Walldürn

Pater Clemens gestorben Der Geistliche war lange Jahre in Walldürn

Herz schlug für die Menschen im Kongo

Walldürn.Pater Clemens Nöth OSA ist im Alter von 84 Jahren auf der Intensivstation des Juliusspitals in Würzburg gestorben. Der Seelsorger wirkte segensreich von 1996 bis 2007 als Kooperator in den Pfarrgemeinden von Walldürn und in der Wallfahrt. Die Beerdigung findet am Freitag, 13. September, um 13.30 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Würzburg statt. Im Anschluss ist das Requiem in der Augustinerkirche in Würzburg. Die Seelsorgeeinheit Walldürn gedenkt P. Clemens Nöth OSA im Gottesdienst am Samstag, 21. September, um 18.30 Uhr in der Basilika.

Pater Clemens wurde am 13 November 1934 in Windheim im Landkreis Bad Kissingen geboren. Mit zwölf Jahren kam er als Klosterschüler nach Münnerstadt, wo er 1954 das Abitur ablegte. Am 22. August desselben Jahres begann er mit 21 weiteren Kandidaten das Noviziat, das er am 23. August 1955 mit der ersten Profess abschloss. Es folgte von 1955 bis 1960 das Studium der Theologie an der Universität in Würzburg. In diese Zeit fielen auch seine Ewige Profess am 23. August 1958, die Weihe zum Diakon am 13. November 1959 und die Priesterweihe am 4. Juni 1960.

Schon bald äußerte P. Clemens Nöth den Wunsch, als Missionar nach Afrika zu gehen. Wegen der politischen Unruhen im damaligen Belgisch-Kongo verzögerte sich seine Aussendung. Von 1962 bis 1964 war er Präfekt im Studienseminar St. Augustin in Weiden. War er schon als Klosterschüler begeisterter Fußballspieler gewesen, so fand er in Weiden über seine Leidenschaft für den Sport Zugang zu den Schülern. Überhaupt blieben ihm die Liebe zum Fußball und der Enthusiasmus für den Sport ein Leben lang erhalten. Von 1964 bis 1966 engagierte er sich in Deutschland für die Missionsarbeit der Augustiner, indem er neue Mitglieder für das Augustinus-Missionswerk warb und sich mit einem Sprachkurs in Französisch und dem Erwerb der Fluglizenz als Privatpilot auf seinen Einsatz im Kongo vorbereitete.

Von 1967 bis 1996 konnte P. Clemens Nöth OSA dann seinen Herzenswunsch als Missionar auf der Station in Poko im Nordosten des Kongo verwirklichen. Dort betreute er als nahbarer und engagierter Seelsorger zahllose Buschkapellen der Pfarrei Poko, die oftmals nur schwer zu erreichen waren. „Buschpilot von Poko“ wurde er im Kongo von den Einheimischen genannt.

Bei seinen Fahrten zu den entlegenen Buschkapellen gelang es ihm auch, ein Vertrauensverhältnis zu den scheuen Pygmäen aufzubauen und die ersten von ihnen zu taufen. 14 Jahre war er zudem auch Prior der Missionsstation in Poko. Politische Unruhen zwangen ihn 1996 zur Rückkehr nach Deutschland.

Im Wallfahrtsort Walldürn fand er neue Heimat und als Seelsorger in den dortigen Pfarrgemeinden und in der Wallfahrt eine neue Tätigkeit.

Nach der Auflösung des Augustiner-Konvents in Walldürn zog er 2007 nach Fährbrück um, um von dort aus die Seelsorge auf der Vogelsburg bei Volkach zu übernehmen, wo er bis zu seinem Tod sonntags die Gottesdienste hielt, selbst noch, als er 2014 aus gesundheitlichen Gründen auf die Pflegestation nach Würzburg umzog.

Pater Clemens war sein ganzes Leben lang gerne mit Menschen zusammen. Bis zuletzt war er auf der Vogelsburg ein beliebter und geschätzter Seelsorger.

Sein Herz aber schlug auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland für die Menschen im Kongo, für die er Spenden sammelte, um sie dann „seinem Bischof“ Richard Domba von der Diözese Dungu-Doruma zu übergeben. ds

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