Weikersheim

Wirtschaftslage Maschinenbaubetrieb entlässt fünf Prozent des Personals / Schlechte Auftragslage verschärft sich durch Corona-Pandemie

Ceracon kündigt Mitarbeitern betriebsbedingt

Archivartikel

Weikersheim.Die sich immer weiter ausbreitende Pandemie des Covid-19 schränkt derzeit das komplette öffentliche Leben ein und legt ganze Industriebereiche lahm. Dieser Umstand kommt zusätzlich zur sowieso schwächelnden Konjunkturlage im Umfeld der Automobilindustrie, wo ein drastischer Markteinbruch zu verzeichnen ist.

Auch am Weikersheimer Maschinenbauunternehmen Ceracon ist dieser wirtschaftliche Negativtrend in den zurückliegenden Monaten nicht spurlos vorbeigegangen, wie die Firma auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. „Vor allem die Abkühlung im Automobilmarkt im Laufe des vergangenen Jahres hat bei unseren Kunden zu einer zögerlichen Auftragsvergabe geführt und sich in Form eines rückläufigen Auftragseingangs bemerkbar gemacht“, so Andreas S. Kreissl, einer der drei geschäftsführenden Gesellschafter von Ceracon.

Loch in Auftragsbüchern

Bereits im November machte sich dieses Loch in den Auftragsbüchern bemerkbar, so dass sich schon abzeichnete, dass ein Umsatzrückgang im ersten Quartal 2020 zu erwarten ist. Um dieser Situation Rechnung zu tragen, mussten Maßnahmen zur Konsolidierung des mittelständischen Unternehmens mit seinen über 200 Mitarbeitern eingeleitet werden und so wurden die Mitarbeiter vor Weihnachten über die Möglichkeit der Kurzarbeit informiert. Ein erster Schritt, den das Unternehmen vornahm, waren interne Umstrukturierungen, um die strategisch und operativ wichtigen Positionen im Unternehmen zu festigen.

Als schließlich nach Weihnachten die Coronavirus-Krise in China ausbrach, brachte dies zusätzliche, negative Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Kunden und sorgte dafür, dass mittelfristig mit keiner Verbesserung zu rechnen war.

Um jedoch das Unternehmen auch weiterhin überlebensfähig aufzustellen, hat es sich dazu entschlossen, einzelne Stellen abzubauen. So wurde fünf Prozent der Mitarbeiter schweren Herzens betriebsbedingt gekündigt.

„Dies ist eine sehr unangenehme Situation, aber die Mitarbeiter bemerken ja auch, dass das Auftragsvolumen zurückgegangen ist“, merkt Andreas S. Kreissl an und führt weiter aus, dass weite Teile der Belegschaft seit Februar in Kurzarbeit sind.

Erschwert wird diese Situation nun darüber hinaus durch die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie und seiner Konsequenzen. Verstärkt arbeiten viele Mitarbeiter vom Home-Office beziehungsweise ganze Werke stellen ihre Tätigkeit ein. Leider ist im Moment noch nicht abzusehen, wie lange das öffentliche Leben ausgebremst ist und die Wirtschaft still liegt, so dass keine feste Aussage getroffen werden kann, wie lange die Kurzarbeit andauern wird. Auch das Werk in Großbritannien befindet sich aktuell in Kurzarbeit. Durch rückläufige Stückzahlen in der Lohnfertigung ist keine Vollauslastung gegeben, weswegen auch dort Maßnahmen getroffen werden mussten. „Wir werden auf jeden Fall mit vereinten Kräften an einem Strang ziehen, um diese für alle schwierige Situation zu meistern und gestärkt hervorzugehen“. Hier sind sich alle Verantwortlichen in der Geschäftsführung der Ceracon einig. pm