Walldürn

Sitzung des Pfarrgemeinderates Vorschläge für „Pastoral 2030“ stoßen auf wenig Begeisterung / Rat will Thema eingehend behandeln

Wird die Seelsorgeinheit zur „Enklave-Pfarrei“?

Archivartikel

Walldürn.Die Pfarrgemeinderatswahl 2020 und die Fortschreibung der Pastoralkonzeption waren Schwerpunkte bei der Sitzung des Pfarrgemeinderates der römisch-katholischen Pfarrgemeinde im Pfarrsaal.

Nach der Vorstellung des neuen Gemeindereferenten Adrian Ambiel sowie des neuen Pfarrdiakons Tobias Eckert (siehe weiteren Bericht) wurde über die Pfarrgemeinderatswahl gesprochen. Es ging um die Berufung der Mitglieder des Wahlausschusses sowie die Berufung der Mitglieder der Bezirksausschüsse. Wahlvorstand in der Seelsorgeeinheit Walldürn mit seinen vier Stimmbezirken ist Stadtpfarrer P. Josef Bregula, OFM Conv., dessen Stellvertreter der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Wolfgang Eisenhauer. Weitere Mitglieder des Wahlausschusses (Kandidaten und Ersatzkandidaten) sind für den Stimmbezirk Altheim Edwin Holderbach, Hubert Mühling und Thorsten Schmitt, für den Stimmbezirk Glashofen Heiko Berberich, Erich Bundschuh, Norbert Wörner und Stefan Blum, für den Stimmbezirk Rippberg/Hornbach Timo Kern, Ruthard Dörr und Wolfgang Stich, sowie für den Stimmbezirk Walldürn Sonja Heusler-Enders, Eleonore Klingenberger, Ann-Kathrin Enders, Wolfgang Teichmann, Jürgen Kugler und Eva Baumann. Diese Mitglieder wurden im Anschluss auch in die Stimmbezirksausschüsse berufen.

Der stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrates, Helmut Hotzy, berichtete über die Arbeit dieses Gremiums. Schwerpunkt der jüngsten Sitzung war etwa die „Kindergartenbedarfsplanung“. Hier ging es um die befristete Belegung des Turnraums im Kindergarten St. Marien mit einer Regelgruppe mit 20 Plätzen bis Ende des Kindergartenjahres 2019/2020 mit Personalaufstockung sowie die Übernahme der Betriebsträgerschaft für zwei zusätzliche Gruppen im Kindergarten St. Martin nach Erweiterung durch die Stadt Walldürn ab dem Kindergartenjahr 2020/2021.

Reparaturarbeiten an der Orgel

Weiter ging es um die Anschaffung eine Defibrillators für die Basili-ka und das Pfarrheim oder die Vergabe von Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an der Orgel an die Firma Popp aus Altheim.

), sowie „Personalangelegenheiten“ (Abschluss von Arbeitsverträgen mit Aushilfsbeschäftigten im Messner- und Organisationsdienst).

Einstimmig beschlossen wurde die 2014 in Angriff genommene und zwischenzeitlich bereits mehrmals korrigierte Pastoralkonzeption in der momentan vorliegenden Form. Allerdings mit dem Hinweis, dass hinsichtlich dieser Pastoralkonzeption für 2020/2021 noch einige aktuelle Themen anstehen.

Bezüglich des Projekts „Pastoral 2030“ informierten der Stadtpfarrer und der Pfarrgemeinderatsvorsitzende über ein Schreiben des Leiters der Hauptabteilung Grundsatzfragen, Strategie und Kommunikation beim Ordinariat, Ordinariatsrat Wolfgang Müller, dass im Rahmen des Projekts „Pastoral 2030“ im Mai und Juni in Besprechungen auf der Ebene der ehemaligen Regionen erste Entwürfe für die neue Raumplanung erstellt wurden.

An diesen Besprechungen nahmen die jeweiligen Dekane, Dekanatsreferenten, Personen aus den Vorständen der Dekanatsräte und der Ortscaritasverbände sowie die Leitungen der Diözesanstellen teil. Es stehe nun an, dass in den Gremien der jeweiligen Kirchengemein-de, diese Entwürfe diskutiert würden. Willkommen seien auch Verbän-de, geistliche Gemeinschaften oder andere Gruppen in den Kirchengemeinden, sich in die Diskussion mit einzubringen.

Momentan befinde man sich beim Projekt „Pastoral 2030 – Kirchenentwicklung“ in einem Entwicklungsstadium. Die Diskussio-nen der ersten Runde, die Ende 2019 abgeschlossen sein sollen, würden darauf zielen, einen zweiten Entwurf zu erstellen, der auf einer breiteren Basis stehe. Auch dieser zweite Entwurf, den man im Frühjahr 2020 wiederum zur Diskussion stellen werde, sei erst noch eine Vorstufe für konkrete Pläne zur Umsetzung. Diese Pläne würden dann erst im Herbst 2020 erstellt.

Neue Raumplanung

Bei den bisherigen Besprechungen auf Ebene der ehemaligen Regionen seien Vorschläge für eine neue Raumplanung erstellt worden, wobei für das Dekanat Buchen drei Vorschläge eingebracht worden seien:

Nach Vorschlag 1 entspricht die neue Pfarrei dem Dekanat Mosbach-Buchen mit zehn Kirchengemeinden und zusammen 72 147 Katholiken.

Nach Vorschlag 2 wird das Dekanat Mosbach-Buchen geteilt. Die Kirchengemeinden Hardheim-Höpfingen, Walldürn, Buchen, Mudau, Adelsheim-Osterburken-Seckach und Billigheim-Neudenau-Schefflenz bilden eine neue Pfarrei mit insgesamt sechs Kirchengemeinden mit insgesamt 42 624 Katholiken, und die Kirchengemeinden Neckartal-Hoher Odenwald Edith Stein, Elztal-Limbach-Fahrenbach, Aglasterhausen-Neunkirchen und Mosbach-Elz-Neckar eine neue Pfarrei mit vier Kirchengemeinden mit insgesamt 29 523 Katholiken. Die Seelsorgeeinheit Elztal-Limbach-Fahrenbach könnte beiden neuen Pfarreien zugeordnet werden.

Nach Vorschlag 3 wird das Dekanat Mosbach-Buchen wie folgt geteilt: Die vier Kirchengemeinden Hardheim-Höpfingen, Walldürn, Buchen und Mudau mit insgesamt 27 652 Katholiken, die drei Kirchengemeinden Adelsheim-Osterburken-Seckach, Elztal-Limbach-Fahrenbach und Billigheim-Neudenau-Schefflenz mit 21 017 Katholiken, sowie die drei Kirchengemeinden Neckartal-Hoher Odenwald Edith Stein, Aglasterhausen-Neunkirchen und Mosbach-Elz-Neckar mit 23 478 Katholiken.

Alle drei vorgestellten Entwurfe wurden vom Pfarrgemeinderat nicht gerade begeistert aufgenommen, befürchtet man doch, dass bei der Realisierung von einem dieser drei vorgestellten Entwürfe gerade Walldürn als größter eucharistischer Wallfahrtsort in Deutschland mit der Wallfahrt „Zum Heiligen Blut“ und einem bedeutenden Ordenssitz der Franziskaner-Minoriten nicht der bisherige Stellenwert wie bisher eingeräumt werde. Die Pfarrgemeinderäte vertraten in ihrer Mehrheit die klare Meinung, dass die Seelsorgeeinheit Walldürn als Wallfahrtsort künftig als Enklave-Pfarrei ausgewiesen werden sollte.

Eigene Vorschläge erarbeiten

Bis Ende des Jahres will man im Walldürner Pfarrgemeinderat nun eingehend dieses Zukunftsthema behandeln und bis Ende des Jahres eigene Lösungsvorschläge zur Überleitung und Einreichung an das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg erarbeiten.

Unter Punkt „Sonstiges, Wünsche und Anregungen“ berichtete Anton Fach über den sehr erfolgreichen Verlauf des Hungermarsches 2019, und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Eisenhauer wies darauf hin, dass die neuesten Termine und Aktuelles regelmäßig auf der Homepage eingesehen werden können. ds

Zum Thema