Walldürn

Videokonferenz „Young Musicians“ blickten online auf ein schwieriges Jahr zurück

Trotz Corona-Pandemie viel geleistet

Walldürn.Zum Jahresende versammelten sich die Mitglieder der „Young Musicians“ in einer Videokonferenz, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und einen Ausblick ins neue Jahr zu wagen. Weil der Jahresabschluss nicht wie üblich in einer Gaststätte stattfinden konnte, hatte jeder Teilnehmer vorab eine Tasche mit „Essen to go“ einschließlich Menüabfolge erhalten, die für den Verzehr während der Sitzung bestimmt war.

Chorleiter Jürgen Miko erinnerte an einen „ganz normalen“ Start in das vergangene Jahr mit der Gestaltung des Gottesdienstes zur Firmvorbereitung im Januar, des Gottesdienstes zur Vorbereitung der Erstkommunion in Altheim im Februar sowie der Narrenmesse der FG „Fideler Aff“. Am 13. März fand die bis auf Weiteres letzte Probe im Pfarrhaus in Glashofen statt. Es folgte der erste Lockdown. Sämtliche Proben und Gottesdienste für die kommenden Monate mussten abgesagt werden. Auch die geplanten Veranstaltungen anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Gruppe, wie zum Beispiel die Vigil an Pfingsten, fielen Corona-bedingt aus.

Nach intensiver Vorbereitung starteten die Proben wieder am 31. Juli in der Kirche St. Marien in Walldürn. Die Einhaltung der Abstände und der große Kirchenraum hatten zur Folge, dass das Proben anfangs nur schwer möglich war, weil sich die Mitglieder beim Singen gegenseitig nur schlecht hörten. Mit den der Gruppe zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten gelang es aber nach kurzer Zeit, ein effektives Proben zu ermöglichen.

Zum Ende der Sommerferien ging es mit einer Terminflut wieder los: Eine Hochzeit, die in den September verschobenen Gottesdienste zur Erstkommunion, das Patrozinium von St. Marien (Walldürn) und ein Gottesdienst zur Firmvorbereitung folgten bis Ende Oktober. Für jeden Auftrittsort musste ein Sitzplan erstellt und die Anzahl der teilnehmenden Musiker überprüft werden.

Nur noch kleine Besetzung möglich

Danach wurden die Vorgaben für das Singen aufgrund steigender Infektionszahlen weiter verschärft. Dies stellte auch die Gruppe vor neue Herausforderungen: Zugesagte Gottesdienste durften nur noch von maximal acht Instrumentalisten und Sängern gestaltet werden. Auch das Proben war nur noch eingeschränkt möglich.

Mit einer kleinen Besetzung umrahmten die „Young Musicians“ bis Mitte Dezember die Firmgottesdienste, den auf Radio Horeb übertragenen Sonntagsgottesdienst und den „Trauergottesdienst der Sterntaler“ in Buchen.

„Ab dem Zeitpunkt, ab dem wir Sänger und Instrumentalisten auswählen mussten, und wir nicht mehr als Gruppe auftreten konnten, hat es nur noch wenig Spaß gemacht, Auftritte zu planen und zu organisieren“, so Miko. „Es ist nicht schön in einer so tollen Gruppe selektieren zu müssen. Auch Anrufe beim Amt für Kirchenmusik in Freiburg, mit dem Hinweis auf unsere technischen Möglichkeiten, die ein Aufteilung der Musiker in verschiedene, abgetrennte Räume ermöglicht hätten, haben hier keinen Erfolg gebracht.“

Trotz allem lobte der Chorleiter die Gruppe für all das, was im Jahresverlauf geleistet wurde: „Mir ist kein anderer Chor bekannt, der so etwas leisten konnte, wie wir es getan haben. Und das immer unter Einhaltung der aktuellen Vorgaben von Regierung und Kirche.“ Miko dankte auch der Scholagruppierung, die sich aus den Reihen der „Young Musicians“ gebildet hat.

Weil das Singen seit dem ersten Lockdown auch für Kirchenbesucher verboten ist, habe er immer wieder Sänger für die Sonntagsgottesdienste zur Begleitung des Orgelspiels angefragt. Gemeinsam mit ihnen gestaltete der Chorleiter vor allem die Gottesdienste auf der Walldürner Höhe und in St. Marien.

Auch im neuen Jahr will die Gruppe versuchen, das Singen unter Einhaltung des aktuellen (Kirchen-) Rechts zu ermöglichen. Die Proben bleiben wegen der geltenden Vorgaben bis auf Weiteres ausgesetzt. Auch das Gestalten von Gottesdiensten ist vorerst nicht möglich. Die Gruppe rechnet mit einem normalen Betrieb ab dem Sommer. An bereits zugesagten Gottesdiensten, Hochzeiten, die in das nächste Jahr verschoben und Gottesdiensten, die fest zur Jahresplanung gehören, wie zum Beispiel die Erstkommunion in Rippberg und Distelhausen, soll grundsätzlich festgehalten werden. Auch ein Konzert am dritten Adventssonntag wird trotz Pandemie erst einmal geplant.

Am Ende der fast einstündigen Videokonferenz zog der Chorleiter ein positives Resümee. Er hob das Engagement der Gruppe hervor, die sich besonders flexibel und mit großem Aufwand den Herausforderungen der Pandemie gestellt habe. Miko freute sich, dass die „Young Musicians“ für das neue Jahr drei junge Sängerinnen hinzugewinnen konnten. Sie haben sich bereits in der Online-Versammlung vorgestellt. Die Gruppe verabschiedete sich musikalisch mit den irischen Segenswünschen „Möge die Straße“ – in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen im neuen Jahr.

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