Walldürn

BLB gastiert

Parallelen zur Gegenwart

Archivartikel

Walldürn.Die Landesbühne zeigt die literarische Revue „Der Illegale“ von Günther Weisenborn und Konstantin Wecker. Regie führt Carsten Ramm. Die Vorstellung ist am Mittwoch, 29. Januar, um 19.30 Uhr im Haus der offenen Tür zu sehen.

Weisenborn, ein junger Schriftsteller aus dem Rheinland, wurde 1928 in Berlin gefeiert: Sein Stück U-Boot S 4 war an der Volksbühne ein großer Erfolg. Weisenborn zog nach Berlin, schrieb Theaterstücke und unter dem Titel Barbaren einen ersten Roman. Sein künstlerisches Schaffen fand mit der Machtergreifung Hitlers 1933 ein jähes Ende: Sein Roman wurde verbrannt, seine Stücke verboten. Weisenborn schrieb unter Pseudonym weiter und schloss sich 1937 einer Widerstandgruppe an, die von der Gestapo den Namen „Rote Kapelle“ bekam. 1942 folgten Verhaftung, Verurteilung und Inhaftierung im Zuchthaus Luckau, wo er 1945, kurz bevor er hingerichtet werden sollte, befreit wurde. Zurück in Berlin schrieb er das Schauspiel „Die Illegalen“, in das er seine Erfahrungen aus dem Widerstand einfließen ließ. Ob als junger Wilder in der späten Weimarer Republik oder als kompromissloser Autor im Nachkriegs-deutschland: Weisenborn hat immer wieder klar Stellung bezogen. Er verstand es, Poesie und politische Haltung miteinander zu verbinden. Als beständiger Mahner gegen Wiederbewaffnung, Atomkrieg und rechten Ungeist blieb er bis in die sechziger Jahre unbequem für die Herrschenden. In einer Collage aus seinen Texten, Szenen und Songs entdeckt sie ihn wieder und stellt ihn im Kontext seiner Zeit vor. Dabei werden erstaunliche und zum Teil erschreckende Parallelen zur Gegenwart deutlich.

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