Walldürn

Konzert des Heeresmusikkorps 12 Musiker aus Veitshöchheim traten in der Nibelungenhalle auf / Erlös für das Odenwald Hospiz

Musikalische Reise führte bis zum Mond

Archivartikel

Das Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Kahle gastierte zu einem Benefizkonzert in der Nibelungenhalle. Geboten wurde ein breites Programm.

Walldürn. Zwei Stunden lang boten die Musiker am Dienstag ein sehr niveauvolles und virtuoses musikalisches Unterhaltungsprogramm, das von klassischer Musik über die traditionelle deutsche Militär- und Marschmusik sowie symphonische Blasmusik bis hin zur modernen Unterhaltungsmusik reichte. Das Konzert vor rund 500 Zuhörern fand im Rahmen des Jubiläums „1225 Stadt Walldürn“ und des fünfjährigen Bestehens des Odenwald Hospizes statt.

Nach dem musikalischen Auftakt mit „Silverado Melodie“ von Bruce Broughton sagte Bürgermeister-Stellvertreter Fabian Berger bei der Begrüßung, im Mittelpunkt sollten an diesem Abend zwei Faktoren stehen: zum einen das Genießen des virtuosen Klangkörpers des Heeresmusikkorps 12 und zum andern die tatkräftige Unterstützung und Förderung des Odenwald Hospizes.

Fabian Berger stellte das Hospiz und die dort geleistete Arbeit vor. Er dankte allen, die zum Gelingen des Konzertes beigetragen haben.

Nach einem Grußwort von Oberstleutnant Roland Karle präsentierte das Heeresmusikkorps zu Beginn des ersten Konzertsets verschiedene Konzertmärsche sowie symphonisch-konzertante Lieder, etwa die „Romantischen Ouvertüre“ aus der Operette „Donna Diana“ von Ernst Nikolaus, wobei bei Darbietung mit recht unterschiedlichen Tempi und einem furiosen Finale die sehr ausgewogene Klangharmonie und der imposante Klangkörper des Orchesters sowie die Klangreinheit der einzelnen Instrumente „ins Ohr gingen“.

Besonderes Jubiläum

Die nächsten Beiträge waren einem besonderen Jubiläum gewidmet: nämlich der ersten Mondlandung 1969. Überzeugend dargeboten wurde der deutsche Militärmarsch „Per Aspera ad Astra“ („Auf rauen Pfaden zu den Sternen“) von Ernst Urbach oder auch „Bravur-Marsch genannt, das in begeisternder Weise aufbereitete und in sinfonischer Dichtung dargebotene Werk von Otto Schwarz „Apollo 11“, das die erste Mondlandung in musikalischer Form aufbereitete, und der „Astronautenmarsch“, der den drei Besatzungsmitgliedern der Apollo 11, Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins, gewidmet ist.

Verträumt weiter ging es mit dem Tanz Nr. 3 Poco Allegro in g-Moll, einer Polka, und mit dem von ständigen Rhythmuswechseln geprägten Tanz Nr. 8 Presto (Furiant) aus den aus den „16 slawischen Tänzen“ von Antonin Dworschak. Mit einem deutschen Militärmarsch verabschiedete sich das Heeresmusikkorps 12 in die Pause.

Aus der Pause zurückgerufen wurden die begeisterten Konzertbesucher vom Heeresmusikkorps 12 mit „Brass-Machine“, mit einem brillanten Trompeten-Soli von Oberstabsfeldwebel Heidlein.

Dominant im zweiten Programmteil war immer wieder instrumentaler, moderner Big-Band-Sound mit interessanten und recht unterhaltsamen flotten Rhythmen aus dem Repertoire gehobener und recht anspruchsvoller Unterhaltungsmusik, unterbrochen von Passagen symphonisch-konzertanter Blasmusik.

Zu hören war zunächst die Streichsuite „Palladio“, die der Komponist Karl Jenkins einst für einen Fernsehwerbespot von De Beers für Diamanten geschrieben hatte. Es folgten der Titelsong des amerikanischen Films von 1939 „Der Zauberer von Oz“, das weltweit bekannte „Over the Rainbow“, bei dem einmal mehr wieder Oberstabsfeldwebel Heidlein als Trompeten-Solist im Mittelpunkt stand, der amerikanische Militärmarsch „Stars and Stripes“ von John Philip Sousa mit zwei Piccoloflöten als instrumentalen solistischen Höhepunkten und danach zehn Minuten lang begeisternder Glenn-Miller-Big-Band-Sound vom Feinsten mit „Moonlight Serenade“ und „In the Mood“.

Auch hier standen neben dem virtuosen und imposanten Klangkörper und der Klangreinheit des Gesamtorchesters und der verschiedenen Instrumente immer wieder solistische Glanzdarbietungen im Mittelpunkt.

Drei Zugaben

Gesangliche Soloparts von Oberstabsfeldwebel Markus Lenhardt im Wechsel mit instrumentalen Darbietungen standen im Mittelpunkt des letzten Programmpunktes des Konzertes: die durch den amerikanischen Sänger, Schauspieler und Entertainer Frank Sinatra weltbekannt geworden Erfolgshits „Strangers in the night“, „I love you“, „Moon River“, „My dreams come true“ und „New York, New York“, mit denen sich das Orchester an diesem Abend offiziell vom Publikum verabschiedete.

Natürlich ließ man die Musiker nach Schluss- und Dankesworten des Vorsitzenden des Fördervereins Odenwald Hospiz Walldürn, Helmut Greulich, nicht ohne drei Zugaben von der Bühne gehen: einem deutschen Militärmarsch, dem Radetzky-Marsch und der zum Abschluss gespielten und vom Konzertpublikum mitgesungenen Nationalhymne. ds

Zum Thema