der Weikersheimer Stadtkirche St. Georg (denn die Beratungsstelle in Bad Mergentheim ist eine Einrichtung des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim) kamen noch einmal Dank und Anerkennung von Arbeitgeber, Behörden und Mitstreitern zum Ausdruck.

Dem voraus ging, wie von Reinmuth geplant, ein gemeinsamer Spaziergang rund um das Schlossareal – als „gemeinsame Wegstrecke mit Weggefährten, wo Wege sich begegnen und auch wieder trennen“. Der Gottesdienst wurde festlich musikalisch gestaltet durch Gesang von Anna Leuser-Valls, begleitet von Bezirkskantorin Anne-Maria Lehmann.

„Sehr gutes Team“

Dekanin Renate Meixner würdigte Eva M. Reinmuth als einen „Engel“, der seine Arbeit segensreich und zusammen mit einem „sehr guten Team“ geleistet habe.

In der Psychologischen Beratungsstelle hätten „Menschen, die nicht mehr weiterwissen und nicht mehr weiter können, Hilfe bekommen in Gestalt eines Menschen, der sie für eine begrenzte Strecke ihres Weges begleitet, der sie hinweist auf Dinge, die Leib und Seele stärken können“. Es sei Art der Engel, nicht unbedingt alle Probleme wie von Zauberhand zu beseitigen. Aber „sie sind da, halten die Krise mit aus, verurteilen nicht“ und das mit Empathie, fachlicher Kompetenz, Geduld und Hoffnung. So könnten Menschen wieder Mut bekommen und Kraft, ihren Weg zu gehen – sei das nun in der Erziehungs- oder in der Ehe- und Lebensberatung.

Für Reinmuth sei dieser Einsatz Beruf und Berufung gewesen. Qualifiziert durch Psychologiestudium und unzählige Fortbildungen, habe sie sich mit Kompetenz, Kraft und Kreativität 24 Jahre lang in die Beratungsarbeit und seit zwei Jahrzehnten auch in den Förderverein „Kirche hilft Menschen“ eingebracht. Etwa mit ihrem Dienstantritt sei die Beratungsstelle aus der Trägerschaft der Landeskirche in die des Weikersheimer Kirchenbezirks übergegangen.

Damals habe sie nur zwei Berater umfasst – inzwischen seien es vier und dazu zwei Teamassistentinnen. Zum Hauptsitz im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Bad Mergentheim kämen noch Außenstellen in Creglingen und Niederstetten. 2016 habe Reinmuth kommissarisch die Leitung übernommen, ab 2017 dann offiziell. Mit ihrem großen Engagement habe sie dazu beigetragen, dass die Beratungsstelle „nach innen und außen gut aufgestellt war und deshalb verlässliche und kompetente Arbeit leisten konnte“. Dabei habe Reinmuth fachlich kompetente Arbeit geleistet und ihre kirchliche Verbundenheit gelebt.

Das Grußwort des Main-Tauber-Kreises sprach Jugendamtsleiter Martin Frankenstein. „Kontinuität, Verlässlichkeit und qualifiziertes Einstehen für die Interessen von Kindern und Jugendlichen und ihren Familien“, habe Reinmuth in ihrem langen erfolgreichen Wirken verkörpert. Vielen jungen Menschen habe sie wichtige Impulse mit auf den Weg gegeben und neue Wege eröffnet. Zusammen mit ihrem Team habe sie vor allem der Erziehungsberatung nachhaltig Gewicht gegeben. Dieses niederschwellige Angebot und ganz besonders das Wirken der kirchlich getragenen Beratungsstellen sei für den Landkreis von elementarer Bedeutung. Auch in der Jugendhilfeplanung habe sich Reinmuth engagiert.

Geschätzte Kollegin

Dr. Esther Stoe-Kunold, stellvertretende Leiterin der Landesstelle der Psychologischen Beratungsstellen, würdigte die „vielen Jahre des Engagements, des Mitdenkens, des Gestaltens, der Verantwortungsübernahme“, besonders auch die Übernahme der Leitung durch Reinmuth in schwierigen Zeiten. „Du hast das Boot der Stelle durch Winde und Flussengen geleitet“.

Werner Fritz, Geschäftsführer der Jugendhilfe Creglingen, sprach von den vielen Berührungspunkten mit Reinmuth durch die Sprechstunden in Creglingen und im gemeinsamen Ziel der Hilfe und Unterstützung Jugendlicher. Auch sei sie eine geschätzte Kollegin in Kreisgremien gewesen. Bernhard Bopp, Leiter der Caritas-Beratungsstelle Tauberbischofsheim, würdigte die gute Zusammenarbeit mit Eva M. Reinmuth und die offene Gespräche.

Das Team der Beratungsstelle überreichte der scheidenden Chefin ein umfangreiches Fotobuch, das die vielen Seiten Reinmuths als Kollegin, Beraterin, Leiterin und Musikerin darstellte. Diese dankte abschließend allen Rednern für „Begegnung und Begleitung, Auseinandersetzung und gemeinsames Ausprobieren neuer Wege“.