Weikersheim

Evangelischer Kirchenbezirk Weikersheim „Besuchspartnerschaft von Haus zu Haus“ wird gegründet / Barbara Wirth Koordinatorin

Allein zuhaus und doch Teil der Gemeinschaft

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Auch Menschen, die ihr Haus nicht mehr verlassen können, sollen sich als Teil der Gemeinschaft fühlen. Möglich machen soll das künftig die „Besuchspartnerschaft von Haus zu Haus“.

Gegründet wird diese neue Einrichtung vom evangelischen Kirchenbezirk Weikersheim, und sie wird den ganzen Altkreis Mergentheim umfassen. Verantwortlich dafür ist die Edelfinger Pfarrerin Barbara Wirth, die von Dekanin Renate Meixner mit 25 Prozent ihres Dienstauftrags als Koordinatorin beauftragt wurde.

„Auch für immobile Seniorinnen und Senioren soll Gemeinschaft erfahrbar sein“, betont Barbara Wirth. Dazu sucht sie ehrenamtliche Mitarbeiter aus allen Orten des Bezirks. Gemeindliche Besuchsdienste kämen ja in der Regel am Geburtstag ins Haus – die „Besuchspartnerschaft“ solle das ergänzen durch einen kontinuierlichen Kontakt. Da könne man „über Gott und die Welt reden“. Der Besuchte erlebe Gemeinschaft „im Sinne einer Caring Community“. Die Mitarbeiter profitierten, so die Pfarrerin, „durch erfüllende Kontakte sowohl mit Besuchten als auch mit anderen Mitarbeitern“. Sie erhielten einen Wissenszuwachs, Schulungen, sinnstiftende Tätigkeit und Vertiefen des Glaubenslebens“. Ein kirchlicher Hintergrund sei bei den Mitarbeitern erwünscht, ebenso wie die Offenheit, auch über Fragen des Glaubens zu reden. Klar sei, dass es um Besuche gehe, nicht um Hilfeleistungen.

Auch wenn die evangelische Kirche der Träger ist, so sei die Besuchspartnerschaft doch ökumenisch angelegt. Das katholische Dekanat, die Gemeinschaften, Pflegedienste und Heime, Hospizdienst und Kreisseniorenrat habe sie, so Barbara Wirth, bereits angesprochen und ein positives Echo erhalten. Offiziell gegründet wird die „Besuchspartnerschaft von Haus zu Haus“ am Dienstag, 13. Oktober, 15 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus Weikersheim, Bahnhofstraße 19. Neben den möglichen Kooperationspartnern ist auch die Öffentlichkeit willkommen. Umgehende Anmeldung bei Barbara Wirth ist allerdings nötig. Ein Informationsabend für Interessierte und zukünftige Mitarbeiter findet am Mittwoch, 21. Oktober, 20 Uhr, am gleichen Ort statt. Auch dazu ist Anmeldung erforderlich. Für alle Mitarbeiter verpflichtend ist dann ein Grundkurs mit dem Landespfarrer für Alten-Pflege-Heim-Seelsorge Johannes Bröckel an den zwei Donnerstagnachmittagen 5. und 19. November. Wenn jemand besucht werden will und das bei Barbara Wirth meldet, kommt sie nach Absprache zu einem Gespräch ins Haus. Dann können Wünsche und Hoffnungen besprochen werden, ebenso der Rhythmus der Besuche. Die Koordinatorin überlegt dann, welcher Mitarbeiter am besten für diese Person passt und spricht ihn darauf an. Der Einsatz kann, aber muss nicht am eigenen Wohnort erfolgen. Die Mitarbeiter, die einen Ausweis und ein T-Shirt als Uniform bekommen, werden eingeladen zu vierteljährlichen Treffen, die an zwei Orten im Kirchenbezirk stattfinden. Sie dienen der gegenseitigen Unterstützung und Beratung sowie thematischer Fortbildung. Die Mitarbeiter entscheiden selbst, wie sehr und wie lange sie sich in der Besuchspartnerschaft engagieren. peka