Walldürn

Frankenlandschule Walldürn Professoren verschiedener Fachrichtungen referierten beim „Tag der Wirtschaft“

Inhalte aus dem Unterricht wurden vertieft

Walldürn.Zum inzwischen fünften „Tag der Wirtschaft“ für die Schüler des Wirtschaftsgymnasiums an der Frankenlandschule Walldürn begrüßte Schulleiter Torsten Mestmacher wieder mehrere Professoren und Referenten aus dem Hochschulbereich und dem Finanzwesen. Er wies darauf hin, dass der Schule der enge Bezug zur universitären Lehre und zur Praxis ein besonderes Anliegen ist.

Der inhaltliche Schwerpunkt in den beiden Vorträgen für die Jahrgangsstufe 1 waren volks- und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge.

Petra Morschheuser, die als Professorin für Unternehmensführung und Controlling an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mosbach die BWL-Studiengänge Handel und Controlling leitet, informierte die Schüler in einem praxisnahen Vortrag über die Kosten- und Leistungsrechnung eines Unternehmens. So gelang es ihr, mit ihrem Expertenwissen aus dem außerschulischen Bereich die bereits erlernten Inhalte aus dem Unterricht zu vertiefen. Im zweiten Vortrag gab Professor Erich Ruppert einen Einblick in das Studium an der Hochschule Aschaffenburg, wo er einen Lehrauftrag an der Fakultät Wirtschaft und recht hat. Anschließend erläuterte er den Schülern unterschiedliche Marktformen mit ihrem jeweiligen Wettbewerbsverhalten, womit er ebenfalls konkrete Themen aus dem Wirtschaftsunterricht aufgriff.

Aktuelle Praxisbeispiele

Zeitgleich zu den beiden Referaten fanden für die Schüler der Jahrgangsstufe 2 ebenfalls zwei Vorträge statt. Jens Koch, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre der Hochschule Heilbronn am Campus Schwäbisch Hall, thematisierte die Möglichkeit der Fremdfinanzierung von Unternehmen anhand von Anleihen aus Finanzierungs- und Investitionssicht. Die Einführung seines Vortrags gestaltete er mit Hilfe aktueller Praxisbeispiele. Im Weiteren referierte er über theoretische Grundlagen der Finanzierung und ordnete die Anleihen der langfristigen Fremdfinanzierung zu. Koch stellte Vor- und Nachteile dieser Thematik vor, ehe er den Zusammenhang zwischen Marktzins und Anleihenwert erläuterte. Aufbauend auf Kurs- und Preiseffekte sowie Wiederanlage- beziehungsweise Reinvestitionseffekte ging er auf das Zinsänderungsrisiko ein. Im zweiten Vortrag befasste sich Norman Stollhof von der Deutschen Bundesbank mit der Geldpolitik und dem Eurosystem. Er ging auf die Unterrichtsinhalte zur Bundesbank und zur Europäischen Zentralbank (EZB) ein, indem er deren Aufgaben und Strukturen ins Gedächtnis rief. Anschließend definierte er den Begriff des Geldes und zeigte den Schülern die Historie der Geldentstehung auf. Über die Abgrenzung und Messung der Geldmenge gelangte er schließlich zum Thema Inflation und Deflation, welche er mit den Schülern auch diskutierte. So gewannen diese zu ihrem bereits aus dem Unterricht mitgebrachten Wissen weitere interessante Eindrücke und erhielten auch ein Gespür, aus welchen Gründen die Unabhängigkeit der EZB von großer Bedeutung ist. Gegen Ende besprach Stollhof gemeinsam mit den WG13-Klassen noch die Möglichkeiten der Geldschöpfung der EZB.

Alle Vorträge bauten auf bereits im Unterricht kennengelernte betriebs- und volkswirtschaftliche Themen auf, stellten zugleich aber auch eine Vertiefung und Erweiterung der Lerninhalte dar und boten den Schülern einen ersten Einblick, wie sich eine Vorlesung in einem späteren Studium „anfühlt“. Den Referenten gelang es, die Klassen aktiv in die Vorträge einzubinden, und sie nutzten den Kontakt zu den Schülern außerdem, um auf die beruflichen Möglichkeiten ihrer Fachbereiche aufmerksam zu machen und ihnen verschiedene Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.

Organisiert hatte den „Tag der Wirtschaft“ Steffen Nelius von der Fachschaft Wirtschaft an der Frankenlandschule.

Zum Thema