Weikersheim

Sonderführung Brücke schlagen zwischen barockem Prunk und Romantik

Außergewöhnliche Wege beschreiten

Archivartikel

Schloss Weikersheim wartet mit einer neuen Sonderführung auf. Bei dieser wird eine Brücke zwischen barockem Prunk und der Romantik geschlagen.

Weikersheim. Der Schlossgarten bietet viel mehr als nur barocke Pracht. Johanetta Müller führt die Besucher in ihrer neuen Sonderführung weiter in die Welt romantischer Lyrik. Premiere ist am Sonntag, 21. Juni, um 11 Uhr.

„Hab ich nicht dieselben Träume?“

Außergewöhnliche Wege gehen die Besucher bei der Führung, die Johanetta Müller unter dem Thema „Hab ich nicht dieselben Träume . . . – ein poetischer Spaziergang durch den Garten“ entwickelt hat. Er passt sich ein in das aktuelle Themenjahr „Unendlich schön“ der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Auch ein barocker Herrscher wie Graf Carl Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim lebte ja seinen Traum der unendlichen Schönheit, gepaart mit dem Wissen um die menschliche Vergänglichkeit. Sein Lustgarten á la Versailles sollte die Generationen überdauern, auch wenn er selbst längst seinen Platz in der Gruft neben den Vorfahren eingenommen haben würde.

So wandelt die Führerin mit ihren Gästen entlang an den steinernen Skulpturen, die Wandel und Neubeginn zeigen wie die vier Jahreszeiten oder bei denen, wie bei manchen der Göttergestalten, Bewegung und Veränderung festes Programm ist. Sie weist hin auf die Verherrlichung des Herrschers und die Wirklichkeit, die menschliche Sorgen und Nöte nicht ausblenden kann. Träume mögen sein, Liebessehnsucht zumal, doch – das wird vollends in der Zeit der Romantik greifbar – erst im Jenseits kommt Vieles seiner Vollendung nahe.

Und so wie diese Gedanken den Rahmen barocker Symmetrie sprengen, die den Weikersheimer Lustgarten kennzeichnet, so geht auch der Weg mit Johanetta Müller bis hin zu weithin unbekannten Ecken des Schlossgartenbereichs, die ein normaler Besucher selten erblickt und genießen kann. Verse aus der Zeit der Romantik begleiten den Weg dorthin. Romantiker wie Heinrich Heine liebten ja das Mystische und die Kraft der Natur. In ihren Gedichten bewegten sie sich zwischen Traum und Wirklichkeit, Natur und Vergänglichkeit. In den Gedichten des 18. und 19. Jahrhunderts mag man beeindruckt werden von den aufwühlenden und berührenden Gedanken ihrer Verfasser.

Weitere Gartenführungen

Noch weitere Gartenführungen präsentiert die Weikersheimer Schlossverwaltung mehrmals in den nächsten Wochen, wo coronabedingt ein normaler Führungsbetrieb drinnen im Schloss noch nicht möglich ist. Die Sonderführung „Höfische Gartenlust“ präsentiert den barocken Lustgarten mit Orangerie und Sandsteinfiguren als Statussymbol des Grafen Carl Ludwig und erläutert, wie er damit sein „Hohenloher Versailles“ krönen wollte. Auch die sommerliche Blütenpracht kann dabei bewundert werden. Diese Führung findet statt am Samstag, 20. Juni, 14.30 Uhr, am Sonntag, 21. Juni, 14.30 Uhr, am Dienstag, 23. Juni, 14.30 Uhr, am Samstag, 27. Juni, 11 Uhr und 14.30 Uhr, sowie am Sonntag, 28. Juni, 11 Uhr und 14.30 Uhr.

Freunde der Botanik kommen auf ihre Kosten bei der Sonderführung „Blütenpracht und Farbenzauber – mit der Schlossgärtnerin unterwegs“ am Sonntag, 5. Juli, 11 Uhr und 14.30 Uhr. Diese Führung mit Katja Bischoff durch den bunten Sommerflor lässt den ganzen Garten mit Bauten und Figuren, Bäumen und Blüten lebendig werden. Man wandelt durch den Lustgarten bis zur Orangerie, betrachtet die wertvollen Kübelpflanzen und besucht den Küchengarten mit seinen besonderen Nutz- und Heilpflanzen.