Walldürn

Sitzung des Gemeinderates Arbeitsvergaben standen auf der Tagesordnung

Rettungshubschrauber soll in Walldürn landen

Archivartikel

Walldürn.In Walldürn geht es bei diversen Bauprojekten weiter. Die Weichen dafür stellte der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstag in der Nibelungenhalle mit einer Reihe von Arbeitsvergaben. Außerdem ging es um die Struktur- und Bedarfsanalyse der Luftrettung in Baden-Württemberg.

Den Zuschlag bei den Holzfassadenarbeiten beim Neubau der Sporthalle in der Keimstraße bekam die Firma Walzenbach aus Königheim zum Angebotspreis von rund 81 950 Euro. Die Arbeiten beim Neubau der Parkplatzanlage im Bettendorfring wird die Firma Alfred Link aus Walldürn ausführen, der Angebotspreis lag bei rund 138 871 Euro.

Die Fenster und Außentüren bei der Erweiterung des Kindergartens St. Martin wird die Firma Fitterling aus Buchen liefern, der Angebotspreis lag bei circa 76 657 Euro. Die Firma Ackermann Haustechnik aus Walldürn bekam den Zuschlag bei den Wärmeversorgungsanlagen und den lufttechnischen Anlagen zum Angebotspreis von rund 73 120 Euro. Für alle Vergaben sind Gelder im Haushalt 2020 bereitgestellt.

Eine außerplanmäßige Ausgabe ist dagegen die Beschaffung eines Radladers für die Kläranlage. Der bisher eingesetzte Radlader aus dem Jahr 1977 ist ausgefallen und hat diverse Mängel. Für die Arbeit in der Kläranlage wird ein neuer Radlader gebraucht, sagte Bauamtsleiter Christian Berlin zu Thema. Derzeit müsse bei Bedarf ein Radlader vom Bauhof ausgeliehen werden, sofern dieser zur Verfügung steht. Ein geregelter Arbeitsablauf sei dabei nicht gewährleistet. Die Kosten für einen gebrauchten Radlader belaufen sich nach vorliegenden Angeboten zwischen 15 000 und 20 000 Euro. Im Haushalt sind keine Mittel eingestellt. Der Gemeinderat gab grünes Licht für die Beschaffung.

Die Struktur- und Bedarfsanalyse der Luftrettung in Baden-Württemberg war schon einmal Thema im Gemeinderat. Das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Universität München hat diese Analyse durchgeführt. Um in Baden-Württemberg auch in Zukunft flächendeckend eine gute rettungsdienstliche Versorgung sicherzustellen, sehen die Empfehlungen des Instituts vor, dass zur Schließung von Versorgungslücken zwei zusätzliche Rettungshubschrauber stationiert werden sollen.

Aus dem Gutachten gehe hervor, dass ein Rettungshubschrauber (RTH) im Nordosten Baden-Württembergs dringend notwendig ist. Bei genauer Betrachtung ergibt sich jedoch, dass der konkrete Standort noch offen ist. In den Einschätzungen wird lediglich vom „Bereich Osterburken“ gesprochen. Eine Auswahl soll in nächster Zukunft erfolgen.

Bereits in der Gemeinderatsitzung am 28. Juli forderte Fabian Berger (CDU) die Verwaltung auf, sich um Walldürn als neuen Standort zu bemühen. „Die Stadtverwaltung hatte dazu inzwischen einen Termin mit der Bau– und Betriebs-GmbH des Verkehrslandeplatzes Walldürn und dem Vorstandes des Flugsportclub Odenwalds“, sagte der Bürgermeister. Beide Institutionen erachten es ebenfalls als sinnvoll und ideal, den RTH am Verkehrslandeplatz Walldürn zu stationieren.

Für eine Stationierung am Verkehrslandeplatz Walldürn sprechen zahlreiche Rahmenbedingungen, so Günther weiter. Neben ausreichend Erweiterungsfläche kann auf die bestehende Infrastruktur mit Hallen, Tankstelle, Briefingräumen, der Gastronomie und dem besetzten Tower zurückgegriffen werden. Alle notwendigen flugrechtlichen Genehmigungen zum sofortigen Start seien bereits vorhanden. Die asphaltierte Start- und Landebahn mit ihrer Bahnbefeuerung ermögliche auch Nachtflüge.

Der Standort Walldürn liege zentral zwischen den umliegenden Kliniken wie etwa Buchen, Hardheim, Mosbach, Bad Mergentheim, Würzburg und Heidelberg. Mit einer Stationierung in Walldürn leistet der RTH damit auch einen großen Beitrag zur Chancengleichheit im ländlichen Raum und zur medizinischen Absicherung strukturärmerer Regionen.

Einstimmig beauftragte der Rat die Verwaltung, sich im Zusammenwirken mit dem Flugsportclub beim Innenministerium und anderen Einrichtungen und Organisation für eine Stationierung am Verkehrslandeplatz Walldürn einzusetzen. Mit den Anwohnern des Verkehrslandeplatzes werde man noch das Gespräch suchen, so der Bürgermeister auf die Frage von Rolf Günther (SPD).

Der Bürgermeister wertete das einstimmige Votum des Rates „als Pfund, mit dem man in den Verhandlungen wuchern kann“. mar

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