Weikersheim

Leserbrief Zum Bericht von SPD/UB (FN, 22. Juli)

Ärztezentrum „recht klein“

Aus dem Artikel „Hochkarätiges Investitionsprogramm“ vom 22. Juli in den Fränkischen Nachrichten kann man entnehmen, dass nicht einmal eine sonst so gut informierte Lokalpolitikerin wie Frau Lotz weiß, dass es in Weikersheim bereits ein „Ärztezentrum“ gibt. Vielleicht deshalb, weil es mit nur zwei Ärzten recht klein ausgefallen ist.

Das kam wohl so: Die Miet-Umstände waren für zwei eingeplante Ärzte so unannehmbar, dass sie aus dem Projekt ausstiegen und dadurch schließlich statt einem Arzt mehr sogar einer weniger in Weikersheim ansässig war. Der Architekt des Gebäudes – im Eröffnungsflyer bezeichnet er den 3-stöckigen Neubau als Beginn einer „neuen Ära“ für Weikersheim – war in diesem Zusammenhang zu einem Gespräch mit anderen ortsansässigen Ärzten nicht bereit.

Im Vorfeld wurde die lange bestehende Kanalstraße im Bauabschnitt der „neuen Ära“ umgetauft in „An der Stadtmauer“: Musterbeispiel für eine 2-Klassen-Politik. Aber während solches Verhalten in anderen Gemeinden abgestritten wird, geht man in Weikersheim immerhin ganz offen damit um: Die Straßenschilder zeigen jedem genau, wo die „besseren“ oder eher normalen Leute in der Kanalstraße wohnen.

Anmaßendes Verhalten zeigen meiner Meinung nach auch andere Weikersheimer Mitbürger, die sich „Zahnärzte Weikersheim“ und „Tierärzte Weikersheim“ nennen, obwohl es im Ort noch andere Kollegen/Kolleginnen ihrer Berufsgruppe gibt. Letztlich geht es darum, die medizinische Versorgung auch auf dem Land sicherzustellen und da konnte sich Weikersheim auch ohne „Zentrum“ bisher eigentlich nicht beklagen. Ein Ärztezentrum bietet weder für Ärzte noch Patienten nur Vorteile. Und die beste Methode, eine Sache zum Erfolg zu führen, ist immer noch ein offener und fairer Umgang mit allen Beteiligten.