Walldürn

Gespräch mit der Dehoga Minister Peter Hauk unterhielt sich mit Hoteliers und Gastronomen

„Viele Gäste sind noch verunsichert“

Archivartikel

Minister Peter Hauk nimmt die Sorgen und Nöte der Gaststätten und Hoteliers ernst – das ist das Ergebnis eines Gesprächs von Hauk mit Vertretern des Dehoga-Kreisvorstands.

Neckar-Odenwald-Kreis. Essen gehen mit der Familie, ein Besuch am Stammtisch oder eine Familienfeier im Stammlokal, Corona hat viele solcher Pläne und Gewohnheiten durchkreuzt. Immer dünner wurden die Auftragsbücher für den Verlauf der Saison, wochenlang waren die Unternehmen im Gastronomie- und Hotelleriebereich Corona geschuldet sogar ganz geschlossen.

Aus heiterer Stimmung und Vorfreude auf die starken Sommermonate vor der Pandemie wurde Pessimismus und Angst um die Zukunft. Der CDU-Landtagsabgeordnete und Minister für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk machte sich bei einem Treffen mit dem Kreisvorstand der Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) ein Bild über die Auswirkungen auf die Betriebe im Neckar-Odenwald-Kreis.

„Das Sommergeschäft nutzen wir in unseren oftmals familiengeführten Betrieben, um ein Polster für die tendenziell schwächeren Wintermonate aufzubauen. Durch den Wegfall und die bis heute andauernden Einbrüche an Gästen wird dies kaum möglich sein. Bei vielen geht es um die Existenz“, fasst der Dehoga-Kreisvorsitzende Paul Berberich eingangs zusammen.

Ähnlich bringt es Bernadette Martini (Mosbach) auf den Punkt. „Tage, die weg sind, sind weg und damit nicht mehr aufzuholen. Wir klammern uns an jeden Strohhalm und hoffen auf einen sonnigen und warmen Sommer, so dass zumindest der Betrieb im Freien oder in geschlossenen Räumen bei offenem Fenster stattfinden kann, so die Gastwirtin. Die weiter den Kunden dankte, die rege von Abholangeboten Gebrauch gemacht hätten und sich inzwischen so langsam auch wieder vorbildlich in den Gaststätten einfinden würden.

Froh über Rettungspakete

Dank richtete Paul Berberich dabei auch an die Politik: „Nirgendwo habe sich die Politik das Gastronomiegewerbe so zur Aufgabe gemacht als in Baden-Württemberg. Wir sind deshalb sehr dankbar für die beiden Rettungspakete, die den Betrieben sicherlich Luft verschafften, so der Dehoga- Kreisvorsitzende und Hotelier aus Reinhardsachsen, wofür er die Zustimmung seiner Kollegen erfährt.

Hauk bekräftigt dabei ein weiteres Mal die Bedeutung der heimischen Gastronomie und Hotellerie. „Hinter diesen Betrieben stehen nicht nur Familien, hinter diesen Betrieben steckt unser Land samt seiner Identität und Kultur. Ob Dorfkneipe oder Sterne-Hotel, was dort auf den Tisch kommt, zeugt von Qualität und Heimat, die uns viel bedeutet. Mit jeder Gastwirtschaft stirbt ein Stück Identität und örtlicher Zusammenhalt, das muss unbedingt vermieden werden. Neben all den Soforthilfen will die Landesregierung den Betrieben auch strukturell helfen, wenn es um die zukunftsorientierte Ausrichtung geht. Deshalb wurde auch das ELR-Programm mit dem Schwerpunkt Gastronomie für eine unterjährige Förderauslobung erweitert“, so der Minister. Neben finanziellen Lücken seien es aber vor allem auch psychische Aspekte die derzeit für Probleme innerhalb der Branche sorgen. Trotz der Lockerungen und Möglichkeit wieder mit 100 Personen in der Gaststätte feiern zu dürfen seien viele Gäste noch verunsichert. „Verständlicherweise sind viele noch zögerlich, wenn es um die Planung oder Durchführung von Feiern geht. Die Kolleginnen und Kollegen geben ihr aller Bestes, so sensibel wie möglich mit der Situation umzugehen. Es wurden branchenweit vorbildliche Hygienekonzepte erarbeitet, die einen Genuss mit Abstand ermöglichen“, sind sich die Beteiligten einig.

Praxiserfahrungen mitgegeben

In dem Gespräch mit Minister Hauk gaben die Gastronomen dem Regierungsmitglied noch weitere Praxiserfahrungen mit auf den Weg. Beispielsweise wäre den Betrieben mit ausreichend großer Außenanlage viel geholfen, würde die Maskenpflicht für das Bedienungspersonal im Freien abgeschafft werden. Perspektive würde eine frühzeitige Verlängerung der Option auf Kurzarbeitergeld bringen.

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