Walldürn

Naturpark Neckartal-Odenwald Naturparkplan 2030 ist abgeschlossen / Entwicklung der nächsten zehn Jahre festgelegt

Regionalität spielt eine große Rolle

Der Naturparkplan 2030 legt die Entwicklung des Naturparks in den nächsten zehn Jahren fest. Der Plan zu Naturschutz und Landschaftspflege ist jetzt abgeschlossen. Regionalität spielt eine große Rolle.

Neckar-Odenwald-Kreis. Etliche geschützte Tier- und Pflanzenarten fühlen sich im Gebiet des Naturparks Neckartal-Odenwald zuhause. Denn eine Vielfalt an Lebensräumen prägt die Gegend von Heidelberg im Westen bis Osterburken im Osten: waldreiche Hügel des Odenwaldes, Flussschleifen des Neckars, alte Streuobstwiesen und Felder mit Ackerbau. Auch das Rotwild als größtes heimisches Landsäugetier findet hier einen Lebensraum.

Doch verschiedene Gründe machen neben dem Klimawandel vielen Tier- und Pflanzenarten das Überleben schwer: Neubaugebiete versiegeln natürliche Lebensräume und mit Pestiziden behandelte Monokulturen auf Äckern zerschneiden sie. Ein zu kleines Gebiet bietet jedoch nicht genug Nahrung zum Überleben und in einen größeren Lebensraum zu wandern, ist in einer zersiedelten Landschaft unmöglich.

Erholsame Freizeitaktivitäten, wie Wandern, Mountainbiken und Pilze sammeln, können Wildtiere zusätzlich in ihren natürlichen Lebensräumen aufschrecken. Denn bei Bewegungen abseits der Wege fühlen sich die Tiere in ihren Ruhebereichen gestört. Wenn wir Menschen und vor allem auch Hunde die ausgewiesenen Pfade verlassen, bewegen wir uns auf dem Esstisch und im Schlafzimmer der Wildtiere!

Streuobstwiesen mit ihren alten Baumbeständen und hohen Wiesen bieten einen besonderen Lebensraum. Doch weil die Ernte aufwendiger ist als auf Plantagen und die artenreichen Wiesen Pflege bedürfen, werden viele Streuobstwiesen aufgegeben. Dabei sind sie nicht nur für die Artenvielfalt wichtig, sondern auch charakteristisch für die Odenwälder Kulturlandschaft.

Deshalb plant der Naturpark Neckartal-Odenwald, sich in den nächsten Jahren für den Erhalt, die Pflege und die Neuanlage von Streuobstwiesen einzusetzen. Seit Jahren engagiert er sich mit dem Projekt „Blühender Naturpark“ bereits für die Anlage mehrjähriger Wildblumenwiesen mit heimischen Blüten. Sie bieten Lebensraum für Insekten, die wiederum Nahrung für Vögel und andere Tiere sind.

Diese und weitere Strategien, um dem Artensterben entgegenzuwirken, hat der Naturpark Neckartal-Odenwald in seinem Naturparkplan 2030 entwickelt. Mit dem Kauf heimischen Streuobstsaftes, achtsamem Verhalten in der Natur und der Anlage von Wildblumenwiesen kann jeder einzelne die heimische Artenvielfalt unterstützen.

Viele Leckereien

Grünkern ist eine Spezialität des Baulandes. Doch im Gebiet des Naturparks Neckartal-Odenwald, der sich von Heidelberg im Westen bis Osterburken im Osten erstreckt, werden auch andere Leckereien produziert, verarbeitet und vermarktet. Dazu gehören Obst, Gemüse, Honig, Wildprodukte, Backwaren und vieles mehr. Ihre regionstypischen und qualitätvollen Spezialitäten verkaufen viele lokale Kleinbetriebe eigenständig.

Qualität und Pflege

Verschiedene Bedingungen erschweren ihnen jedoch das Auskommen. Auch der Kauf billigen Plantagen-Obsts und -Gemüses in großen Supermarktketten gehört dazu. Denn dies begünstigt die Entwicklung landwirtschaftlicher Großbetriebe mit Monokulturen. Dabei schonen regionale Produkte zusätzlich die Umwelt, indem Transportwege kurz gehalten werden. Für die Käufer ist die Qualität garantiert. Kleine Tierhaltungsbetriebe pflegen zudem die typischen Wiesen des Odenwaldes. Denn ihre Vierbeiner schützen beim Weidegang die Flächen vor sich ausbreitenden Büschen.

Wildprodukte sind eine besondere Spezialität aus den Wäldern des Odenwaldes. Kein anderes Tier, das auf unseren Tellern endet, konnte sein Leben artgerechter verbringen! Jäger schützen mit ihrer Tätigkeit außerdem den Forst vor Verbiss durch eine übermäßige Anzahl an Wildtieren, denen natürliche Fressfeinde fehlen.

Bisher unterstützt der Naturpark Neckartal-Odenwald regional produzierende Direktvermarkter bereits mit den Naturparkmärkten und dem „Brunch auf dem Bauernhof“. Es ist geplant, dieses Engagement in den nächsten Jahren zu verstärken. Zusätzlich soll bei der Initiative „Aktiv für Naturparke“ ein Netzwerk nachhaltig handelnder Betriebe und Organisationen aus der Region aufgebaut werden.

Diese und weitere Strategien, um regionale Produkte und Vermarkter zu unterstützen, hat der Naturpark Neckartal-Odenwald in seinem Naturparkplan 2030 entwickelt. Jeder einzelne kann zugleich mit dem Kauf lokaler Leckereien und Handwerksprodukte kleine Betriebe und Direktvermarkter in seiner Umgebung unterstützen und die Umwelt mit kurzen Transportwegen entlasten.

Der Naturparkplan 2030 legt die Entwicklung des Naturparks in den nächsten zehn Jahren fest. Sowohl das übergeordnete Leitbild als auch zukünftige Projekte wurden im Prozess des vergangenen Jahres erarbeitet. Beteiligt waren dabei Mitgliedsgemeinden, Experten, Kooperationspartner und Bewohner des Naturparks.

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