Walldürn

Konrad-von-Dürn-Realschule Krippenspiel „Gott in der ,Grippe‘“ aufgeführt / Schüler basteln für Menschen mit Behinderung

Weihnachtliche Atmosphäre ermöglicht

Archivartikel

Walldürn.Fast scheint es ein Widerspruch zu sein: Adventliche Stimmung, das Erleben von Miteinander und Füreinander in Zeiten von Corona, Hygieneregeln und Abstand halten. Aber vielleicht ist es den Verantwortlichen der Konrad-von-Dürn-Realschule doch gelungen, ein wenig weihnachtliche Atmosphäre und vor allem die Empathie für andere in den vergangenen Wochen erlebbar zu machen.

Vieles konnte in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. Da weder jahrgangsübergreifende Kontakte noch Ausflüge oder Lerngänge möglich waren, konnte in diesem Schuljahr die Sozial-AG „RealSozial“ nicht angeboten werden. Doch war für die Schüler und beteiligten Lehrer klar, dass vor allem der Kontakt zum „Haus am Limes“ nicht abreißen dürfte. Und so gestaltete die Klasse 10a kleine Weihnachtsgrüße, die zusammen einen Adventskalender ergaben. Hatten in den vergangenen Jahren noch Acht- und Neuntklässler gemeinsam mit den Menschen mit Behinderung Plätzchen gebacken und Weihnachtsdekoration gebastelt, machte sich die Klasse 6b nun mit Realschullehrerin Daniela Binnig daran, viele große und kleine Fensterbilder für die Bewohner zu basteln. Gerade in Zeiten der Isolation sollten diese spüren, dass es „da draußen“ Menschen gab, die an sie denken.

Um auch ein spirituelles Angebot für die Schüler und Lehrer der Konrad-von-Dürn-Realschule machen zu können, entschloss sich die Fachschaft Religion zur Gestaltung eines sich wöchentlich verändernden Stationenwegs im Schulhaus. Wie beim Adventskranz jede Woche eine Kerze mehr leuchtete, veränderte sich jeweils die „Advents-Theke“, die mit kleinen Bildern, Gedanken, Gebeten und Impulsfragen zum Innehalten einlud. Zur Aussage „Advent heißt…“ fand sich dann die Ergänzung „… dem Stern folgen“ oder „… schenken“, und jeder konnte sich die Frage stellen, woran man sich orientiert oder wer für einen ein besonderes Geschenk ist.

Ein besonderes Erlebnis im Schuljahr ist normalerweise die gemeinsame Weihnachtsfeier, in der herausragende Leistungen gewürdigt werden, Schulband und Chor für die passende Atmosphäre sorgen und in einer Andacht dem Sinn und Grund des Weihnachtsfestes nachgespürt wird. Eine solche Feier kann nicht ersetzt werden. Aber zumindest sollten alle Schüler einen Gruß und Impuls von ihrer Schule bekommen. Während Klassenlehrerin Bianca Breunig-Teichmann mit der 5a ein bebildertes Hörspiel und Musikstücke als Weihnachtsgeschenk für die Parallelklasse aufnahm, studierte die Klasse 5b gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Regina Eck ein corona-konformes Krippenspiel „Gott in der Grippe?“ ein.

Bezüge zur Pandemie hergestellt

Nicht nur mussten die Darsteller Maske tragen und Abstand halten – auch im Stück wurden augenzwinkernd Bezüge zur aktuellen Pandemie dargestellt, wenn jeder sich in „Infektionsketten-Nachverfolgungslisten“ eintragen musste, die Herbergen wegen der Hygiene-Schutzkonzepte niemanden mehr aufnehmen konnten oder dem armen Josef Nudeln und Klopapier vor der Nase weggeklaut wurden. Kein Wunder, dass ein Hirte sich die Frage stellte: „Wo ist Gott in dieser Krise?“. Wie gut, dass er mit dem Erscheinen des Engels die Antwort fand: „Gott ist in der Grippe (Corona), weil er als Kind in der Krippe liegt, weil er bei uns Menschen ist, da wo wir ihn brauchen.“

Die Botschaft der 5b wurde am letzten Schultag allen Klassen in einem Video gezeigt: Musikalisch umrahmten Moritz Hoffert (5b), Realschullehrer Martin Heß und Realschullehrerin Siri Hauk mit „We wish You a Merry Chrismas“ und „O du fröhliche“ das Spielstück, bevor das Lehrerkollegium mit Maske und Nikolausmütze allen Schülern „Frohe Weihnachten“ wünschte.

Diesen Wunsch will die Konrad-von-Dürn-Realschule Walldürn auch an alle Familien, Bildungspartner, Kontakte und Leser schicken: „Bleiben Sie gesund, erleben Sie trotz der aktuellen Lage ein frohes Weihnachtsfest und verlieren Sie nicht die Zuversicht. Denn: Gott ist in der Grippe – bei uns.“

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