Walldürn

Wechsel beim Logistikbataillon 461 Oberstleutnant Marko Dietzmann geht, Oberstleutnant Christoph Werle kommt / Appell am 21. September

Wechsel an der Spitze der Logistiker

Das Logistikbataillon 461 bekommt einen neuen Kommandeur. Auf Oberstleutnant Marko Dietzmann folgt Oberstleutnant Christoph Werle. Der Übergabe-Appell ist am 21. September.

Walldürn. Abschied und Begrüßung - unter diesen Vorzeichen stand gestern im Zimmer des Bataillonskommandeurs das Gespräch mit den FN. Nach drei Jahren als Kommandeur wird Oberstleutnant Dietzmann die Einheit verlassen. Er wechselt nach Bonn an das Bundesministerium der Verteidigung. Auf die Stelle im Referat Unterstützung, von der sein Nachfolger nach Walldürn wechselt. Das sagten beide gestern im Gespräch.

Oberstleutnant i.G. Christoph Werle begann seinen Dienst bei der Bundeswehr 1993, zunächst als Wehrdienstleistender. "Ich bin ein Kind der Wehrpflicht", sagte er im Rückblick. Der Verpflichtung als Zeitsoldat für zwei Jahre folgten der Schritt zum Berufssoldat und das Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Bundeswehr-Universität in München.

Danach folgten verschiedene Verwendungen bei der Luftwaffe oder der Streitkräftebasis. Erfahrungen hat der gebürtige Idar-Obersteiner auch schon in einem Logistikbataillon gesammelt. 2007 und 2008 war er Chef der Stabs- und Versorgungskompanie im Logistikbataillon 192 in Boostedt. "Ich weiß also, was auf mich zukommt", sagte Oberstleutnant Werle.

In Lauda-Königshofen stationiert

Kontakt zur Region hatte er schon einmal, wie er im Gespräch weiter sagte. "Vor dem Studium war ich bei der Radarführungsabteilung in Lauda-Königshofen eingesetzt", erinnert sich der 43-Jährige. 1996 war das, und er habe die Gegend positiv in Erinnerung.

Multinationalität sei etwas gewesen, was ihm in der Bundeswehr immer begleitet habe. Etwa bei seiner Zeit als Referent in der Abteilung Planung des Verteidigungsministeriums. Dort war er auf deutscher Seite bei der Streitkräfteplanung der NATO zuständig. Da ging es darum, mit anderen NATO-Partnern den Bedarf zu harmonisieren und gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen, um Synergieeffekte zu erzielen. Die Mitarbeit am Flugzeug A 330 sei etwa so ein Projekt gewesen.

Als Truppenführer warten andere Aufgaben. "Für einen Bataillonskommandeur ist die Menschenführung das wichtigste Thema", sagte er gestern. Das Auftragsbuch für das Logistikbataillon für das kommende Jahr ist schon wieder "picke-packe-voll, das wird wieder ein forderndes Jahr für das Bataillon", so der neue Kommandeur. Zwar steht der Einheit 2018 kein Einsatz ins Haus, aber die Vorbereitung auf einen Einsatz. "Standby-Modus" heißt das beiden Soldaten.

Vorbereitung ist fordernd

"Und die Vorbereitung auf einen möglichen Einsatz ist genau so fordernd wie auf einen Einsatz. Die Fähigkeiten, die gefordert sind, sind die gleichen", so Oberstleutnant Dietzmann und Oberstleutnant Werle übereinstimmend. Nämlich Einsatzbereitschaft. In 2018 ist das als schnelle Eingreiftruppe der NATO gefordert. Und Ende 2018 sind die Logistiker bei einer Übung in Norwegen gefordert.

Nachdem große Teile der Einheit in 2017 bei vier Einsätzen in Mali, dem Kosovo, dem Irak und in Afghanistan im Einsatz waren, steht der nächste Einsatz dann in drei Jahren wieder auf dem Plan.

Insgesamt gibt es sechs Logistikbataillone bei der Bundeswehr. Jede Einheit ist immer vier Monate in einem Einsatz, so dass die Walldürner Soldaten dann in einem absehbaren Zeitraum wieder gefordert sein werden.

Mit Oberstleutnant Dietzmann ist der neue Kommandeur schon in der Gegend unterwegs gewesen. Bei diversen Terminen etwa bei Kommunalpolitikern hat er die Verbundenheit von Region und Bundeswehr gespürt. Was auch Oberstleutnant Dietzmann bestätigt. "Die Bundeswehr ist hier gerne gesehen. Die Zusammenarbeit etwa mit den Städten und Gemeinden ist gut." Und auf diese gute Zusammenarbeit freut sich auch der neue Kommandeur, wie er gestern sagte. Und auch auf die Soldaten und Zivilangestellten seiner Einheit an seinem neuen Standort freut er sich, wie er weiter sagte. "In Walldürn finde ich einen Verband vor, der hoch motiviert, gut ausgebildet und einsatzerfahren ist", zollte Oberstleutnant Werle seinem Vorgänger gestern ein dickes Lob. Der verlässt Walldürn mit ein bisschen Wehmut: "Ich habe mich hier wohlgefühlt."